VirtualVizor

Das ist wohl eine der verrücktesten VR-Brillen!

24. November 2015 • 8:35 Uhr

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Ja, das sieht schräg aus. (Foto: Can Ansay)

Der VirtualVizor ist zweifelsohne die kurioseste VR-Brille der letzten Zeit. Das Klapp-Gerät wird an einem Baseball-Cap montiert.

Die Idee von VirtualVizor stammt von dem Rechtsanwalt Can Ansay, der mir seine Erfindung auf dem LVL UP-Event vergangene Woche präsentierte. Die Besonderheit der Apparatur ist offensichtlich: Zwei Linsen für die Augen werden über eine klappbare Schiebe-Konstruktion an ein Basecap angebracht, hinter diesen befestigt ihr euer Smartphone. Aufgesetzt sieht das alles ziemlich seltsam aus, zudem müsst ihr doch recht lange „justieren“, bis die Mütze sitzt und sich die Linsen in der richtigen Position befinden.

Direkt an der Mütze angebracht. Ihr könnt die Linsen auch entfernen. (Foto: Can Ansay)
Direkt an der Mütze angebracht. Ihr könnt die Linsen auch entfernen. (Foto: Can Ansay)

Smartphone als Technik

Aber: Habt ihr den VirtualVizor richtig eingestellt, entsteht tatsächlich ein sehr gutes Gefühl, was an den großen 50mm-Linsen mit ihrer hohen Brennweite (63mm) liegt. Zusätzlich behaltet ihr die Umwelt im Auge und könnt eure Finger benutzen, um auf dem Touchscreen des Mobiltelefons Optionen auszuwählen. Ebenfalls ist eine vorhandene Brille kein Hinderniss. Und möchtet ihr euch nicht ablenken lassen, zieht ihr ein Stück Stoff, einen sogenannten Shader, über das Basecap.

Linsen, Basecap, Smartphone. (Foto: Can Ansay)
Linsen, Basecap, Smartphone. (Foto: Can Ansay)

Bei meinem Test war ich durchaus positiv überrascht, zum Einsatz kam die App „Bombsquad“ auf einem Android-Smartphone, das sehr gut ein räumliches Gefühl vermittelte. Dank der einfachen Struktur eignen sich für VirtualVizor eigentlich alle Apps, die auf Virtual Reality oder 360-Grad-Darstellung (auch YouTube, 3D-Foto-Anwendungen etc.) ausgelegt sind. Im Grunde wird indirekt sogar Google Cardboard unterstützt, obwohl kein magnetischer Schalter existiert. Dafür könnt ihr allerdings euren Finger nehmen.

Jetzt wird es aber albern... (Foto: Can Ansay)
Jetzt wird es aber albern… (Foto: Can Ansay)

Interessant ebenfalls: Wenn ihr wollt, müsst ihr nicht die wenig attraktive VirtualVizor-Mütze verwenden, ein DIY-Bausatz ermöglicht das Anbringen an normale Basecaps. Dafür schraubt ihr eine kaum sichtbare Plastikschiene auf die Unterseite des Caps. In diese schiebt ihr das eigentliche Gerät mit den Linsen, was man eingeklappt durchaus in der Hosentasche bei sich tragen kann. Ein optionaler Bluetooth-Controller ist ebenfalls erhältlich bzw. kann verwendet werden.

Relativ teuer

Zugegeben: VirtualVizor ist ein freakiges Gadget. Und ich finde es mutig vom Erfinder, dass er für dieses Gerät seinen Job aufgeben möchte. Seine Schöpfung entstand zum Teil im 3D-Drucker, auf der furchtbaren Webseite könnt ihr das gute Stück bestellen – alternativ auch bei eBay oder beim Hamburger Händler Game Castle.

Preislich geht es bei knapp 30 Euro los – und das ist wohl der Punkt. Letztlich erfüllt VirtualVizor ähnliche Zwecke wie eine Cardboard-Brille, die ihr auch zusammenfalten könnt. Dass ihr hier die Hände frei habt, ist zwar sinnvoll – aber im Alltag wirkt die Verwendung doch ziemlich nerdig. Das ändert nichts an der gar nicht mal so üblen, wenn auch schrägen Idee. Denn bei meinen ersten Versuchen klappte VirtualVizor gut.

Weitere Fakten bekommt ihr unter VirtualVizor.com.

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