Windows Holographic

Microsofts Vorstellung von der Zukunft mit VR und AR

1. Juni 2016 • 13:56 Uhr

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Egal, was Hersteller für AR/VR produzieren - Microsoft möchte dabei sein. (Foto: MSI)

So mancher schreibt Microsoft bereits ab – auch dank des mäßigen Erfolgs der Xbox One und des floppenden Smartphone-Geschäfts. Doch mit cleveren Ansätzen möchte man Virtual Reality und Augmented Reality vereinen. So sieht man in Redmond die Zukunft.

Auf der diesjährigen Computex, der größten IT-Messe Asiens, deutete Microsoft den bereits eingeschlagenen Weg an. So wird Windows 10 auch im Bereich AR und VR von wesentlicher Bedeutung sein, genauer die eigene Plattform Windows Holographic. Diese eignet sich für AR-Brillen wie Hololens genauso wie beispielsweise für aktuelle und kommende VR-Brillen. Das heißt konkret: Microsoft konzentriert sich auf die Software, während Hardware-Hersteller ihre Brillen-Lösungen produzieren. Im gleichen Kosmos sind beispieltsweise HTC Vive und Hololens keine Konkurrenz mehr, ganz im Gegenteil. Sie harmonieren miteinander, greifen auf die gleichen (Windows-)Anwendungen zu und erzeugen abhängig vom Wunsch des Nutzers fremde Welten (VR) oder erweitern die Realität (AR).

Ein Beispiel, wie sich das Microsoft vorstellt, zeigt ein Video ganz gut. Zu sehen ist hier unter anderem eine HTC Vive.

Wie geht es weiter?

Vielversprechend sind meiner Auffassung nach die Visionen: Bis 2020 erwartet Microsoft über 80 Millionen AR- und VR- Geräte, die Menschen daheim und womöglich unterweg verwenden. Und mit dabei ist Windows Holographic. Die Basis ist ein angepasstes Windows 10. Dass man in Redmond mit VR experimentiert, ist seit Hololens nicht neu. Ebenfalls kursieren aktuell Gerüchte, eine VR-Brille für die Xbox One könnte bald angekündigt werden. Doch letztlich hieß es schon vor Monaten, dass man selbst keine solche Peripherie bauen werde. Der Fokus liege, und das wird zunehmend deutlicher, auf der Software. So geht man davon aus, dass es auch dank Windows 10 bald möglich ist, AR/VR-Headsets so einfach und unkompliziert anzuschließen wie heutzutage einen Drucker.

Dass die HTC Vive in oben eingebettetem Video gezeigt wird und die derzeitigen Spekulationen vermuten lassen, dass man mit Oculus VR zusammenarbeiten könnte, hinterlassen einen positiven Eindruck. Windows Holographic könnte perspektivisch der Standard werden, den sich Nutzer und Entwickler wünschen – man denke hier nur an den Ärger zwischen Oculus VR und HTC bzgl. der Verwendung von VR-Inhalten. Das hält den Fortschritt auf. Dennoch oder gerade deshalb hofft unter anderem Microsofts VR-Experte Alex Kipman, dass sogar erste Geräte, die auf Windows Holographic setzen, in den nächsten Monaten vorgestellt werden könnten – von Hardware-Partnern.

Am Schluss ist vermutlich egal, ob AR oder VR. (Foto: Microsoft)
Am Schluss ist vermutlich egal, ob AR oder VR. (Foto: Microsoft)

Mixed Reality die Zukunft?

Für Microsoft scheint die Zukunft in Mixed Reality zu liegen. Die Verschmelzung aus echter und fiktiver Realität, aus VR und AR – das wird Hololens bieten. Aber wenn’s „nur“ das eine oder andere wird, ist man gewappnet. Die eigene Brille wird vermutlich noch eins, eher zwei Jährchen bis zur Serienreife benötigen, den Weg zum Massenmarkt ebnen bis dahin andere Hersteller mit ihren Brillen, Rechnern und Gadgets. Laut Engadget arbeitet man bereits jetzt mit HTC, AMD, Intel, Qualcomm, Acer, ASUS, Dell, Falcon Northwest, HP, Lenovo, MSI und anderen Firmen zusammen – damit deckt man schon etliche Segmente ab, darunter auch den mobilen Sektor, Desktop-Systeme und Zubehör. Dass Microsofts Partner ebenfalls auf die Features von Hololens zugreifen können, macht es noch weiter spannend. Was neuerdings möglich ist, zeigt ein weiteres Video vom Hololens-Mai-Update…

Ich bin davon überzeugt: Mit den richtigen Ideen und einem Standard kann Microsoft in den Bereichen VR und AR erfolgreich Fuß fassen, was die Akzeptanz bei Konsumenten sicherlich gravierend erhöhen würde. Irgendwann dürfte Windows 10 von Haus aus alles mitbringen, was wir für das Erleben in digitalen Szenarien brauchen. In eine ähnliche Richtung schielt gewiss nicht zufällig Google mit Daydream, das fester Bestandteil von Android N wird. Wer wohl das Rennen macht?

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