High on Life Review: Kann der abgedrehte Sci-Fi-Shooter überzeugen?

Der total abgedrehte First Person Sci-Fi-Shooter High on Life von Squanch Games ist in Zusammenarbeit mit Justin Roiland, einem der kreativen Köpfe hinter Rick and Morty entstanden. Das Spiel bietet uns unter anderem sprechende Waffen, derben Fäkalhumor und eine fremde Welt mit ungewöhnlichen Bewohnern.

Ich habe High on Life für euch getestet und verrate euch heute, ob sich das extrem verrückte Abenteuer lohnt.

Partys, Drogen und Aliens?

Schon der Prolog ist alles andere als 0/8/15 Ware. Im Retro-Look schießen wir uns durch mehrere Alien-Gegner, während uns unser Scheidungsanwalt noch einmal von den letzten Ereignissen erzählt. In unserem Vorgarten ist wohl vor kurzem ein Raumschiff gelandet und unsere liebe Frau hat sich in den Anführer der Aliens verliebt. Während wir uns durch das Level kämpfen, werden wir allerdings plötzlich in die Realität zurück geholt.

Bei dem, was wir gerade erleben durften, handelte es sich lediglich um ein Videospiel. Unsere Schwester sitzt nun mit im Zimmer und bietet uns ein bisschen Kokain auf einem Schminkspiegel an. Während wir in den Spiegel hinein blicken, können wir auch schon unseren Protagonisten wählen.

Eine interessante Art der Charakterwahl.

Haben wir unseren Charakter im Teenageralter auserwählt, sollen wir gemeinsam mit unserer Schwester einkaufen gehen. Die Eltern sind eine ganze Woche weg und unsere Schwester sieht das als perfekten Anlass, um Drogen zu nehmen und eine fette Party zu veranstalten. Sobald wir das Haus verlassen, kommt es jedoch ganz anders.

Ähnlich, wie im Retrospiel zuvor, ist auch in der Realität ein Raumschiff gelandet. In diesem Fall, im Vorgarten eines Nachbarn und die Aliens, die nun auf der Erde eingetroffen sind, sind alles andere als freundlich. Nur wenige Sekunden nach ihrer Ankunft, wird bereits ein unschuldiger Rentner eiskalt von den Aliens ermordet. Glücklicherweise kommen wir kurz drauf an eine Alien-Waffe, mit der wir uns und unsere Schwester schützen können.

Die Aliens sind natürlich nicht ohne Grund auf der Erde. Deren perfider Plan ist es, die Menschheit als bewusstseinserweiternde Substanz zu verwenden und auch damit zu handeln. Die sprechende Alien-Waffe sorgt daraufhin, dass wir samt Haus und Schwester auf dem außerirdischen Planeten landen, von dem die Aliens kamen, um die Machenschaften aufzuhalten.

Unser Haus befindet sich plötzlich auf einem fremden Planeten.

Als Kopfgeldjäger die Menschheit retten

Auf dem fremden Planeten wird uns schnell klar, dass uns nicht alle Aliens feindlich gesinnt sind und an den Plänen, mithilfe der Menschheit High zu werden, ein ganz bestimmtes Kartell steckt. Unsere Aufgabe ist es nun, dass Kartell samt aller seiner Mitglieder auszulöschen.

Um das bewerkstelligen zu können, brauchen wir die Hilfe des ehemaligen Kopfgeldjägers Gene, der mittlerweile obdachlos ist und keine Beine mehr hat und generell eher den Eindruck macht, als würde er so langsam verfaulen. Im Gegenzug für seine Hilfe, müssen wir ihm unser Haus versprechen, sollten wir das Zeitliche segnen.

Durch Gene erhalten wir einen Kopfgeldjägeranzug mit speziellen Fähigkeiten und eine Teleportmaschine, sowie Kopfgeldaufträge, die uns nicht nur Kohle einbringen, sondern uns auch unserem Ziel, dem Kartell, immer näher bringen.

Man will wirklich nicht wissen, wie Gene riecht.

