Entain einigt sich mit CPS auf Zahlung von 585 Millionen GBP im Streitfall Türkei

Die Glücksspielgruppe Entain hat sich mit dem Crown Prosecution Service (CPS) auf eine Zahlung in Höhe von 585 Millionen GBP geeinigt, um einer weiteren Strafverfolgung der Behörden zu entgehen. Die entsprechende Genehmigung wurde am 24. November 2023 durch den Royal Courts of Justice erteilt. Eine offizielle Bestätigung wird für Entain hingegen am 5. Dezember 2023 vor Gericht verkündet.  Hierdurch findet ein langwieriger Prozess mit vielen intensiven Ermittlungen sein vorläufiges Ende.

Entain und der nervenaufreibende Türkei-Streit

Eine Lösung bahnte sich im September 2023 an, die jetzt nach langen Verhandlungen auf den Weg gebracht werden konnte. Entain hat einer Strafzahlung sowie einer Gewinnabschöpfung der Erträge aus den Aktivitäten in der Türkei zugestimmt. Weiterhin leistet das Unternehmen eine Spende für wohltätige Zwecke. Allerdings muss Entain die gesamte Summe nicht auf einen Schlag bezahlen. Es wurde eine Ratenzahlung für einen Zeitraum von insgesamt vier Jahren mit der Behörde ausgehandelt.

Ursprünglich ging es um Aktivitäten in der Türkei, aus dem Jahr 2017. Im Laufe der Ermittlungen wurden jedoch Daten bis ins Jahr 2019 erhoben, die letztendlich auch den Ausschlag für die hohe Strafzahlung gaben. Dennoch ist man auf Seiten Entains optimistisch und hofft, diesen Fall nun endgültig zu den Akten legen zu können. 

Nach einem Wechsel in Management strebt das Unternehmen neue Ziele an und erhofft sich durch eine Kursänderung, wieder erfolgreich auf dem Glücksspielmarkt agieren zu können. Neben einer offenen und transparenten Unternehmenskultur wolle man ein besonderes Augenmerk auf die Konzessionen sowie die Gesetzgebung im jeweiligen Land achten. Wer auch als Spieler immer auf der sicheren Seite sein möchte, sollte sich ausschließlich auf legale Online Casinos konzentrieren. 

Unstimmigkeiten der Tochtergesellschaft in der Türkei sorgten für hohe Strafzahlungen 

Im konkreten Verfahren ging es um Entains türkische Tochtergesellschaft Headlong Limited. Das Unternehmen wurde an die Ropso Malta Limited verkauft, was zunächst auch kein Problem darstellte. Es hielten sich im Nachhinein allerdings hartnäckig die Gerüchte, dass dieser Verkauf nur oberflächlich geschah und die ursprüngliche Gesellschaft weiterhin die Fäden in der Hand hält. 

Kurze Zeit vor dem Start der Untersuchungen gegen Entain trat auch der damalige CEO Kenny Alexander wie aus heiterem Himmel von sämtlichen Verpflichtungen und Positionen im Unternehmen zurück. 

Dies führte auch zur Einleitung der intensiven Ermittlungen. Im Zuge der Ermittlungen kamen immer mehr Unstimmigkeiten ans Tageslicht, was letztendlich für eine Kettenreaktion sorgte. Entain versuchte zunächst, Drittanbieter für den Fall verantwortlich zu machen. Aufgrund der enormen Beweislast musste der Konzern letztendlich jedoch sein eigenes Fehlverhalten einräumen. 

Wie wirkt sich das Türkei-Urteil auf Entains Zukunft aus? 

Im August 2023 veröffentlichte Entain die Unternehmenszahlen für das erste Halbjahr. Für diese Periode konnte Entain einen großen Gewinnzuwachs für sich verzeichnen. Es scheint also, dass Enten die enorme Strafzahlung aus dem Türkei-Urteil gut verkraftet hat. Im November verlangsamte sich das Wachstum des Konzerns allerdings ein wenig. Trotzdem kann an dieser Stelle festgehalten werden, dass Entain sich nach wie vor wieder auf einem guten Weg befindet. 

Entscheidend für die Zukunft von Entain dürfte allerdings das 50:50-Joint Venture mit MGM Resorts für den US-amerikanischen Markt sein. Da diese Marke zum jetzigen Zeitpunkt in mehr als 26 verschiedenen US-Bundesstaaten vertreten ist, ist dies ein entscheidender Meilenstein, um auch langfristig die Zukunft von Entain zu sichern.

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