Call of Duty: Modern Warfare 3 (2023) Review: Guter Multiplayer, aber miese Kampagne?

Diesen Monat ist das heißerwartete Call of Duty: Modern Warfare 3 (2023) von Sledgehammer Games erschienen. Ich habe mir für diesen Test extra viel Zeit genommen, um sowohl den Multiplayer-Modus, als auch die Kampagne so ausführlich wie möglich für euch zu analysieren.

Mir wurde die Vault-Edition freundlicherweise kostenlos von Activision zur Verfügung gestellt. Auf meine Meinung zum Spiel hat diese Tatsache natürlich, wie immer, keinen Einfluss.

Meine Meinung zum Multiplayer

Während viele Spieler, mich eingeschlossen, mit Modern Warfare 3 nicht mehr, als einen großen DLC erwartet hatten, der im Großen und Ganzen nicht viel anderes bietet, als die 2019- und 2020-Versionen, war ich nach meinem Test dann doch mehr als positiv überrascht. Das aktuelle Modern Warfare 3 erinnert zwar schon sehr an die 2020-Version, spielt sich aber doch irgendwie deutlich anders und bringt sogar einige wichtige Verbesserungen mit.

Schaut euch, gleich hier, den aktuellsten Trailer an:

Verbesserungen bei der Menü-Übersicht und beim Aufrüsten von Waffen

So wurde zum Beispiel das Menü, bzw. das Interface etwas vereinfacht, wobei ich mich vom Menü und den vielen Einblendungen noch immer etwas erschlagen fühle. Vereinfacht wurde allerdings auch das Aufrüsten der Waffen. Das Leveln und Erhalten von Verbesserungen geht nun deutlich zügiger und ist nicht mehr ganz so frustrierend.

Das Menü ist immer noch ziemlich überladen, aber zumindest etwas übersichtlicher als zuvor.

Besseres Movement

Ebenso zügiger fühlt sich auch der Multiplayer generell an. Die Matches wirken kürzer und effektiver, was unter anderem an den geschmeidigeren Movements liegt. Modern Warfare 3 hat zum Beispiel den Slight Cancel wieder mitgebracht, was schnelle und fiese Manöver enorm erleichtert.

Die Multiplayer-Matches fühlen sich viel flüssiger und schneller an.

Schlechterer Sound

Was allerdings negativ auffällt, ist die Tatsache, dass Schritte kaum noch zu hören sind. Ich hatte selbst mit meinem neusten Razer-Headset große Probleme, die Schritte der Gegner zu lokalisieren, weil der Ton in den Schüssen extrem untergeht. Vor allem im Hardcore-Multiplayer, den ich persönlich am liebsten spiele, fällt dieses Defizit auf. Das hat man in der 2020er-Version deutlich besser hinbekommen.

Viele tolle Spielmodi und Maps

Der Multiplayer bietet gleich 20 verschiedene Maps, von denen eingefleischte Fans ganze 16 aus Modern Warfare 2 wiedererkennen werden. Die Maps sind schön nostalgisch, fühlen sich aber auch gleichzeitig frisch an. Hier wurde nämlich nicht nur an der Grafikschraube gedreht, sondern es wurden auch einige Elemente der Maps, für einen besseren Spielfluss, leicht verändert. Die neuen Maps können sich ebenfalls sehen lassen und passen sehr gut ins Gesamtbild. Pro Season kommen sogar noch weitere hinzu.

Doch der Multiplayer bietet nicht nur viele Maps, sondern auch viele spaßige Modi. Insgesamt gibt es 15 unterschiedliche Modi, in denen ihr euch mit anderen Spielern messen könnt. Dazu gehören unter anderem das klassische Team-Deathmatch, Gun Game und Domination, bei dem die Spieler Checkpoints einnehmen und halten müssen.

Neu ist außerdem der Zombie-Modus, mit der bisher größten Karte. Hier werdet ihr mit einem zusammengestellten Team auf eine große offene Welt losgelassen und müsst bestimmte Missionsziele erfüllen und natürlich ums Überleben kämpfen.

Der Zombie-Modus ist jetzt größer als je zuvor.

Was mich stört

Neben den Sound-Problemen, gibt es eigentlich nur eine weitere Sache, die mich wirklich stört. Modern Warfare 3 bietet erneut einen Battle Pass an. Dies ist zwar mittlerweile bei vielen Spielen Gang und Gebe, wie zum Beispiel bei Fortnite oder Fall Guys, doch darf man nicht vergessen, dass diese Spiele kostenlos sind. In diesem Fall mal einen 10er für den Battle Pass auszugeben, tut also deutlich weniger war, als bei einem 70,00 Euro teuren Spiel wie Call of Duty.

