Ouya

Die Spatzen zwitscherten es bereits von den Dächern. Und nun ist klar: Zubehörhersteller Razer übernimmt Ouya und beerdigt die Spielkonsole auf gewisse Weise damit auch.

Wir erinnern uns: 2012 gehörte die Ouya zu den erfolgreichsten Kickstarter-Kampagnen überhaupt. Über 8,5 Millionen US-Dollar kamen via Crowdfunding zusammen, auch ich schoss Geld für den Android-basierten Spielewürfel vor. Mitte 2013 erschien das Gerät auch, zahlreiche Kinderkrankheiten und ein nicht so recht zufriedenstellendes Softwareangebot schmälten den Ersteindruck sehr. Trotzdem wurden seit Veröffentlichung über 200.000 Geräte abgesetzt, im integrierten Onlinestore befinden sich mittlerweile über 1000 Spiele – fast ausschließlich Umsetzungen von Android-Games mit Anpassungen an den zur Konsole gehörenden Controller.

Das Ende ist nah. (Foto: Ouya)
Das Ende ist nah. (Foto: Ouya)

Nur Interesse an der Software

So oder so: Die Zahl mag gut klingen, den Massenmarkt erreichte die Ouya nicht. Dennoch schnappte sich Razer Ouya, genauer die Software-Basis mit den dazugehörigen Inhalten. Denn: Die von dem Entwicklerteam erschaffene Plattform wird seit 2014 an interessierte Hersteller lizenziert. Das in China überaus erfolgreiche Unternehmen Alibaba verwendet Ouya als Spieleservice beim hauseigenen Mediaplayer Tmall Box. Und Xiaomi nutzt diesen bei der Mi Box.

Letztlich kaufte sich Razer neben der Software auch die Entwickler-Kompetenz der Ouya Inc. ein, abgesehen vielleicht von Firmenmitbegründerin Julie Uhrman, die die Überbleibsel des Startups verlässt.

Forge TV könnte man als Ouya-Nachfolger bezeichnen. (Foto: Razer)
Forge TV könnte man als Ouya-Nachfolger bezeichnen. (Foto: Razer)

Wohin geht die Reise? Ouya wird ein Bestandteil von Cortex, des Razer-eigenen Dienstes. Dieser ist für Android TV und speziell Razer Forge TV vorgesehen. Der kleine Mediaplayer ist ebenfalls aufs Spielen ausgelegt und in den USA längst erhältlich. Razer möchte den Ouya-Besitzern in Zukunft sogar anbieten, bereits erworbene Inhalte auf Forge TV zu übertragen, sofern sie sich für den Kauf der neuen Konsole entscheiden.

Das Ende

Razer betont, dass man kein Interesse an der Ouya-Hardware besitzt. Und das macht man auch deutlich: 12 Monate lang wird der Online-Store des Gaming-Würfels noch betrieben, danach ist wohl endgültig Schluss. Ohne Internet-Funktionalität dürfte die Ouya dann kaum zu gebrauchen sein. Die Frage ist ohnehin: Gibt es noch viele Spieler, die das Teil aktiv nutzen?

An und für sich ist der Schritt von Razer clever: Der Name Ouya wird als Dienst für Android TV- und Android TV-basierte Spielkonsolen in Zukunft weiter von Relevanz sein. Und Besitzer der ursprünglichen Konsole sollen dazu angeregt werden, auf Forge TV umzusteigen. Wenn nicht, werden sie die alte Ouya eh nicht mehr lange wie gewohnt verwenden dürfen.

Aber mal ehrlich: Ist das alles irgendwie tragisch? Oder trauert ihr der Ouya hinterher?

12 Kommentare
  1. Lord Elain sagt

    Fand die Ouya sehr interessant am Anfang hab sie aber nicht gekauft. Für mich war einfach kein gutes Angebot da. Dementsprechend Trauere ich nicht um sie :D

    1. Sven sagt

      Aber was, wenn sie bald Sammlerwert hat? :))

  2. bunniscreed sagt

    Also ich habe die OUYA gleich nach ihrem Release gekauft und muss sagen für 100€ bot sie ein funktionstüchtiges Mediacenter sowie einige Spiele die als Gruppe richtig Spaß machten. Ich bereue daher den Kauf absolut nicht und finde Schade, dass sie jetzt so schnell eingestellt wird.

    1. Sven sagt

      Was mich jetzt interessieren würde: Benutzt du sie denn noch regelmäßig?

  3. Tobi sagt

    Hat der Gamestick ja sogar die Ouya überlebt :D Wenn man bedenkt, dass am Anfang ein Jahreszyklus von neuen Ouya-Konsolen angekündigt wurde, ist das schon irgendwie enttäuschend (auch wenn ich nicht zu den Käufern gehöre).

    1. Sven sagt

      Ja, das mit dem Gamestick ist schon überraschend. Ist der denn bei dir noch in Benutzung? Ich hatte auch schon überlegt, ihn mal wieder zu reaktivieren und zu gucken, was es da so Neues gibt? :-)

      1. Tobi sagt

        Ab und zu schmeisse ich die kleine Konsole nochmal an. Bin weiterhin der Meinung, dass der GameStick für Gelegenheitsspieler ziemlich praktisch (und gut) ist. Das Angebot an neuen Spielen ist seltener geworden, zudem fehlen die letzte Zeit wirklich mal bessere Spiele. Bin gespannt, wie lange sich der Stick noch hält.

  4. […] Ouya: Razer beerdigt endgültig die Kickstarter-Spielkonsole | GamingGadgets.de ::: Oh, das Ende der Ouya. Wie lange sich der Gamestick noch hält? […]

  5. […] haben anderes im Hinterkopf: Sie möchten eine Android-basierte Spielkonsole im Stil der gefloppten Ouya anbieten: Das erklärt auch den Namen Ouye. Die Benutzeroberfläche erinnert ein wenig an das […]

  6. Cyrille Rother sagt

    Schade , wenigstens ist 1 Game von mir im Ouya-store :-)

    1. Sven sagt

      Du entwickelst selbst Spiele?

      1. Cyrille rother sagt

        Ja , wollte sogar game programming studieren , mach das so hobby mäßig , meistens 2d games bin mit c64 ,amiga500 usw aufgewachsen und zock recht viel altes zeug … Gibt wenig neue games die ich Spiel …

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