Cardboard

Google hat bei der Entwicklerkonferenz Google-I/O in San Francisco sein Project Cardboard präsentiert. Hinter diesem nichtsagenden Namen verbirgt sich ein VR-Brille für Android-Smartphones, die nicht wie etliche Konkurrenzprodukte aus jeder Menge HighTech, sondern vor allem aus jeder Menge Pappe besteht! Und selbst zusammenbauen kann man sie auch noch!

Mit Pappe in virtuelle Welten (Foto: Google)
Mit Pappe in virtuelle Welten (Foto: Google)

Erdacht wurde die Brille von mehreren Google-Mitarbeitern, die 20 Prozent ihrer Arbeitszeit in eigene Projekte investieren dürfen. Im Grunde handelt es sich dabei um eine Abart eines Stereoskops. Durch die beiden Öffnungen der Papp-Konstrukion blickt der Nutzer auf zwei Bilder, die ein und dasselbe Objekt aus zwei unterschiedlichen Winkeln zeigen. Dadurch wird dem Gehirn des Betrachters eine räumliche Tiefe vorgegaukelt. Um dem Vorbild Tribut zu zollen, wurde dem Cardboard sogar ein seitlicher Schieberegler spendiert, mit dem man von einem Bild zum nächsten Bild springen kann.

Die Bilder selbst stammen von einem Android-Smartphone, das in die Papp-Brille eingeschoben wird. Für die richtige Darstellung sorgt eine bereits bei Google Play erhältliche App, dank der verschiedene Anwendungen wie YouTube, Google Street View oder Google Earth für die Cardboard-Nutzung angepasst werden. Bewegt man während der Betrachtung seinen Kopf, sorgen die Sensoren des Smartphones dafür, dass sich das Bild mitbewegt.

Schon während der Konferenz verteilte Google die ersten Cardboards an die Teilnehmer. Einen ausführlichen Konstruktionsplan (auch zum Nachbau mit eigenen Materialien) hat Google bereits im Netz veröffentlicht. In den FAQ erfährt man beispielsweise, dass sich auch eine Pizza-Karton (extra groß) hervorragend dafür eignet. Wir wünschen schon jetzt viel Spaß beim Basteln!

Übrigens: Grundsätzlich neu ist die Idee nicht. Ende 2013 versuchten es die Erfinder des Refugio 3D mit einer kommerziellen Papp-VR-Brille. Die Alternative kann nach wie vor regulär erworben werden…

3 Kommentare
  1. […] orientiert sich konzeptionell an Google Cardboard, Samsung Gear VR und viele ähnliche Lösungen. Das heißt: Ihr nutzt euer Smartphone als Rechner […]

  2. […] zu glauben, dass es Google mit der hauseigenen Cardboard-VR-Brille wirklich ernst meint. Das Papp-Teil für virtuelle Welten eignet sich nun auch für […]

  3. […] Cardboard wagte Google einen zaghaften Schritt in die virtuelle Realität. Mit Daydream möchte der […]

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