WowWee Robosapien X

Was für eine Krachmaschine! Der Roboter im Praxistest!

1. Dezember 2015 • 8:44 Uhr

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Das ist alles drin. (Foto: GamingGadgets.de)

Er ist groß, schwer und möchte ein intelligenter Spaß für Groß und Klein sein. Doch taugt der Roboter Robosapien X von WowWee etwas? Der Praxistest.

Als anerkannter Roboterexperte von GamingGadgets.de war ich sehr erfreut, als Sven mich fragte, ob ich den Robosapien X von WowWee testen möchte. Die Verpackung ist riesig, aber mit seiner Höhe von fast 45 Zentimetern und einem Gewicht von etwas über 2kg (knapp 3kg, wenn man die Verpackung mitrechnet) ist der Robosapien X auch eine imposante Erscheinung. Enthalten sind der Roboter, Anleitungen in vier verschiedenen Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch und Niederländisch), die Fernbedienung, der Infrarotdongle für die Steuerung über die kostenlose App und ein Plastikbecher.

Los geht’s

Erst einmal muss man sich um die Energieversorgung von Roboter und Fernbedienung kümmern. Dazu werden jeweils zwei D-Batterien in die Füße (das Fach muss mit einem recht flachen Kreuzschlitz-Schraubendreher aufgeschraubt werden) und drei AA-Batterien in die Fernbedienung (auch hier ist ein Kreuzschlitz nötig) gesteckt. Dann kann der Robosapien X an einem Schalter auf dem Rücken erweckt werden.

Der Robosapien X beim Aufwachen. Mehr auf GamingGadgets.de

Ein von Oliver H. (@hamrath) gepostetes Video am

Und „Erwecken“ ist das passende Wort. Er gähnt, streckt die Arme weit von sich, bewegt die Beine etwas und… pupst. Ja, richtig gelesen. Der Robosapien X lässt einen lauten Pups von sich und entschuldigt sich dann für sein Fehlverhalten. Auch Rülpsen und Pfeifen gehört zu seinem Repertoire. Das könnte man sicherlich als lustig bezeichnen, würde der Sound nicht so scheppernd klingen. Und das ist leider der erste Kritikpunkt meinerseits. Es besteht keine Möglichkeit, die Lautstärke der internen Speaker einzustellen. Der Robosapien X  ist wirklich unangenehm laut.

Umfangreiche Fernbedienung

Mit der Fernbedienung steuert ihr den Robosapien X. Diese ist mit 20 Tasten üppig belegt. Fast alle Tasten besitzen drei verschiedene Funktionen, die auf Tastendruck geändert werden. Ob ein Achtjähriger (so die Mindestempfehlung des Herstellers) mit dieser Fülle klarkommt, darf bezweifelt werden, da muss sicherlich auch der Papa oder die Mama mal ran. Die Verbindung erfolgt über Infrarot, weshalb ihr die Remote immer in Richtung des Roboters halten müsst. Über den mitgelieferten Dongle lässt sich der Robosapien X auch über das Smartphone steuern. Die App gibt es für Android und iOS, und sie scheint mir etwas logischer aufgebaut zu sein als die reguläre Fernbedienung. Leider konnte ich sie nicht testen, da mein Android-Smartphone anscheinend nicht kompatibel war.

Erstaunlich großes Monstrum. (Foto: GamingGadgets.de)
Erstaunlich großes Monstrum. (Foto: GamingGadgets.de)

Der Robosapien X läuft vorwärts, rückwärts und dreht sich in die angegebene Richtung. Bei den Standardbewegungen reicht ein Druck auf die die jeweilige Taste und der Roboter läuft los, bis man die Stopp-Taste drückt oder er irgendwo gegen stößt. Außerdem kontrolliert ihr auf Wunsch die Arme und Hände. Die Arme können gehoben und gedreht werden, die Finger lassen sich öffnen. Feinmotorige Bewegungen sind aber nicht möglich. Hebt ihr beispielsweise den Arm, geht das nur in vier Stellungen. Die schweren Arme können manche Positionen nicht halten und rutschen mit einem knarzenden Geräusch nach unten. Auch hält der Roboter die Position nicht, das Aufheben von Gegenständen ist daher nicht möglich, sofern man nicht den Befehl für „Aufheben“ auswählt (2x Select, dann die „Pick up“-Taste drücken). Wirklich überzeugend funktioniert das nicht. Der Kopf selbst lässt sich übrigens nicht steuern, er dreht sich jeweils in die Richtung des Arms, der gehoben wird.

Durch Sensoren erkennt der Robosapien X, ob er irgendwo gegen gestoßen ist. Dann stoppt er mit einem lauten „Autsch!“. Diese Sensoren sind aber sehr großzügig eingestellt. Stoßen die Hände beim Laufen gegen den Boden (was je nach Position der Arme möglich ist), stoppt der Roboter ebenfalls.

Fazit: Nicht der Hit

Wirklich Spaß bereitet mir der Robosapien X nicht. Seine Bewegungs- und Interaktionsmöglichkeiten sind sehr eingeschränkt. Irgendwie fehlen mir die Möglichkeiten der Interaktion mit der Welt – das Aufheben von Gegenständen zum Beispiel. Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Kind Spaß mit ihm hat. Das martialische Aussehen und kleine Spielereien wie die Pupsgeräusche werden sicherlich für den ein oder anderen Lacher sorgen. Damit auch Erwachsene Gefallen am Robosapien X haben, sollten aber bessere Bewegungen möglich sein. Der Preis von knapp 100€ ist trotz der Mängel durchaus angemessen, wenn man keinen vollwertigen Roboter erwartet.

Über Dongle ist eine Smartphone-Steuerung möglich. (Foto: WowWee)
Über Dongle ist eine Smartphone-Steuerung möglich. (Foto: WowWee)

Weitere Details erhaltet ihr auf der Hersteller-Webseite, bei Amazon ist der Robosapien X ebenfalls erhältlich.

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Über Oliver

Extremsportler, Multimilliardär, Feingeist. All das beschreibt Oliver treffend und kratzt trotzdem nur an der Oberfläche. Mit 3 Jahren hat er einen ausgewachsenen Elefanten, der eine Waisenschule zu überrennen drohte, mit bloßen Händen gestoppt. Im Alter von 13 erfand Oliver eine Nussnougatcreme, die seitdem von der US-Regierung unter Verschluss gehalten wird, weil sie auch als hypereffizienter Raketentreibstoff genutzt werden kann. Zum Ausgleich zu seiner Geheimagententätigkeit schreibt Oliver für GamingGadgets.de.


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3 Kommentare

  1. Val am

    Danke für den anschaulichen Bericht. Jetzt kann man sich das Teil auch vorstellen ohne Youtube zu schauen. Gibt es auch eine alternative Kaufempfehlung?

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    • Sven am

      Danke. Was suchst du denn konkret? Also welche Funktionen wären dir wichtig?

      Antworten

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