Zudem empfinde ich die einzelnen Skins, die man separat im Shop erhalten kann, viel zu teuer.

Auch Call of Duty: Warfare 3 möchte die Kuh mit einem Battle Pass noch weiter melken.

Zwischen-Fazit zum Multiplayer

Ich habe den Multiplayer ca. 15 Stunden lang getestet und alle Maps sowie Spielmodi ausprobiert und kann sagen, dass ich eine richtig gute Zeit hatte. Die vielen verschiedenen Modi sorgen für ordentlich Abwechslung und machen allesamt richtig Bock. Einzig und allein der Zombie-Modus hat mir nicht ganz so gut gefallen, was tatsächlich an der Größe der Map liegt. Mir gefallen die kurzen Multiplayer-Runden auf den überschaubaren Karten dann doch deutlich besser.

Ganz besonders loben möchte ich hier noch einmal das deutlich flüssigere und bessere Movement, was meine positive Erfahrung mit dem CoD-Multiplayer noch einmal ordentlich angehoben hat.

Der Multiplayer bekommt von mir eine 8,5/10.

Meine Meinung zur Kampagne

Für die Kampagne bringt Sledgehammer Games den altbekannten Ultra-Bösewicht Vladimir Makarov zurück. Dieser befreit sich aus dem Gulag und stellt erneut eine massive Bedrohung für die gesamte Welt dar. Die Task Force 141 mit Simon „Ghost“ Riley und Captain Price, bekommt die Aufgabe, Makarov und seine Armeen zu stoppen.

hier gibt’s den aktuellen Trailer:

Wer sich nun über die Rückkehr des ikonischen Gegenspielers Makarov freut, den muss ich an dieser Stelle leider enttäuschen. Vladimir Makarov wirkt nicht mal ansatzweise so bedrohlich, wie noch in den Vorgängern und löste in mir keinerlei positive Emotionen aus.

Makarov ist leider nicht mehr das, was er mal war.

Auch ist es komisch, dass die Story kaum Bezug auf den Vorgänger vom letzten Jahr nimmt. So arbeitet die Task Force zum Beispiel plötzlich wieder mit jemandem zusammen, der sie eigentlich verraten hatte und es fehlt der neue Operator Alejandro Vargas.

Fühlt sich nicht vollwertig an

Ganz zu Beginn meiner Review hatte ich ja erwähnt, dass die Befürchtung groß war, dass sich das neue MW3 nur wie ein größerer DLC anfühlen könnte. Dies ist zwar beim Multiplayer absolut nicht der Fall, von der Kampagne kann ich das jedoch nicht behaupten. Wer das noch nicht wusste: der neueste Teil war ursprünglich tatsächlich nur als DLC geplant und das merkt man der Kampagne extrem an.

Ganz besonders schade ist hier die Tatsache, dass man dem Spieler so gut wie keine neuen Maps bietet. Während wir in den alten Teilen und auch im Vorgänger noch die halbe Welt bereisen durften, werden dieses Mal fast nur bekannte Warzone-Maps verwendet, die lediglich etwas erweitert wurden. Diese Tatsache bewirkt natürlich, dass es diesmal so gut wie keine „Wow-Momente“ oder Überraschungen gibt. Als jemand, der Warzone viel gezockt hat und deshalb alles schon kannte, empfand ich das Fehlen neuer, spannender Schauplätze hier als besonders enttäuschend.

Irgendwie hat man alles schon einmal gesehen…

Die besten Momente sind daher das Finale in London sowie eine Sequenz im verschneiten Sibirien, da uns diese Maps endlich etwas aus dem bekannten und grauen Standard herausholen.

Langweilige Missionen

Die Kampagne ist insgesamt in 14 Missionen unterteilt, wobei wir in 6 Missionen in den offenen Kampf gehen. Diese Missionen fühlen sich nicht nur „dank“ der bekannten Maps unterwältigend an, sondern auch wegen des bekannten Spielstils aus den DMZ-Einsätzen in Warzone. Auch hier könnt ihr neue Waffen und Ausrüstungsgegenstände finden, müsst in einem relativ offenen Areal von Punkt zu Punkt rennen, um belanglose Aufgaben zu erledigen und nebenbei schießt ihr 0/8/15-Gegner ab.

In den offenen Kampf-Missionen gibt es eigentlich nur generisches Geballer und leicht dämliche Gegner.

