Die Nvidia RTX 3080 ist nun noch schwerer erhältlich – Und diesmal ist Bitcoin schuld

Jeder, der schon einmal versucht hat, eine der neuesten und besten Grafikkarten wie die Nvidia RTX 3080 oder AMD’s Big Navi zu kaufen, wird wissen, wie schwierig das ist. Leider könnte es nun noch schwieriger werden, da der Wert von Bitcoin und anderen Kryptowährungen in neue Sphären vorgedrungen – oder eher geschossen ist, was zu einem Anstieg des Krypto-Minings geführt hat.

Als Ergebnis könnten wir eine Wiederholung der Grafikkartenknappheit von 2017 erleben, als die explodierende Nachfrage von angehenden Minern sowohl zu einer Verknappung der Grafikkartenbestände führte als auch die Preise der verfügbaren Karten in die Höhe trieb. Dieses Mal jedoch verstärkt die Mining-Nachfrage eine bestehende Knappheit, die durch ein begrenztes Angebot und die Bemühungen von sogenannten Scalpern verursacht wird.

Scalper kaufen große Mengen stark gefragter Hardware auf und nutzen die Knappheit dieser Güter, um beim Weiterverkauf eine große Gewinnmarge für sich zu erwirtschaften. Dieses Vorgehen wird mittlerweile im großen Stil automatisiert, wodurch oft schon direkt nach dem Launch einer neuen Grafikkarte, kein Warenbestand mehr vorhanden ist.

Der Bullenmarkt ist für Miner verlockend

Mit Stand 6. Januar war ein einzelner Bitcoin knapp über $34.000 (28.000€) wert und bricht damit neue Rekorde für den Wert der Kryptowährung. Nur zwei Tage später bildete er ein Hoch bei 42.000$ (34.000€) aus. Vor einem Monat war der Bitcoin noch weniger als 20.000$ wert, was bedeutet, dass sich der Wert seither mehr als verdoppelt hat. Und ohne Zweifel wird diese Zahl in den nächsten Wochen nach einer Korrektur weiter steigen. Das gleiche spielt sich momentan in den Altcoins ab, wie Ethereum, welcher fast die 1.300 Dollar-Marke knackte.

Natürlich, jeder, der über Kryptowährung informiert ist, weiß auch, dass man sich die Coins nicht kaufen muss.. Jeder kann neue dieser digitalen Münzen „schürfen“ (Mining), indem er Blöcke von verifizierten Transaktionen abschließt und dabei kostenlose und einfache Open-Source-Software verwendet. Sie brauchen nur eine Rechenmaschine, die ausreichend leistungsfähig ist, um dies zu tun.

Nun ist es erwähnenswert, dass der zugrundeliegende Hashing-Algorithmus von Bitcoin bedeutet, dass das Mining mit GPUs von Nvidia oder AMD eher ineffizient ist; es ist nun besser, ein System mit einem anwendungsspezifischen integrierten Schaltkreis (ASIC) zu verwenden, um Bitcoin speziell zu minen. Andere Kryptowährungen, wie z.B. Etherum, profitieren jedoch immer noch vom GPU-basierten Mining.

Die steigenden Preise solcher Kryptowährungen, neben Bitcoin, werden also mehr Interesse an dem digitalen Geld wecken und damit wahrscheinlich auch die Leute dazu bringen, leistungsfähige Grafikkarten für das Mining zu verwenden. Wir haben dies in der Vergangenheit gesehen, als der Wert von Kryptowährungen in die Höhe schnellte, was dazu führte, dass Crypto-Miner jede Grafikkarte aufkauften, die sie in die Hände bekamen. Zu 100% erholt haben sich die Grafikkarten-Preise selbst nach dem Zusammenbruch des Bullenmarktes dann trotzdem nicht.

Während Grafikkarten nicht mehr der beste Weg sind, um Kryptowährungen zu schürfen, sind sie immer noch gefragt, da Möchtegern-Miner versuchen, vom steigenden Wert der Kryptowährungen zu profitieren. Außerdem weist Tom’s Hardware darauf hin, dass sich die $1.4999 Nvidia RTX 3090 in etwa 150 Tagen Mining amortisieren könnte. Eine $399 GeForce RTX 3060 Ti würde sich in fast der Hälfte der Zeit amortisieren und nur 80 Tage benötigen, um die Gewinnzone zu erreichen.

Als ob die neuesten Grafikkarten nicht schon fast unmöglich zu finden wären, müssen wir uns jetzt auch noch mit Bots und Krypto-Minern herumschlagen, die darum konkurrieren, sie alle zu kaufen. Wenn Sie gehofft hatten, eine während des nächsten großen Restocks von Nvidia und AMD abzuholen, werden Sie wahrscheinlich enttäuscht sein.

Noch kein Licht am Ende des Tunnels

Natürlich, der Wert von Bitcoin und co. wird irgendwann wieder fallen, wodurch Grafikkarten für Gamer frei werden, aber es ist unmöglich vorherzusagen, wann das passieren wird. Flaggschiffe, wie die Nvidia GeForce RTX 3080 wird es immer irgendwo zu kaufen geben – aber wohl nur bei Scalpern für Horrorpreise. Außerdem sollte man dieses schändliche Treiben jener Scalper nicht auch noch unterstützen, indem man ihre Produkte kauft. Denn nur wo Nachfrage ist, ist auch langfristig ein Angebot.

In der Zwischenzeit lohnt es sich, nach Karten der vorherigen beiden Generationen Ausschau zu halten. Auf Amazon wird man oft fündig, wenn man regelmäßig nachsieht. Auf Ebay gibt es natürlich eine größere Auswahl, was aber daran liegt, dass sich dort Scalper tummeln – was sich auch in den Preisen widerspiegelt.

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