E-Sports Sponsoring: Hohe Preisgelder und steigende Beliebtheit

Seit Jahren beschäftigen wir uns mit der Frage, ob E-Sport denn nun als klassischer Sport anzusehen wäre oder nicht. Die unterschiedlichen Meinungen spalteten selbst im Fußball die Gemüter. Bestes Beispiel dafür war der FC Bayern München. Dort blockierte der ehemalige Präsident des Vereins, Uli Hoeneß, lange Zeit den Einstieg des Meisters in die Szene. Erst nach seinem Abgang stieg der Klub nach harten Diskussionen bei Pro Evolution Soccer ein. Seither heißt es auch in München: Mia san digital.

Die Diskussion darüber ist schließlich schon so alt, wie E-Sport selbst. Immerhin geht es hier nicht nur um die Papierform, sondern auch um jede Menge Geld. Sollte E-Sport eines Tages tatsächlich als Sportart anerkannt werden, stehen die zukünftigen Sportler in direkter Konkurrenz mit unzähligen weiteren Sportarten. Diese kämpfen um jene Geldquellen, die zur Förderung von Sport zur Verfügung stehen. Doch anders als so manche Randsportart hat E-Sport auch jetzt schon jede Menge finanzielle Unterstützung.

Die Preisgelder sind höchst attraktiv

Das zeigt sich auch an den Preisgeldern, die in der Branche ausgeschüttet werden. Diese steigen von Jahr zu Jahr weiter an. Bestes Beispiel dafür sind Blockbuster wie Dota 2, das sein Preisgeld alleine in den Jahren 2014 bis 2018 um 150 Prozent steigern konnte. Insgesamt betrachtet entwickelt sich E-Sport sehr gut. Im Vorjahr setzte die Branche bereits knapp eine Milliarde Dollar weltweit um, bis zum Jahr 2024 sollen es gar 1,6 Milliarden Dollar sein.

Ähnliche Steigerungsraten erwarten wir auch bei den Zuschauerzahlen. Die liegen bereits jetzt bei rund 436 Millionen und sollen in den nächsten drei Jahren auf weltweit 577 Millionen ansteigen. Das macht die Szene auch für große Sponsoren interessant. Sie erhoffen sich den erfolgreichen Einstieg in einen rasch wachsenden Markt.

Humorvolle Aufarbeitung der Diskussion

Doch statt für seine Leistungen zu werben, griff nun ein Sponsor die Thematik in einem Werbespot humorvoll auf. Dabei gehen sprichwörtlich die Lichter aus. In dieser Gamer-Apokalypse hat die Feststellung, dass E-Sport kein Sport ist, dramatische Auswirkungen. Schockierte Spieler werfen ihren PC vom Balkon, verschleudern ihre Grafikkarten auf dem Flohmarkt und verkünden den Untergang der Welt.

Zerrissene T-Shirts und brennende Gaming-Sessel zeugen vom Untergang von E-Sport, wie wir ihn bisher kannten. Am Ende beerdigen die Gamer ihre Ausrüstung. Die vermeintlich echten Sportler triumphieren, doch der witzige Twist am Ende des Spots löst die Weltuntergangsstimmung humorvoll auf.

Denn wen interessiert’s? Glaube an Dich selbst, lautet das positive Resümee der Erste Group, die sich seit zwei Jahren in der E-Sport-Szene finanziell engagiert. Dort hat man längst erkannt, dass die Übertragung von großen Turnieren viele von uns begeistert. Ob E-Sport nun offiziell als Sportart anerkannt wird, oder nicht, hatte bisher keine Auswirkungen auf den Siegeszug der Gamer. Das wird es voraussichtlich auch in Zukunft nicht haben. Wer gern spielt, ist auch weiterhin stolz auf das, was er tut.

Trevor Henry tritt als Stargast auf

Die gelungene Umsetzung des Themas haben wir der deutschen Agentur Jung von Matt Sports zu verdanken. Sie konnten Trevor Henry, Moderator der League of Legends Championship, als Stargast für den Werbespot gewinnen.

Die Spezialisten haben schließlich jede Menge Erfahrung in der Sportszene und betreuten in der Vergangenheit schon so prominente Kunden wie den FC Bayern München, Adidas und den Deutschen Fußballbund. Die Umsetzung ist jedenfalls sehr gelungen. Mittlerweile verzeichnet der Spot mit dem Namen „E-Sport Doomsday“ bereits mehr als eine Million Views – und das innerhalb von nur einer Woche.

Jose Mourinho kritisiert die Ablenkung

Einen ganz eigenen Beitrag zum Thema lieferte zuletzt Star-Trainer Jose Mourinho ab. Er bezeichnete Fortnite als Alptraum. Das Game lenke seine Spieler beim AS Roma zu sehr ab. Manche von ihnen seien die ganze Nacht auf, anstatt sich auf das nächste Spiel vorzubereiten. Das überrascht nicht, schließlich gibt es seit langem eine enge Verbindung zwischen dem Game und zahlreichen Fußballern sowie anderen Promis wie Ariana Grande.

So sind beispielsweise Teams von Antoine Griezmann und David Beckham in der Szene aktiv und duellieren sich um Preisgeld und Ruhm. Der Hersteller von Fortnite, Epic Games, setzt ebenfalls auf die Überzeugungskraft des runden Leders. Die Gamer können als Kleidungsoption aus mittlerweile 23 Trikots wählen und selbst Fußball spielen. Neymar höchstpersönlich stellte sich für eine Promotion zur Verfügung und machte Fortnite damit noch populärer. Das zeigt, dass E-Sport und Fußball längst zusammengewachsen sind.

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