A Plague Tale: Requiem Review – Ein würdiger Nachfolger?

Der Vorgänger, A Plague Tale: Innocence, hat als erstes vollwertiges Spiel des Entwicklerstudios Asobo alle positiv überrascht. Mit der jungen Protagonistin Amicia und ihrem kleinen Bruder Hugo bahnten wir uns den Weg durch ein, von gefährlichen Ratten geplagtes Frankreich.

Auch wenn am Ende alles in Ordnung zu sein schien, ist die Gefahr noch nicht vorüber. Im neuen Teil, A Plague Tale: Requiem, müssen wir uns erneut durch die große Rattenplage kämpfen, während wir nach einer Heilung für unseren kranken Bruder suchen.

Ich durfte den Titel bereits durchspielen und erzähle euch heute, pünktlich zum Release, was ich vom Nachfolger einer der größten Überraschungstitel der letzten Jahre halte.

Vorab gibt es hier schon mal den offiziellen Launch Trailer:

Die „Makula“ ist zurück:

Ein allzu großer Spoiler sollte das nun nicht sein, ohne die Ratten gäbe es immerhin kein Plague Tale. Und ohne Hugo und seine Krankheit „Makula“ gäbe es eben keine Ratten.

Zu Beginn von Requiem ist erst mal, sowie auch beim Ende vom Vorgänger alles Friede, Freude, Eierkuchen. Gemeinsam mit unserem Bruder und dem jungen Lucas tollen wir über blumige Felder und spielen Verstecken. Später geht es auf einen fröhlichen Markt, mit viel Musik, leckerem Essen und quietschfidelen Bewohnern. Von der Pest, der Dunkelheit und der blutigen Atmosphäre des Vorgängers ist hier erst einmal keine Spur.

Die Menschen feiern, als hätte es die schlimme Pest und die vielen Opfer niemals gegeben.

Doch so rosig bleibt es natürlich nicht allzu lang. Hugo wird mehrfach von Visionen geplagt. Ein Vorzeichen für die erneute Ausbreitung seiner mysteriösen Krankheit.

Auf der Suche nach jemandem, der sich mit der „Makula“ auskennt und Hugo helfen kann, erkennen wir bereits die ersten Auswirkungen auf unser Umfeld. Von blumig, bunt und fröhlich ist keine Spur mehr. Zerfressene Leichen pflastern unseren Weg und wir treffen auf die ersten hungrigen Rattenschwärme.

Bis zu 300,000 Ratten können gleichzeitig auf dem Bildschirm dargestellt werden.

Ab diesem Moment beginnt ein erneutes Rennen gegen die Zeit. Hugos Krankheit muss endlich aufgehalten werden, um ihn und auch alle anderen um ihn herum zu schützen.

Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Die, über 17 Kapitel lange Story ist spannend und in Teilen sehr emotional. Etwas konkretes vorwegzunehmen wäre wirklich nicht fair von mir. Zwischen 15 und 20 Stunden braucht es, um sich durch die Geschichte zu spielen.

Die Charaktere wirken noch echter und tiefer als im Vorgänger, was eine noch bessere Bindung schafft und dafür sorgt, dass man jederzeit wissen möchte, wie es weitergeht.

Verbesserungen an allen Ecken und Enden:

Wie auch schon beim ersten Teil, handelt es sich bei A Plague Tale: Requiem hauptsächlich um ein Stealth-Game, dass hier und da ein paar Rätsel in den Ablauf mischt. Im Spiel erwarten uns nicht nur die gefährlichen Ratten. Wir müssen uns zudem vor Wachen und anderen menschlichen Gegnern in Acht nehmen, die wir uns zu Feinden gemacht haben.

Ein großes Manko vom Vorgänger war dabei oftmals die KI. Gegner konnten Amicia mit nur einem Schlag ausschalten, ansonsten wirkten sie relativ hohl und leblos. Das hat sich sehr zum Positiven geändert. Die Gegner wirken echter und können diesmal auch Mauern hochklettern, kleinere Hindernisse überwinden und das Gras anzünden, in dem sich unsere Protagonisten zu verstecken versuchen.

Um Amicia zu Fall zu bringen, braucht es jetzt 2 gegnerische Attacken, was uns diesmal die Möglichkeit gibt, kleinere Fehler zu korrigieren. Herausfordernd sind die Schleichpassagen allerdings immer noch, etwas, dass ich jedoch positiv betrachte, da der Schwierigkeitsgrad den gewissen Kick in das meist eher ruhige Spiel bringt. Ohne ein echtes Gefühl von Gefahr wäre das Spiel in meinen Augen nur halb so gut.

Die Gegner sind diesmal klüger, was das Spiel nicht einfacher macht.

Doch nicht nur die Gegner haben dazugelernt, auch Amicia kann jetzt mehr. Sie klettert schneller, kann sich unter Tischen und Betten verstecken und erhält neue tödliche Waffen, die es einem teils sogar ermöglichen auf das Schleichen zu verzichten. Ein weiterer Pluspunkt, wenn man es durch meine Augen betrachtet, da ich nicht nur im echten Leben ein ziemlicher Trampel bin. Ich persönlich finde es beruhigend, wenn die Versteckspiele in vielen Momenten des Spiels nur noch optional sind.

