Against The Storm Review: Lohnt sich das neue Fantasy-Aufbauspiel?

Nach einem Jahr im Early Access kann das Roguelite-Aufbauspiel Against The Storm von Eremite Games seit Anfang Dezember 2023 endlich als vollwertiger Titel genossen werden. Wer hier jedoch einen gemütlichen City-Builder erwartet, den muss ich gleich enttäuschen. Bei meinem Test hat sich herausgestellt, dass das Game es tatsächlich ganz schön in sich hat und einige Tücken und Hindernisse für uns bereithält. Ob sich der Titel meiner Meinung nach lohnt, verrate ich euch heute.

Vorab gibt es, wie immer, den offiziellen Launch-Trailer für den Ersteindruck:

Ein grausamer Zyklus, der die Welt beherrscht

In Against the Storm dreht sich alles um die Schwelende Stadt und deren Verbrannte Königin. Diese beauftragt uns, einen Statthalter und Pionier, damit, die Stadt und deren Umgebung nach einem furchtbaren Peststurm wieder aufzubauen. Zu diesem Zweck sollen wir die Wildnis nach Ressourcen absuchen.

Gleichzeitig sollen wir aber auch neue Siedlungen schaffen und weitere Anhänger finden, die uns im Kampf gegen den Peststurm helfen und erneut das Überleben der Königin und der Stadtbewohner sichern können. Der Peststurm kommt nämlich immer wieder und zerstört die Welt jedes Mal aufs neue. Der Zyklus des Sturms kann lediglich durch spezielle Siegel herausgezögert werden, die wir ebenfalls in der unbekannten Wildnis entdecken müssen.

Die Story klingt erst einmal ziemlich spannend, flacht aber tatsächlich ganz schnell ab. Das Hauptaugenmerk von Against The Storm ist hier auf jeden Fall das Gameplay, was ihr auch gleich merken werdet.

Überall lauert die Gefahr

Nach Ende eines Sturm-Zyklus senden wir also, im Auftrag der Königin, eine erste Karawane aus, um unbekannte Gebiete neu zu besiedeln. Die jeweiligen Gebiete bringen dabei verschiedene Vorteile sowie Nachteile, die unbedingt beachtet werden sollten. Außerdem ist es wichtig zu wissen, dass uns, je tiefer wir in die unbekannte Welt hervordringen, umso mehr Gefahren begegnen können. Das Leben in der Wildnis ist nämlich alles andere als ein Zuckerschlecken.

Wer gut genug ist, kann eine ziemlich große Map erkunden.

Neben fiesen Monstern und Ressourcenknappheit, müssen wir uns zudem den verschiedenen Jahreszeiten und stetem Regen stellen. Damit uns die nassen Arbeiter beim immerwährenden Regen nicht erfrieren, sollte deshalb immer ein großes Feuer in der Mitte jeder Siedlung brennen, geht es jedoch aus, weil kein Holz mehr zur Verfügung steht, steht es schlecht um die Moral der Arbeiter und alles kann im Nu den Bach runter gehen.

Holz ist allerdings nicht nur eine wichtige Ressource, um das Feuer brennen zu lassen, Gebäude zu erbauen und die Königin zufriedenzustellen, das Roden der Bäume sorgt leider auch dafür, dass uns der Wald immer mehr abstoßen möchte und uns noch mehr Hindernisse in den Weg stellt.

Je mehr wir abholzen, desto mehr wollen uns die Kreaturen des Waldes zusetzen.

Roden müssen wir allerdings nicht nur, wegen der eben erwähnten Nutzen, sondern auch, um tiefer in den Wald hervordringen zu können. Nur so können wir weitere Siedlungen erbauen, was eine größere Sicherheit gegen den Sturm bedeutet und wichtige Siegel erforschen, die den nächsten Zyklus herauszögern. Darüber hinaus verstecken sich in den nebligen Lichtungen, die wir durch das Roden freilegen können aber auch viele spannende Geheimnisse. So gibt es zum Beispiel auch hilfreiche Schatztruhen und alte Ruinen zu entdecken, die wir erkunden können und uns mit raren Ressourcen belohnen. Immer wieder kann sich im Wald aber auch eine neue Aufgabe verstecken, die es in einem gewissen Zeitfenster zu lösen gibt. Schafft man das nicht, darf man sich auf ziemlich negative Konsequenzen gefasst machen.

In der Wildnis lauern viele interessante, aber auch gefährliche Geheimnisse.

Lang lebe die Königin

Wer denkt, dass der letzte Abschnitt meiner Review bereits suggeriert, dass es bei diesem Spiel vieles zu beachten gibt, der kann sich direkt auf noch mehr einstellen. So müssen wir neben allen, bereits erwähnten Problemen, nämlich auch noch dafür sorgen, dass unsere Königin mit unserer Arbeit zufrieden ist. Von ihr bekommen wir nämlich immer wieder neue Missionsziele, die es, möglichst schnell, zu lösen gilt. Mal müssen wir bestimmte Ressourcen finden, mal weitere Lichtungen aufdecken und vieles mehr. Um unseren Fortschritt im Blick zu behalten, steht uns ein blauer Balken zur Verfügung, der unsere erzielten Reputationspunkte darstellt. Doch aufgepasst: der rote Balken gleich daneben spiegelt die Geduld der Königin wieder. Sind wir ihr nicht schnell genug, war es das.

Der Gesandte der Königin bietet uns immer wieder neue Missionen, die es möglichst schnell abzuhaken gilt.

