Ferngesteuerte Flugkäfer

Manipulation von Insekten via Elektroschocks!

18. März 2015 • 17:31 Uhr

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Armer Käfer! Manipulation via Elektroschocks (Foto: UC Berkeley)

Ich fand schon das Crowdfunding-Projekt RoboRoach, das die Steuerung einer lebendigen Kakerlake via Smartphone ermöglichen sollte, ethisch eher bedenklich. Und ganz ähnlich geht es mir mit den wissenschaftlichen Tests der University of California Berkeley bzw. der Nanyang Technological University in Singapur, die mit Elektroschocks das Flugverhalten von Flugkäfern manipulieren.

Den armen Insekten wird zu diesem Zweck eine Art Mini-Rucksack auf dem Rücken befestigt, der neben einer Batterie und einem drahtlosen Sender mehrere Elektronen beinhaltet, die direkt mit den Flugmuskeln des Käfers verbunden sind. Dies ermöglicht es den Wissenschaftlern, dem Tier während des Fluges gezielte Elektroschocks zu verpassen, wodurch der Flugkäfer nach links oder rechts ausweicht. So würde es wohl auch uns gehen, wenn wir aus dem Nichts heraus seitliche Schläge verpasst bekommen…

Die Wissenschaftler machen diese Tests nicht nur aus Spaß an der Quälerei. Das Experiment soll Aufschluss darüber gegeben haben, welche Muskeln die Käfer einsetzen, um möglichst präzise durch die Luft zu segeln. Dadurch kann man nun den nächsten Schritt gehen, um irgendwann einmal die Tiere exakt nach den eigenen Vorstellungen steuern zu können. Toll!

Der Nutzen für die Allgemeinheit scheint also eher begrenzt zu sein. Dafür lässt sich so ein Cyborg-Käfer sicherlich eines Tages ganz wunderbar von militärischen Diensten bzw. anderen staatlichen Einrichtungen mißbrauchen. Was macht es also schon, dass es sich dabei trotzdem um ein lebendiges Wesen handelt?

Weitere Infos zu dem Projekt findet ihr auf der Website der University of California Berkeley.

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