Fähigkeiten erhält und verbessert Amicia diesmal mit der Zeit automatisch. Was gelevelt wird, hängt von eurem Spielstil ab. Seid ihr eher der vorsichtige Typ, werdet ihr wahrscheinlich erst einmal die Schleich-Fähigkeiten verbessern. Ein aggressiver Spieler, wie ich, levelt sich automatisch schneller beim Waffenschaden hoch.

Je nach persönlichem Spielstil, wird sich Amicia weiterentwickeln.

Bis auf Amicia, bekommt ihr insgesamt noch 4 weitere Gefährten an eure Seite gestellt, die ebenfalls alle besondere und vor allem hilfreiche Fähigkeiten besitzen. Ihr könnt euren Gefährten befehlen, diese Fähigkeiten nach eurem Ermessen anzuwenden. Natürlich gehört auch Hugo wieder dazu, der auch diesmal wieder ganze Rattenschwärme kontrollieren kann.

Die Ratten sind bedrohlicher und zahlreicher als je zuvor. Solange Hugo nicht mit von der Partie ist, müssen wir uns erneut mit Feuer und anderen Lichtquellen vor ihnen schützen. Diese Sequenzen sind meiner Meinung nach besonders clever gemacht und erfordern taktisches Nachdenken, vor allem, wenn sich zwischen den Ratten, mit Fackeln bewaffnete, Wachen aufhalten.

Für die Rätsel braucht man auch diesmal keinen besonders hohen IQ, was ich etwas schade finde. Im Endeffekt sorgen die Rätselpassagen nur für ruhige Momente zum durchatmen, bevor die nächste Gegnergruppe auf einen wartet. Da hätte ich mir etwas mehr Raffinesse gewünscht.

Sammler dürfen sich übrigens freuen. Auch diesmal gibt es wieder Collectables. Erinnerungen und bestimmte Blumensorten erfreuen in A Plague Tale: Requiem das Sammlerherz.

Auch diesmal sammelt Amicia Blumen, die ihrem Bruder gefallen könnten und steckt sie sich ins Haar.

Optisch ein Traum:

Auch wenn spielerisch sicher einige etwas zu meckern haben, wie zum Beispiel, dass manche Passagen zu schwer sind oder Rätsel, wie ich finde, zu einfach, so überzeugt jedoch nicht nur die ergreifende Story, sondern vor allem auch die Optik in vollem Maße.

Unfassbar schön. Mehr gibt es zur Szenerie in A Plague Tale: Requiem fast nicht zu sagen.

Gleich zu Anfang wird man bereits von malerischen Landschaften beeindruckt. Doch auch später, in düsteren Abschnitten hilft der teils sehr realistische Look eine gelungen beklemmende Atmosphäre zu schaffen. Besonders toll, ist der Moment, in dem wir mit Amicia und den anderen mit einem Schiff aufs Meer hinaussegeln.

Das Spiel ist wirklich eine absolute Augenweide.

Fazit:

A Plague Tale: Requiem ist nicht nur ein würdiger Nachfolger zu A Plague Tale: Innocence, es macht auch einiges besser als zuvor. Bewegungsabläufe fühlen sich realistischer und flüssiger an und die KI ist deutlich klüger geworden.

Obwohl der Vorgänger optisch bereits ganz schön vorgelegt hat, wurde auch in Sachen Grafik nochmal eine ganze Schippe draufgelegt. Es gibt viele Orte, die man einfach nur genießen und in Ruhe aufsaugen möchte. Im Kontrast dazu, sind die düsteren Passagen, verglichen mit anderen Spielen, maximal realistisch und laden sicher nicht zum Verweilen ein.

A Plague Tale kann beides. Wunderschön und beruhigend, sowie beklemmend und düster.

A Plague Tale: Requiem bietet zudem eine spannende und emotionale Story mit interessanten Charakteren, die allerdings nochmal deutlich besser greift, wenn man die Geschichte des ersten Teils kennt. Ohne den Vorgänger zu kennen, gestaltet sich die Bindung an die Hauptcharaktere sonst etwas schwieriger und es fehlen wichtige Einzelheiten, um in die Handlung richtig reinzukommen.

Spielerisch gibt es trotz allen Neuerungen und Verbesserungen immer noch ein paar Makel und Streitpunkte, wie unnötige Rätselpassagen und viel zu schwere Schleich- und Kampf-Abschnitte.

Die positiven Punkte überliegen den negativen allerdings gewaltig, weshalb es von mir eine klare Empfehlung gibt. A Plague Tale: Innocence war bereits ein kleines Meisterwerk und A Plague Tale: Requiem knüpft genau richtig daran an.

  • A Plague Tale: Requiem ist seit heute, dem 18.10.22, offiziell auf dem Markt. Das Action-Adventure gibt es für PS 5, Xbox Series, Nintendo Switch und PC. Das Spiel ist außerdem zurzeit im Xbox GamePass enthalten.
Angebot
A Plague Tale: Requiem (PlayStation 5)
430 Bewertungen
A Plague Tale: Requiem (PlayStation 5)
  • Nachfolger des preisgekrönten "A Plague Tale: Innocence"
  • Eine packende Geschichte von übernatürlichen Kräften
Angebot
A Plague Tale: Requiem (Xbox Series X)
  • Nachfolger des preisgekrönten "A Plague Tale: Innocence"
  • Eine packende Geschichte von übernatürlichen Kräften

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.