In diesem Sinne kämpfen wir nicht nur gegen die Zeit, im Bezug auf den Sturm-Zyklus, sondern auch stets gegen den Geduldsfaden der Königin.

Unterschiedliche Bedürfnisse, erfordern unterschiedliche Maßnahmen

Neben der „zickigen“ Königin müssen wir uns dann natürlich auch noch um die Zufriedenheit unserer Arbeiter kümmern. Dass es sich bei der Bevölkerung um einen komplett bunten Haufen handelt, macht es uns hier natürlich nicht leichter.

Die Bevölkerung besteht nämlich aus Bibern, Menschen, Echsen, Füchsen und Harpyien, wobei jede Spezies auch ihre eigenen Vorteile mit sich bringt. So haben Biber beispielsweise einen größeren Ertrag beim Holz sammeln und Harpyien haben ein besseres Händchen für die Stoffverarbeitung.

Genauso unterschiedlich wie ihre Fähigkeiten, präsentieren sich allerdings auch die Bedürfnisse der Arbeiter. Menschen benötigen zum Beispiel gesellschaftliche Gebäude, während Biber mehr auf Dinge stehen, mit denen sie ihr Wissen erweitern können und auch bei der Nahrung gibt es unterschiedliche Vorlieben, auf die man stets achten sollte.

In einer speziellen Übersicht können wir die Bedürfnisse der verschiedenen Bewohner im Blick behalten.

Schafft man es nicht, die Arbeiter zufrieden zu halten, verlassen diese die Siedlung oder sterben sogar und das Spiel steht mal wieder auf der Kippe.

Herausfordernd, aber auch verdammt abwechslungsreich!

Ihr merkt also sicher langsam, ich habe am Anfang nicht gelogen. Wer ein gemütliches Aufbauspiel à la Fabledom erwartet hat, muss sich tatsächlich stattdessen auf viele stressige, aber eben auch spannende Momente einlassen, die eure volle Konzentration, Strategie und Köpfchen erfordern. Wem das Ganze allerdings zu stressig wird, kann sich aber auch jederzeit einen anderen, von insgesamt 5 Schwierigkeitsgraden, aussuchen.

Neben der ordentlichen Herausforderung bietet das Spiel aber vor allem eins: sehr viel Abwechslung! Das liegt nicht nur an den vielen Möglichkeiten und Aufgaben, sondern auch daran, dass alle Vorkommnisse und Belohnungen immer dem Zufall unterliegen. Dadurch fühlt sich jedes Durchspielen anders an und sorgt dafür, dass das Spiel auch beim 10. Run noch interessant bleibt.

Nicht verzagen, Belohnung anfragen

Kommt man übrigens gut mit all den bisher erwähnten Strapazen zurecht, wird man aber zum Glück auch immer reich belohnt. Neben wichtigen Ressourcen oder neuen Arbeitern, bekommt man mit der Zeit natürlich auch neue Gebäude-Baupläne zur Verfügung gestellt. Über die neuen Gebäude habe ich mich immer am meisten gefreut. Hierbei muss man sich nur leider immer wieder für nur eines von insgesamt 3 Gebäuden entscheiden. Damit hat die süße Belohnung dann immer auch irgendwie einen sauren Nachgeschmack mit sich bringt.

Je mehr ihr erreicht, desto fortschrittlichere Gebäude schaltet ihr frei.

Gleichzeitig sind auch gescheiterte Durchläufe keine Tränen wert, denn auch die werden euch belohnen. Nach jeder Partie bekommt ihr nämlich Erfahrungspunkte und könnt im Rang aufsteigen. Mit einem neuen Rang gibt es dann auch neue Vorteile. Die machen euch den nächsten Versuch dann gleich schon etwas leichter.

Optik und Sound

Grafisch wird euch Against The Storm wahrscheinlich nicht gerade vom Hocker hauen, dafür vermittelt der Warcraft-ähnliche Look aber zumindest einen gewissen Nostalgiefaktor. Das die Grafik nicht sehr detailliert daherkommt, fällt schnell auf und die Arbeiter könnten zudem etwas lebendiger wirken, statt nur von Punkt A zu Punkt B zu rennen.

Optisch hätte etwas mehr drin sein dürfen.

Der Sound macht hier, meiner Meinung nach, allerdings einiges wieder wett, da die Mischung aus prasselndem Regen und gemütlicher Musik dann nämlich doch noch irgendwie ein stimmiges Gesamtbild abgibt. Die große Stärke liegt hier aber, wie bereits am Anfang erwähnt, ganz klar beim Gameplay.

Zitat

Against The Storm ist ein fantastisches, herausforderndes und besonders abwechslungsreiches Roguelite-Aufbauspiel, dass sich vor allem eingefleischte Warcraft-Fans unbedingt mal ansehen sollten.

Das die Story stark beginnt, aber dann auch wieder genauso stark abflacht und die Grafik nicht ganz so detailliert und liebevoll gestaltet wurde, wie man es eigentlich mittlerweile von solchen Titeln erwartet, ist am Ende tatsächlich sehr leicht zu verzeihen.Das Gameplay, bei dem man stets überrascht wird und immer wieder um die Ecke denken muss, trägt den Titel ganz easy auf seinen starken Schultern und sorgt für stundenlangen Spielspaß.

Das großartige Aufbauspiel Against The Storm hat am 08. Dezember 2023 die Early-Access-Phase verlassen und wurde offiziell für den PC veröffentlicht. Der Titel steht euch unter anderem auch im Xbox Game Pass zur Verfügung.

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