Valve

Hahahahahahalf-Life 3? Pustekuchen! Habt ihr wirklich geglaubt, Valve würde auf der Game Developers Conference in San Francisco die neueste Episode der beliebten Reihe vorstellen? Das wird wohl vorerst nichts. Aber dennoch hatte das Unternehmen, das längst nicht nur ein Spieleentwickler sein möchte, interessante Neuankündigungen parat.

Steam Link

Im November 2015 soll zuerst in den USA Steam Link für 49,99 US-Dollar erscheinen. Was das ist? Im Grunde ein kleiner Streaming-Player, der eure PC-Spiele vom heimischen Desktop-Rechner über das WIFI-Netz zu eurem HDTV in 1080p bei 60Hz bringt. Versprochen wird bei dieser Hardware-Lösung eine sehr niedrige Latenz, was auch nötig ist, um vernünftig Spiele genießen zu können.

Details zur verwendeten Hardware nennt Valve noch nicht. Steam Link ist aber ausschließlich für Games aus der eigenen Steam-Bibliothek gedacht, also zwangsläufig ziemlich eingeschränkt. Auf den ersten Bildern ist neben einem HDMI-Ausgang unter anderem ein USB-Anschluss zu erkennen. Vielleicht kann Steam Link noch etwas mehr?

Steam Controller

Endlich bekommt das offizielle Gamepad von Valve auch einen Preis: 49,99 US-Dollar soll das gute Stück ab November 2015 in den USA kosten. Eine Veröffentlichung für andere Regionen ist angedacht, hier sollen später Informationen folgen.

Das finale Design. (Foto: Endgadget)

 

Ob noch Design-Änderungen am Steam Controller geplant sind? Nein, offenbar nicht. Das heißt: Ihr erhaltet einen Analogstick und zwei Touchpad-Flächen. Sieht komisch aus, könnte aber gut funktionieren.

Steam Machines

Ja, die PC-basierten Spielkonsolen sind noch nicht vom Tisch, obwohl sie bereits Ende letzten Jahres mit dem Linux-basierten SteamOS erscheinen sollten. Jetzt heißt es offiziell: Im November 2015 werden diverse Hardware-Produzenten ihre Geräte in den Handel bringen.

Vielversprechende Ansage: Die Geräte sollen leistungsstärker als die aktuellen Konsolen (PS4 und Xbox One) sein – bei vergleichbaren Preisen. Wobei die Summen nach oben hin offen sind, abhängig von den verbauten Komponenten. Einen kleinen Ausblick auf die Designs erhaltet ihr hier.

Virtual Reality

VR ist das große Thema, das auch an Valve nicht vorbeigeht. Bereits auf dem Mobile World Congress in Barcelona gab man die Zusammenarbeit mit HTC bekannt – mit HTC Vive hat man einen waschechten Konkurrenten für Oculus Rift am Start. Dabei soll es nicht bleiben. Mit Lighthouse kommt ein Trackingsystem zum Einsatz, das die Orientierung in den eigenen vier Wänden ermöglicht. Spannend: Fernseher, Smartphones, Eingabegeräte und Headsets können als „Basisstationen“ dienen, um die Position eines VR-Brillen-Nutzers zu bestimmen oder die Größe des Raumes wahrzunehmen.

Lighthouse soll für Hardware-Hersteller gratis angeboten werden, sodass sie die Technologie in ihre Produkte verbauen können. Im Fall von Vive werden wohl zwei Stationen mitgeliefert, die ein Tracking im Raum ermöglichen – ähnlich den Infrarot-LEDs mitsamt Kamera bei Oculus Rift.

Was mich persönlich am meisten überrascht: Polygon, The Verge und Endgadget sind gleichermaßen von Vive und Steam VR angetan. Das weckt meine Neugierde.

Source 2

Und nicht irrelevant für Entwickler: Valve wird die hauseigene Source 2-Engine kostenlos für Programmierer zur Verfügung stellen. Die Entwicklungsumgebung unterstützt auch Vulkan. Das ist eine Schnittstelle, die künftig mehr aus aktueller Hardware herausholen soll – vergleichbar mit AMDs Mantle oder Microsofts DirectX 12. Es handelt sich um den OpenGL-Nachfolger, der bisher unter Next Generation OpenGL bekannt war.

Letztlich folgt Valve dem aktuellen Trend. Denn auch Epic Games „verschenkt“ die Unreal Engine 4, Unity 5.0 wird von den Verantwortlichen auch kostenlos angeboten. Finanziert werden die Engines über Lizenz-Gebühren, die abhängig von Verkaufserlösen der daraus resultierenden Spiele sind. Man geht eben mit der Zeit.

Wozu das alles?

Für mich klingt das alles nach einem konkreten Plan: Die Steam Machines erzeugen die virtuellen Welten, der Steam Controller dient der Steuerung, Lighthouse sorgt für schnelles Tracking und die VR-Brille von HTC ermöglicht das Abtauchen in fiktive Szenarien – passt alles prima zusammen. Steam Link ist eine praktische Lösung, um dem guten, alten PC im Arbeitszimmer zu lassen, gezockt wird im Wohnzimmer. Weg von dem Ansatz der dunkeln Zockerbude – weiter hin zu Home-Entertainment mit VR. Ob das letztlich alles so überzeugend wird, wie sich das Valve vorstellt? Das muss sich zeigen. Im Zweifel haut man eben doch „Half-Life 3“ für VR heraus…