Neben der Hauptstory, bei der es darum geht die Menschheit zu retten, gibt es unter anderem noch ein paar interessante Story-Abzweigungen im Zusammenhang mit unserer Schwester und mit den sprechenden Waffen. Vom Quest-Verlauf her ist das Spiel allerdings trotzdem relativ linear.

Der größte Träger des Spiels ist auf alle Fälle der derbe Humor, dem wir jederzeit im Verlauf des Spiels begegnen. Neben grotesken Szenen und verrückten Charakteren, sorgen vor allem die sprechenden Waffen für eine ordentliche Portion Witz. Immer wieder hauen diese ihre frechen Sprüche raus oder labern uns die Ohren mit Dingen zu, die uns ganz einfach zum Lachen bringen. Allerdings kennen die gefühlt kein Ende, weshalb man die Häufigkeit der Kommentare im Menü runterstellen kann, sollte es einem tatsächlich etwas zu viel werden.

Die Vertonung ist übrigens erstklassig. Eine deutsche Sprachausgabe gibt es allerdings nicht, was ich persönlich aber auch schwierig gefunden hätte, da einige Jokes einfach ordentlich nicht ins Deutsche hätten übersetzt werden können.

Kreatives Gameplay mit Performanceproblemen

Bevor ich irgendwelche Probleme anspreche, möchte ich erst einmal die positiven Aspekte des Gameplays hervorheben. In meinen Augen ist das Gameplay von High on Life extrem kreativ. Nicht nur, dass wir verschiedene Waffenarten erhalten, die alle eine andere bekloppte Persönlichkeit aufweisen, sie haben auch alle unterschiedliche Zusatzfunktionen. So können wir mit einigen Waffen zum Beispiel neue Wege freischalten oder versteckte Schatzkisten öffnen.

Das Kampfmesser verschafft uns nicht nur neue Wege, sondern hat auch eine extrem gestörte Persönlichkeit.

Des Weiteren dürfen wir immer wieder neue Gegenden erkunden, die allesamt liebevoll gestaltet sind und wir bekommen sogar ein paar knackige Herausforderungen, in Form von Boss-Gegnern geboten. Langeweile kommt da definitiv nicht auf.

Während Humor, Design und Story überzeugen können und auch die Kämpfe Abwechslung versprechen, macht allerdings die Performance immer mal wieder ein paar Probleme. Framedrops sind auch bei den besten Computersystemen nicht vermeidbar und das bekommt man immer wieder unschön zu spüren. Man muss allerdings auch sagen, dass die technischen Probleme nicht so schlimm sind, dass es nun unspielbar wäre. Spieler, die eine wackelige Performance allerdings sehr stört, könnten hier richtig Frust bekommen.

Ebenfalls etwas schade ist, dass der tolle Look des Spiels aus grafischer Sicht nicht sein volles Potenzial entfachen kann. Immer wieder wirkt die Umgebung, auch mit höchsten Einstellungen leicht schwammig und dadurch, dass man die Sichtweite nicht einstellen kann, auch leicht beengt. Eine AAA-Version hätte das Spiel sicher zum absoluten Gewinner in allen Bereichen machen können, aber so bringt es nun mal ein paar Defizite mit.

Die Welt von High on Life ist bunt und einfallsreich, nur wird sie leider manchmal nicht sauber genug dargestellt und wirkt zeitweise leicht verschwommen.

Fazit

Hinter den kleinen Performanceproblemen und der manchmal etwas unsauberen Grafik versteckt sich eine extrem coole und humoristische Sci-Fi-Perle, die man trotz der technischen Defizite einfach mal gezockt haben muss. Neben den beiden South Park-Titeln, gibt es bisher wahrscheinlich kein anderes Spiel, dass sich soviel traut, im Bezug auf verrückte Charaktere und witzige Dialoge.

High on Life bietet eine kreative Welt, eine interessante Story und eine extrem einzigartige Erfahrung, die ihr euch wirklich nicht entgehen lassen solltet.

  • High on Life ist am 13. Dezember 2022 für Xbox Series, Xbox One und PC erschienen. Der Titel ist unter anderem im Game Pass erhältlich.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.

🏆
Top Casinos
💰
Casino Bonus
💶
Bonus Codes
🚀
Neue Casinos