Peinlich: 2 dreiste Speedrunner, die live beim Betrügen erwischt wurden

Speedruns zu beherrschen erfordert eine Menge Geduld, Konzentration und vor allem Durchhaltevermögen. Unter den besten Speedrunnern entscheiden oft nur wenige Sekunden, wer in der Rangliste ganz oben steht. Die Speedrun-Community ist deshalb zu Recht eine stolze Gemeinschaft, die ehrlich und respektvoll miteinander umgeht.

Doch hin und wieder nehmen es Einzelne nicht ganz so ernst mit der Ehrlichkeit und erreichen das, wofür andere teilweise jahrelang hart trainiert haben, durch nichts Geringeres als fiesen Betrug. Wir präsentieren euch heute 2 dreiste Speedrunner, die live beim Betrügen erwischt wurden.

Cody Miller – Halo: Combat Evolved (auf legendär, ohne zu sterben)

Es gab eine Zeit, da war Cody Miller noch ein großer Name in der Halo Speedrun-Community. Cody Miller konnte einige Speedrun-Weltrekorde sein Eigen nennen und bekam sogar eine Erwähnung für Halo 2 im Guinness Buch der Rekorde.

Das alles sollte sich ändern, als Cody 2011 bei einem Charity-Stream von Games Done Quick zu Gast war. Dort sollte er Halo auf „legendär“ speedrunnen, ohne zu sterben. Als geschätzte Zeit für die Dauer des Speedruns, gab er 2 Stunden an.

Nur einer von vielen Toden im „No Death“-Speedrun.

Was bis dahin noch keiner wusste: die Rekordzeiten, die Miller zuvor aufgenommen und veröffentlicht hatte, waren allesamt gefälscht. Um sich einen Namen in der Speedrun-Community zu machen und ins Guinnessbuch der Rekorde zu gelangen, lud er gesplicete Runs hoch.

„Spliced“ bedeutet soviel wie „Zusammengeklebt“. Ein gespliceter Run besteht aus mehreren zusammengeschnittenen Spielszenen, die zusammengefügt eine Bestzeit erreichen.

Gesplicete Runs sind an sich nicht verboten, gehören allerdings in eine eigene Kategorie und sind hauptsächlich dazu da, aufzuzeigen, was für eine Bestzeit möglich wäre, wenn man einen perfekten Run hinlegen würde. Sobald gesplicete Runs dazu verwendet werden, vorzugaukeln, es handele sich um einen einzigen, kompletten Durchlauf, spricht man von Betrug.

Besonders peinlich wurde es für Cody, als man nicht nur bemerkte, dass er nicht der beste Halo 2 Speedrunner aller Zeiten war, sondern das Spiel nicht einmal gut konnte. Weder beherrschte er wichtige Tricks, die jeder zweite Speedrunner in dieser Kategorie kannte, noch kannte er sich in der Spielwelt aus. Immer wieder verlief er sich und zeigte deutlich, dass er keine Ahnung hatte, was er da tat. Zudem starb er bereits zu Beginn so oft, dass er die Schwierigkeit von „legendär“ auf „heroisch“ umstellen musste.

Trotz der geringeren Schwierigkeit, überbot er die geschätzte Zeit von 2 Stunden deutlich und beendete das Spiel mit erschreckenden 4 Stunden und 17 Minuten. Als Ausrede beteuerte er immer wieder, dass er seit zwei Jahren nicht mehr geübt hatte.

Der Youtuber AbsZero hat einen tollen Zusammenschnitt des Skandals mit einigen Erklärungen hochgeladen:

James aka. SuperFastJellyFish – Super Mario 64 (mit verbundenen Augen)

Zwar hat sich dieser Kollege nicht bei einem Live-Event auf einer Couch zwischen anderen Spielern blamiert, dennoch ist auch diese Aktion wahnsinnig dreist und peinlich. Der Streamer James (ein Nachname ist nicht bekannt) versuchte seinen Zuschauern vorzugaukeln, Super Mario 64 mit verbundenen Augen zu speedrunnen.

