Monster Maker

Mit Sensoren Physik zum Leben erwecken? Im Test!

15. November 2018 • 12:25 Uhr

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Was kann man damit anstellen? (Foto: Sven Wernicke)

Spielerisch Physik entdecken – der Monster Maker vom Kosmos Verlag macht es möglich. Was dieser clevere Baukasten mit Smartphone-Anbindung taugt?

Mit Licht, Sound und Temperatur Monster erschaffen? Das klingt nach einem lustigen Vergnügen für Kinder. Der Monster Maker bringt alles mit, was Kids ab 8 Jahren benötigen: Drei sogenannte Sensor-Pods, eine Basisstation und eine Anleitung. Doch auch ein Smartphone oder Tablet wird gebraucht. Steht das zur Verfügung, kann’s ja fast losgehen…

Was bietet der Monster Maker? (Foto: Sven Wernicke)
Was bietet der Monster Maker? (Foto: Sven Wernicke)

Erste Hürde: Batterien!

Der Monster Maker kostet regulär fast 130 Euro, aber auf Batterien verzichtet Kosmos leider. Haltet also 8 (!) AAA-Batterien und einen Schraubenzieher parat. Vor dem Spielstart müsst ihr noch in besagte Basisstation und die an einen Pokéball erinnernden Sensorpods die Batterien einlegen, indem ihr vorgesehenen Batteriefächer auf- und zuschraubt. So richtig komfortabel ist das nicht und hätte meiner Auffassung nach besser gelöst werden können: Akkus in die Pods, die Basis fungiert als Ladestation. So wirkt das einerseits umständlich, andererseits nicht perfekt durchdacht. Und umweltfreundlich? Nunja…

Alles vorher aufschrauben und Batterien einlegen - das ist keine große Freude. (Foto: Sven Wernicke)
Alles vorher aufschrauben und Batterien einlegen – das ist keine große Freude. (Foto: Sven Wernicke)

Doch ich will gar nicht nur nörgeln. Die riesige Anleitung lädt dazu ein, sie im Kinderzimmer auszubreiten und auf ihr den gut erklärten Schritten zur Einrichtung der Hardware zu folgen. Mutti oder Vati können im Zweifel sicher behilflich sein. Zumindest sollten sie zu Beginn unterstützend zur Seite stehen.

Ein Knackpunkt könnte unter Umständen die Anbindung zum Smartphone mit iOS und Android sein. Nach dem Download der App solltet ihr vor dem Starten dieser Bluetooth am Telefon aktivieren. Indem ihr die Basisstation via Knopfdruck einschaltet, wird die Funkverbindung hergestellt. Die App kann das unter Umständen selbst, ich hatte hier zu Beginn eins, zwei Problemchen.

Los geht’s!

Ist alles erledigt, kann der Spaß beginnen. Die App bietet einen „Messmodus“, in dem euch die Grundfunktionen erklärt werden. In jedem Pod steckt ein Sensor mit einer bestimmten Funktion. Blau entspricht dem Schall, Gelb dem Licht und Rot der Temperatur. Ihr dürft kontinuierlich Geräusche, Helligkeit und die Temperatur in eurer Umgebung messen, etwas herumspielen und die Daten mit eurem Smartphone synchronisieren. Das passiert, indem ihr einen Pod in die Basisstation steckt.

Die Pods passen einzeln in die Basisstation. (Foto: Sven Wernicke)
Die Pods passen einzeln in die Basisstation. (Foto: Sven Wernicke)

Klingt einfach? Ist es auch. Und tatsächlich überraschen die ersten Minuten positiv. Das klappt so, wie es soll und ist zugleich unterhaltsam. Langzeit- und Live-Messungen führt ihr aus, indem ihr den Button auf der Oberseite der Pods lange beziehungsweise zwei Mal hintereinander drückt. Die im Inneren verbauten LEDs geben visuelles Feedback, was gerade geschieht. Praktisch.

Das System ist so ausgelegt, dass weitere Sensoren nachträglich hinzugefügt werden können. Laut App ist zumindest schon ein Beschleunigungssensor angedacht.

Der Storymodus vom Monster Maker

Das Herz vom Monster Maker ist der sogenannte Story-Modus in der App, die übrigens von den erfahrenen Entwicklern von Daedalic stammt. Erzählt wird eine schön inszenierte und kurzweilige Geschichte in der Welt von Sensoria. Ihr seid der Captain des Raumschiffs Calypso II und reist von Insel zu Insel, um dort Monster zu züchten sowie Herausforderungen zu absolvieren.

