Burkhard Blienert fordert mehr Suchtprävention und Werbeverbot im Glücksspiel-Sektor

Burkhard Blienert (Drogenbeauftragter der Bundesregiesrung) hat mehr Suchtprävention gefordert, um besonders Jugendliche vor den Gefahren des Glücksspiels zu schützen. Blienert sieht besonders die einzelnen Bundesländer in der Pflicht. In diesem Zusammenhang kritisierte er vor allem die TV-Werbung für Online Casinos und Sportwetten.

Laut Blienert würde hierdurch suggeriert werden, dass Wetten das schnelle Geld versprechen. Außerdem kritisierte er stark, dass die Gefahren des Glücksspiels durch die Werbeeinspieler häufig stark verharmlost werden würden.

Blienert fordert stärkere Kontrolle des Marktes um den Jugendschutz zu gewährleisten

Blienert gab an, dass der Markt stärker kontrolliert werden müsse. Besonders kritisch sieht der Bundesdrogenbeauftragte die Fernsehwerbung im Bereich Glücksspiel, die nicht nur die Top Online Casinos, sondern auch die Sportwettenanbieter mit deutscher Lizenz betrifft. Er wies zudem auf die steigenden Fallzahlen an Jugendlichen mit Glücksspielproblemen hin.

Jugendliche würden zudem nicht ausreichend auf die Gefahren des Online Glücksspiels hingewiesen werden. Blienert hält es für unhaltbar, dass keine Fußballübertragung ohne Glücksspielwerbung stattfinde. Jugendliche und Spieler mit einem problematischen Spielverhalten könnten somit deutlich leichter in eine Spielsucht abrutschen.

Weiterhin forderte er, Werbung für Casinos und Sportwetten grundsätzlich erst ab 23:00 Uhr zu erlauben. Zudem appellierte er an die Vereine, nach Möglichkeit auf Glücksspielsponsoren zu verzichten, um kein falsches Bild zu vermitteln.

Blienert äußerte sich in der jüngeren Vergangenheit ebenfalls negativ zu den sogenannten Lootboxen, durch die sich Spieler einen käuflichen Vorteil in einem PC-Spiel verschaffen können. 

Dies würde besonders Jugendliche dazu verführen, verstärkt Geld einzuzahlen und sich in finanzielle Schwierigkeiten zu begeben. Da der Gewinn aus den Lootboxen dem Zufall überlassen ist, handele es sich hierbei ebenfalls um Glücksspiel.

Bundesländer weisen Kritik und Vorwürfe von Blienert zurück

Die Verantwortlichen der Bundesländer wiesen die Vorwürfe von Blienert allerdings umgehend zurück. Man könne es nicht nachvollziehen, dass der Bundesdrogenbeauftragte den Bundesländern ein Totalversagen im Bereich der Spielsuchtprävention vorwerfe. 

Oliver Schenk (Staatspräsident von Sachen) konterte Blienerts Kritik mit deutlichen Worten. Er bezeichnete Blienerts Forderungen sogar als übergriffig gegenüber den Bürgern, die auch im Bereich Glücksspiel ein Selbstbestimmungsrecht hätten. Zudem wies er darauf hin, dass besonders den privaten Fernsehsendern durch ein Verbot von Glücksspielwerbung, eine wichtige Einnahmequelle gestrichen würde.

Ein Verbot und übertriebene Regulierungen des Marktes könnten außerdem dazu führen, dass sich mehr Spieler von den in Deutschland lizenzierten Buchmachern und Casinos abwenden. Aus diesem Grund müsse ein guter Mittelweg gefunden werden, um das Angebot auch nach wie vor attraktiv zu gestalten. Durch überzogene Maßnahmen könnte nämlich genau das Gegenteil bewirkt werden. 

Durch die Regelungen des deutschen Glücksspielstaatsvertrages aus dem Jahr 2021 müssen Spieler in Deutschland bereits starke Einschränkungen hinnehmen. In Online Casinos mit deutscher Konzession stehen beispielsweise keine Online Slots mit schnellen Turbo-Spins mehr zur Verfügung. Spieler sollen laut Gesetzgeber durch den Turbo-Modus deutlich schneller die Kontrolle über ihr eigenes Spielverhalten verlieren. Daher muss zwischen den Spins an den Online-Spielautomaten in deutschen Online Casinos eine Zeit von mindestens 5 Sekunden vergehen.

Burkard Blienert: Position und Verantwortung

Burkhard Blienert ist seit 2022 Drogenbeauftragter der deutschen Bundesregierung. Neben dem Bereich Glücksspiel ist er in Deutschland auch für sämtliche Fragen zur Drogen- und Sichtberatung zuständig. In der Zeit von 2013 bis 2017 war Blienert zudem Mitglied des deutschen Bundestages für die SPD. Die Sozialdemokraten vertrat er während seiner Amtszeit auch im Ausschuss bei sämtlichen Gesundheitsfragen.

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