UCVR View

Das bietet die 50 Euro günstige VR-Brille! Im Praxistest

25. Mai 2016 • 8:26 Uhr

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Was die VR-Brille für 50 Euro wohl bietet? (Foto: GamingGadgets.de)

Günstige VR-Brillen gibt’s wie Sand am Meer. Ein weiterer Vertreter ist UCVR View. Das Zubehör für Smartphones besitzt gute Ansätze. Mehr aber auch nicht.

UCVR View ist sogar relativ teuer, kostet sie über 65 US-Dollar zum Beispiel beim Händler Gearbest. Im Preis angegriffen ist natürlich nicht das Mobiltelefon, das ihr für das Darstellen der VR- und 360-Grad-Inhalte benötigt. Vorausgesetzt wird ein Smartphone mit einer Displaygröße zwischen 5 und 5,7 Zoll. Schon beim Auspacken fallen ein paar Eigenheiten auf: So liegen UCVR View drei Linsen-Paare bei, die ihr bei Bedarf austauscht. Zudem ist die Brille überraschend leicht, ohne dabei billig zu wirken. Schaumstoff-Schutz für den Kopf, ein stabiles sowie flexibles Band und eine feste Halterung fürs Handy erinnern dezent an Gear VR, ohne die Qualität von Samsungs Lösung zu erreichen.

Die dezente Packung. (Foto: GamingGadgets.de)
Die dezente Packung. (Foto: GamingGadgets.de)

Alles in allem ist der Eindruck ein positiver, aber…?

Immer dieses ABER!

Das glücklicherweise einmalige Anpassen der VR-Brille ist zugegeben ziemlich fummelig. So müsst ihr den Schaumstoff abnehmen, um an die Linsen zu gelangen. Diese wechselt ihr abhängig von eurer Sehschwäche. Die Linsen korrigieren Kurzsichtigkeit – von nicht bzw. kaum vorhanden (0-350) bis zu relativ groß (350-550)  bzw. sehr stark (550-800). Das ist recht grob definiert, mir wäre ein kleines Drehrad wie bei Gear VR lieber gewesen. Aber dieses Vorgehen funktioniert und ist ein Mehrwert gegenüber vielen anderen Lowbudget-VR-Brillen, die so etwas gar nicht bieten. Ansonsten müsst ihr noch das Kopfband und euer Smartphone in den vorgesehenen Raum auf der Vorderseite des HMDs anbringen. Das dauert anfänglich etwas, doch wie angedeutet: Habt ihr die Brille für euch angepasst, müsst ihr das nicht ständig wiederholen. Problematisch ist es nur, möchte mal ein Freund testen, der beispielsweise über eine andere Kurzsichtigkeit verfügt. Von zwei unterschiedlich starken Augen oder anderen Schwierigkeiten ganz zu schweigen. Eure normale Brille müsst ihr so oder so absetzen.

Mit wechselbaren Linsen passt ihr die Sehstärke an. (Foto: GamingGadgets.de)
Mit wechselbaren Linsen passt ihr die Sehstärke an. (Foto: GamingGadgets.de)

Und da ist noch ein weiteres Problem: Regulär wird UCVR View ohne Controller ausgeliefert, an der Brille selbst befinden sich keine Tasten. Gerade ein Button wäre hilfreich gewesen, dadurch ist eine vollständige Cardboard-Kompatibilität schon einmal nicht gegeben. Davon abgesehen fehlt ein geeigneter QR-Code für die Cardboard-Einrichtung. Hier sei aber schon vorweg gesagt: Als Domo Goggles könnt ihr UCVR View konfigurieren, nutzt dafür einfach diesen QR-Code. Immerhin.

Die Linsen besitzen eine gute Qualität. (Foto: GamingGadgets.de)
Die Linsen besitzen eine gute Qualität. (Foto: GamingGadgets.de)

Wozu ist das Teil dann gut?

Der chinesische Hersteller bietet seine VR-App UCVR View ausschließlich für iOS-Geräte an, Android-Devices gehen also leer aus. Das ist ziemlich doof und heutzutage wirklich nicht sinnvoll. Also bleiben euch nur ein paar Tricks übrig, möchtet ihr die Brille nutzen. Mit erwähntem Tipp erhaltet ihr immerhin die Chance, zahllose 360-Grad- bzw. VR- Videos zu verwenden, alleine schon die Google-eigene Cardboard-App verfügt über mehr als ausreichend Content. Und sei es nur dank YouTube. Genauso existieren längst zahllose Anwendungen und Spiele, die allerdings – welch Überraschung – mindestens einen Button benötigen. Ein Einsatz dieser ist nicht bzw. höchstens mit einem separaten Bluetooth-Controller möglich, sofern dieser von der jeweiligen App unterstützt wird.

Hier kommt noch das Smartphone rein. (Foto: GamingGadgets.de)
Hier kommt noch das Smartphone rein. (Foto: GamingGadgets.de)

Am Schluss beschränkt sich UCVR View in erster Linie aus Medieninhalte und interaktive Grafikdemos, bei denen ihr keine Tasten braucht. Das verdeutlicht auch die iOS-App.

Fazit: Gute Seiten, schlechte Seiten

Es ist schon erstaunlich zu sehen, wie nötig heutzutage mindestens eine Taste für mobile VR-Inhalte ist. Ohne diese beschränkt man sich selbst sehr. Und gerade der App-Wechsel wird damit zur Geduldsprobe. Ihr müsst das Smartphone entfernen, die alte App beenden, die neue starten , das Telefon wieder einsetzen und die Brille wieder über die Augen ziehen. Lästig und alles andere als komfortabel.

Wirkt etwas nostalgisch, aber die Verarbeitung ist voll okay. (Foto: GamingGadgets.de)
Wirkt etwas nostalgisch, aber die Verarbeitung ist voll okay. (Foto: GamingGadgets.de)

Und: Genau das ist eigentlich auch bedauerlich, denn UCVR View bietet eine echt ordentliche Verarbeitung und erstaunlich gute Linsen, die für einen hohen Betrachtungswinkel und ein qualitativ absolut zufriedenstellendes Bild sorgen. Entsprechendes Smartphone mit hochauflösendes Display vorausgesetzt (in meinem Fall ein Samsung Galaxy S6 Edge).

Naja... :-) (Foto: GamingGadgets.de)
Naja… :-) (Foto: GamingGadgets.de)

Übrig bleibt eine Empfehlung, möchtet ihr UCVR View ausschließlich für euch persönlich und vorrangig für Videos verwenden. Für Spiele ist die Peripherie nur geeignet, wenn ihr (bereits) einen Controller euer Eigen nennt. Letztlich aber fehlt eine Aktionstaste an der Brille. Und das ständige Auf- und Absetzen der Brille ist doof. Aber das ist bei ähnlichen Konkurrenten, gerader in der Preisklasse, nicht anders.

Danke an Gearbest für die Zusendung von UCVR View.

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