Atari VCS

Weit mehr als nur eine Retro-Konsole

31. Mai 2018 • 11:30 Uhr

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Werdet ihr euch ein Atari VCS zulegen? (Foto: Atari)

Innerhalb nur weniger Stunden entwickelt sich das Atari VCS auf Indiegogo zu einem riesigen Hit. Wieso? Weil die Retro-Konsole einiges zu bieten hat.

Nach zahllosen Ankündigungen und Andeutungen ist die Crowdfunding-Kampagne für das Atari VCS nun gestartet. Die Neuauflage der legendären 8bit-Konsole ist zugleich eine Hommage an das Original, im Inneren steckt aber auch moderne Technik.

Mit oder ohne Holz. (Foto: Atari)
Mit oder ohne Holz. (Foto: Atari)

Das steckt im Atari VCS

Zum Einsatz kommt ein von AMD gefertigter Chip basierend auf dem Bristol Ridge A10 (CPU) und der Radeon R7 (GPU) – vermutlich ein A10 der 7. Generation wie die 9700er APU. Das ist, rein bezogen auf PC-Hardware, natürlich nicht allzu viel, zumal nur 4GB DDR4 RAM und 32GB eMMC-Speicher zur Verfügung stehen. Hinzu gesellen sich Bluetooth 5.0, Gigabit Ethernet, 4x USB 3.0, HDMI 2.0-Port und 2,4/5GHz WIFI. Als Betriebssystem setzt Atari auf eine Linux-Distribution basierend auf Ubuntu (Linux Kernel 4.10).

Rundumblick. (Foto: Atari)
Rundumblick. (Foto: Atari)

Persönlich denke ich aber, dass eine Spielkonsole mit diesen Parametern stark genug ist, um ein qualitativ hochwertiges Erlebnis auf die HDTVs dieser Welt zu bringen. Klar, Xbox One und PS4 sind trotz ihres Alters sehr viel potenter, das Atari VCS sieht sich allerdings als eine neue Retro-Konsole. Auf der zockt ihr einerseits alte Klassiker, genauso zahllose PC-Titel unabhängiger Studies. Die Hardware soll also eine Anlaufstelle für Indie-Games werden, die nicht die besten Grafikkarten voraussettzen. Völlig neu entworfene Retro-Spiele wie zum Beispiel das frisch angekündigte „Tempest 4000“ werden folgen. Einige bekanntere Studios wie Eden Games, Playmagic, Petroglyph oder Llamasoft haben ihre Unterstützung angekündigt.

Streaming-Player und mehr

Das Atari VCS fühlt sich daheim im Wohnzimmer besonders wohl. Ihr sollt eure Streaming-Dienste (Netflix, Spotify, Web-Browser etc.) wie gewohnt verwenden, euch in der von Atari gestalteten Online-Community austoben (hier ist ein kostenpflichtiger Abo-Dienst angedacht), Sprachsteuerung zum Navigieren oder gar Kontrollieren des Smart Homes verwenden und im integrierten Shopsystem neue Inhalte erwerben. Ich finde, dass das nicht übel klingt.

Zugleich ist das Atari VCS eine Liebeserklärung an die früheren Tage. Das erkennt ihr bereits an dem Design der Konsole und der Tatsache, dass neben einem modernen Controller im Stil eines Xbox-Gamepads ein klassischer Joystick angeboten wird. Dieser wurde ordentlich modernisiert und dient als Eingabegerät sowie Fernbedienung gleichermaßen. Die LED-Effekte finde ich schon ganz cool.

Alternativ steckt ihr vorhandenes PC-Zubehör an, darunter Mäuse, Tastaturen, Webcams, Mikrofone, andere Controller (Bluetooth oder USB) und Kopfhörer.

Auf Erfolgskurs

Klar: Das Atari VCS möchte nicht direkt mit den Konsolen-Platzhirschen konkurrieren. Vielmehr sehen die Verantwortlichen ein Nischenprodukt für die mittlerweile doch recht große Retro-Community. Die wird im besten Fall mit einer interessanten und vor allem für Entwickler (und Spieler) offenen Plattform bedient. Ihr könnt sogar eure bei Steam erworbenen Spiele auf dem Atari VCS einsetzen, sofern die Hardwareanforderungen passen.

Preislich finde ich das Atari VCS gar nicht mal so happig: Ab 199 US-Dollar plus Versandkosten könnt ihr euch ein Exemplar der Onyx-Konsole sichern, wenn ihr bei Indiegogo eurer Geld vorschießt. Ab Juli 2019 könnte die Auslieferung beginnen.

Eine Collector’s Edition mit Holzfront, Joystick und Controller gibt’s übrigens für 339 US-Dollar. Verlockend, oder? Zumindest kamen bei Indiegogo schon über zwei Millionen US-Dollar zusammen. Das Interesse scheint überraschend groß zu sein. Aber das war bei der Ouya damals ebenfalls so…

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Atari VCS: Weit mehr als nur eine Retro-Konsole
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Atari VCS: Weit mehr als nur eine Retro-Konsole
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Innerhalb nur weniger Stunden entwickelt sich das Atari VCS auf Indiegogo zu einem riesigen Hit. Wieso? Weil die Retro-Konsole einiges zu bieten hat.
Sven Wernicke
GamingGadgets.de
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