Mittels gesammelter Daten aus den Pods prägt ihr Eier, aus denen Kreaturen schlüpfen. Die Merkmale der Monster basieren auf den „aufgenommenen“ Temperaturen, Geräuschpegeln und Lichtintensitäten. Der clevere Ansatz wird im gesamten Spielverlauf weitergesponnen. Ihr müsst euch um die Monster auf ihren Inseln kümmern, sie füttern, Früchte herstellen und Minispiele absolvieren meistern. Sporadisch, aber regelmäßig sollen die Pods eingesetzt werden. Mal wird eine ganz bestimmte Temperatur verlangt, ein anderes Mal soll es eine besonders helle Lichtquelle sein. Das ist spaßig und anregend umgesetzt.

Kindgerecht und nichts für Ungeduldige

Spielerisch erinnert Monster Maker ein wenig ein „Pokémon Go“ (Stichwort Eier) und ein Tamagotchi, was sicherlich nicht verkehrt ist. Dennoch hätte ich mir gerade bei den Minispielen etwas Abwechslung gewünscht. Und die immer gleiche Herangehensweise (Daten sammeln und Eis ausbrüten) ist etwas anstrengend. Geschenkt, stimmen doch im Großen und Ganzen die Aufgaben sowie die liebevolle Umsetzung.

Sensorendaten werden hier angezeigt. (Foto: Kosmos Verlag)
Sensorendaten werden hier angezeigt. (Foto: Kosmos Verlag)

Vorsicht: Sollte euer Nachwuchs eher ungeduldiger Natur sein, könnte ihm Monster Maker nicht zusagen. Das Erzähltempo ist nämlich recht niedrig gehalten. Und die kindgerechte Präsentation dürfte etwas älteren Kindern eventuell auch nicht gefallen.

Ein paar kleinere Aspekte

Was nicht optimal gelöst ist: Die Basisstation deaktiviert sich bei Nichtgebrauch nicht selbständig. Das heißt: Vergesst ihr, das Gerät abzuschalten, könnten die Batterien recht schnell leer sein. Auch sind mir häufiger die Pods aus den Fingern gerutscht, als ich sie aus der Station nehmen wollte. Ob’s am Material oder den zu kleinen Einkerbungen liegt? Schwer zu sagen.

Die Pods sind insgesamt gut verarbeitet. (Foto: Sven Wernicke)
Die Pods sind insgesamt gut verarbeitet. (Foto: Sven Wernicke)

Was ich wiederum schön finde: Das System erkennt, wenn ihr Sensordaten übertragen habt. Noch einmal identische Werte zu verwenden, um beispielsweise zu schummeln, funktioniert nicht. Motivierend ist es außerdem, wenn ihr vorgegebene Temperaturen erzielen sollt, um eine Mission zu erfüllen. Dann wird Monster Maker zu einem Aktivitätsspiel, bei dem der Nachwuchs durch die Wohnung rennt, um den passenden Ort mit der richtigen Temperatur zu finden. Spätestens dann zeigt sich, dass dieses Spielzeug tatsächlich in der Lage ist, physikalisches Wissen auf lustige Art und Weise zu vermitteln.

Fazit: Schöne Spielerei

In erster Linie sollen Jungs und Mädels bei Monster Maker ihren Spaß haben. Dazu bekommen sie eine süße App mit allen erdenklichen Details zum Abtauchen in eine überaus sympathische, kindgerechte Welt. Die Pods mit ihren Sensoren sind etwas mehr als nur Spielerei, regen diese doch die Kreativität und Aktivität an. Als Kritiker könne man hier und da noch ein paar Aspekte verbessern, gerade bezogen auf die Hardware (Standby-Modus, rutschige Oberflächen, Batterien statt Akkus..) und so manch langatmiges Minispiel. Doch das sind nur Kleinigkeiten, die beim Spielen in den Hintergrund rücken.

Empfehlung für Monster Maker. (Foto: Sven Wernicke)
Empfehlung für Monster Maker. (Foto: Sven Wernicke)

Kosmos serviert Kindern mit dem Monster Maker eine herrliche Idee, die Smartphone-Spiel, Sensibilisieren für Physik und Aktivität sinnvoll miteinander verbindet. Mit zusätzlichen Pods und App-Updates könnte der Monster Maker auch langfristig Freude bereiten. Ich bin gespannt, ob hier noch etwas kommt. Aber auch so kann ich diesen Experimentierkasten empfehlen, wenn sich eure Kinder geduldig mit einem Thema beschäftigen wollen und eher eine niedliche, statt eine martialischere Präsentation von Spielinhalten favorisieren.

Für 129,99 Euro (UVP) ist der Monster Maker unter anderem bei Amazon oder direkt auf Kosmos.de erhältlich.

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Monster Maker: Mit Sensoren Physik zum Leben erwecken? Im Test!
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Sven Wernicke
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