Eigentlich soll man in den Missionen eher geheim vorgehen, was erst einmal etwas spannender klingt, aber das ist so gut wie unmöglich, ganz egal über welche Ausrüstungsgegenstände und Gadgets man verfügt. Am Ende endet es immer in einer 0/8/15-Ballerei.

Der Lichtblick

Überraschenderweise sind die restlichen, eher schlauchigen Missions-Levels dann doch deutlich spannender als die offeneren Gebiete. Denn hier wird uns dann auch tatsächlich ein wenig Abwechslung geboten. Ganz besonders sticht dabei die letzte Mission in London hervor, die, wie bereits zuvor erwähnt, auch optisch am spannendsten ist. Hätte das Entwicklerteam etwas weniger recycelt und sich mehr auf tolle Missionen wie das Finale konzentriert, dann hätte ich hier nichts weiter als Lob auszusprechen.

Lob gibt es aber dann doch nur für die wenigen abwechslungsreichen Missionen sowie wenigen neuen Orte und tollen Zwischensequenzen.

Die Zwischensequenzen können auf jeden Fall überzeugen.

Zwischen-Fazit für die Kampagne

Wer sich Call of Duty Modern Warfare 3 hauptsächlich wegen der Kampagne kauft, der wird leider höchstwahrscheinlich sehr enttäuscht sind. Recycling steht hier bei der nur 5 bis 6 Stündigen Kampagne leider ganz besonders großgeschrieben, genauso wie eine 0/8/15-Story, 0/8/15-Geballer und 0/8/15-Missionen. Immer mal wieder kann die Kampagne zwar auch mit Innovation und Spannung glänzen, doch von diesen Momenten gibt es einfach viel zu wenig.

Die Kampagne bekommt von mir leider nur eine 4,5/10. für mich ist sie die schlechteste Kampagne aller CoD-Titel bisher.

Grafik und Performance

Die Grafik ist, vor allem mit einem aktuellen System und Bildschirm mit HDR-Funktion, extrem schick. Ohne HDR-Funktion verliert die Optik allerdings überraschenderweise deutlich an Wert. Sieht zwar immer noch brandaktuell und technisch hochwertig aus, aber wer einmal HDR aktiviert hat, wird bei CoD: Modern Warfare 3 sicher nicht mehr so schnell davon ablassen.

Der Titel bietet tolle Lichteffekte und vor allem auch tolle Effekte beim Kampf, womit das Gemetzel noch einmal deutlich mehr Spaß macht.

Eine der besseren Kampagnen-Missionen zeigt, wie toll der Titel aussieht.

Bei der Performance konnte ich, bis auf ein paar seltene Server-Probleme, die zu unschönen Lags führten, keine Schwierigkeiten feststellen. Sowohl im Multiplayer als auch in der Kampagne fühlt sich das Spiel extrem schnell und flüssig an. Die FPS-Zahl im Multiplayer reichte bei mir tatsächlich meistens bis in die 200er.

Gesamt-Fazit

Mit Call of Duty: Modern Warfare 3 bekommen Spieler einen richtig guten Multiplayer, der eine Menge verschiedener Modi und Maps bietet und seinen Vorgängern nicht nur gerecht wird, sondern sogar einiges besser macht. Der Multiplayer steht also für jede Menge Abwechslung und eine tolle Zeit.

Die Kampagne ist jedoch ein ganz anderes Kaliber. Die ist leider, in meinen Augen, die schlechteste Kampagne, die wir je in dieser Spielereihe zu sehen bekommen haben. Es wurde ohne Ende recycelt und ist insgesamt eine 0/8/15-Erfahrung, in der die wenigen innovativen und spannenden Momente extrem untergehen. Die Kampagne steht somit für Langeweile und Enttäuschung.

Berücksichtige ich also alle Komponenten, die Call of Duty: Modern Warfare 3 zu bieten hat, so komme ich, aufgrund seiner großen Schwäche, der Kampagne, bei meiner Gesamt-Wertung nur auf eine 6,5/10.

Es ist also klar: Wer Bock auf einen richtig guten Multiplayer hat, der sollte, ohne Zweifel, unbedingt zuschlagen. Wer mehr für die Singleplayer-Erfahrung ist, sollte hingegen lieber die Finger davon lassen!

  • Call of Duty: Modern Warfare 3 ist am 10. November 2023 (ca. 12 Jahre nach dem ursprünglichen MW3) für PS5, PS4, Xbox One, Xbox Series und PC erschienen.

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