Es gibt zwar Spieler, die Super Mario 64 tatsächlich mit verbundenen Augen speedrunnen können, wie zum Beispiel Bubzia oder katun24, doch James gehört sicher nicht zu den wenigen Meistern dieser Disziplin. Die Spieler, die den speziellen Speedrun beherrschen, benutzen immer wieder ganz bestimmte Strategien im Spiel, um ihren Defizit überwinden zu können, wie zum Beispiel das Schlagen einer Wand, um zu erkennen wo sie sich gerade befinden oder ganz einfach die Tatsache, dass sie während des ganzen Runs komplett still sind, um sich komplett auf die Sounds zu konzentrieren.

James braucht all diese Hilfen natürlich nicht, denn er ist ein absolutes Naturtalent. Das möchte er den Zuschauern zumindest weismachen. Immer wieder spricht James, während er das Spiel spielt und hat sogar Donations eingeschaltet, sodass er Kommentare einzelner Viewer von einer AI laut vorgelesen bekommt. Beides Tatsachen, die normalerweise zu einer völligen Orientierungslosigkeit führen sollten.

Noch auffälliger ist es, wie James immer wieder die Kamera dreht oder Mario leicht neu justiert, wenn er sonst runterfallen würde. An einer Stelle jagt er sogar ein Power-Up auf einer, sich drehenden Plattform und weiß danach auch genau, wann und in welche Richtung er wieder von der drehenden Plattform springen muss.

Alles, was er auf dieser rotierenden Plattform macht, ist eigentlich absolut unmöglich, wenn der Spieler nichts sehen kann.

Den sicheren Aufschluss, dass es sich um einen Betrug handelt, gibt dann aber das Angebot eines zweifelnden Zuschauers: der Viewer bot James 50 Dollar, wenn er den Bowserkampf, der sich übrigens in einer großen Arena ohne besonders viele hilfreiche Sound-Hinweise befindet, mit dem Rücken zum Bildschirm und mit einer Decke über dem Kopf bestreitet. James wies diese Bitte sichtlich überrumpelt ab. Wenn er tatsächlich blind spielen könnte, hätte die Bitte eigentlich gar kein Thema sein dürfen.

Die ganze Show von James ist ziemlich frech, wenn man bedenkt, wie schwer diese Aufgabe tatsächlich ist. Ich persönlich wollte unbedingt lernen, zumindest das Dark Souls Remastered Tutorial blind zu spielen und obwohl ich das Spiel gefühlt schon tausend Mal gezockt habe, war ich jedes Mal bereits nach kürzester Zeit komplett orientierungslos.

Besonders frech ist auch, dass James immer wieder behauptet, kaum geübt und das Spiel erst zwei Mal zuvor blind gerunnt zu haben. Seine beste Zeit soll angeblich bei 33 Minuten und 23 Sekunden liegen und würde ihn auf Platz 2 der Super Mario 64 Blindfolded-Community, die gerade mal aus 9 Menschen besteht, befördern. Bisher hat er aber zumindest keinen seiner Fake-Runs offiziell eingeschickt.

Seht euch am besten selbst einmal an, wie James die Zuschauer bescheißt. Der Youtuber charliebrown64 hat das perfekte Video dazu gepostet, in dem er auf alle möglichen Hinweise eingeht, die James des Betrugs überführen:

Mittlerweile hat sich James aka. SuperFastJellyFish öffentlich zu seinem Betrug bekannt und eine „Entschuldigung“ abgeliefert. „Entschuldigung“ liegt in Klammern, da er im entsprechenden Video daraufhin weist, dass die ganze Aktion OFFENSICHTLICH ein Scherz gewesen ist. Ziemlich dreist, so etwas zu behaupten und gleichzeitig Geldsummen von Zuschauern anzunehmen, die denken, dass man tatsächlich eine gottgleiche Performance abliefert.

Innerhalb der Speedrunner-Community wurden mittlerweile schon einige Betrüger entlarvt, auf die wir sicher in der Zukunft auch noch zu sprechen kommen werden. Doch diese zwei ganz bestimmten Fälle toppen einfach alles, weshalb wir euch besser erst einmal diesen Artikel sacken lassen.

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