Plantronics RIG 700 HD im Test

Starkes Gamingheadset

4. November 2019 • 12:35 Uhr

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Was bietet das Plantronics RIG 700 HD? (Foto: Sven Wernicke)

Leicht, stylisch und bestens ausgestattet: Das Plantronics RIG 700 HD ist Liebe auf den ersten Blick. Das Gamingheadset im Praxistest.

Zig Hersteller möchten mit ihren Headsets die längst sehr verwöhnten Gamer überzeugen. Neue Alleinstellungsmerkmale und kreative Ideen müssen her. Das RIG 700 HD von Plantronics ist federleicht, schnurlos und attraktiv. Nach einem ausführlichen Test ist für mich klar: Dies ist auch ein echt gutes Produkt, mit dem ihr viel Freude haben werdet.

Ausgepackt und angeschlossen

Beim Auspacken des RIG 700 HD fallen ein paar Besonderheiten auf. Der quadratische Empfänger mit USB-Anschluss ist für den PC – klar, es ist ein Wireless-Headset! Dazu gesellen sich noch ein an das Headset ansteckbares Mikrofon, ein optisches Kabel und die Kopfhörer selbst. Beim ersten Aufsetzen erstaunt das tatsächlich niedrige Gewicht: 241 Gramm bringt das RIG 700 HD auf die Waage.

Das ist alles drin. (Foto: Sven Wernicke)
Das ist alles drin. (Foto: Sven Wernicke)

Ernüchternd mag vielleicht sein, dass das Gamingheadset noch über einen herkömmlichen Mini-USB-Port verfügt, USB-Type-C wäre mir persönlich lieber gewesen. Mit diesem lade ich schließlich schon seit ein paar Jahren mein Smartphone auf. Ein Ladegerät zum Füllen des Akkus liegt dem Lieferumfang auch nicht bei – typisch heutzutage. Abgesehen davon ist die Installation selbsterklärend und schnell erledigt. Windows 10 erkennt die Peripherie sofort und bindet diese korrekt ein. So muss das sein.

Erste Verwendung des Plantronics RIG 700 HD

Es sollte klar sein, dass ihr zu Beginn den Akku aufladen müsst. Ist das erledigt, geht’s ans Aufsetzen und Anpassen an eure Kopfgröße. Persönlich bin ich nicht ganz glücklich damit, dass ihr die Kopfhörer über die drei Einkerbungen an den Außenseiten der Treiber einstellt, mir wäre ein flexibel justierbarer Kopfbügel lieber gewesen. Andererseits ist wohl nur dadurch das niedrige Gewicht des RIG 700 HD möglich. Und: Es klappt soweit gut, das Headset sitzt bei mir wunderbar.

Die drei Einkerbungen ermöglichen ein Anpassen an die Kopfgröße. (Foto: Sven Wernicke)
Die drei Einkerbungen ermöglichen ein Anpassen an die Kopfgröße. (Foto: Sven Wernicke)

Ohnehin überraschte mich das RIG 700 HD bei der ersten Verwendung. Hier drückt nichts, die 40mm-Treiber sitzen prima auf den Ohren – dank der weichen, aber zugleich isolierenden Kissen. Ich hörte bei meinen anfängliche Tests einige Songs von Spotify, bei denen die Bassreflexrohre im Inneren der Treiber ordentlich zur Geltung kamen. Sauberer, satter Klang erwartete mich. Nicht übel!

RIG 700 HD im (Spieler-)Alltag

Das RIG 700 HD richtet sich explizit an PC-Gamer, die sich ein schnurloses System wünschen. Tatsächlich begeisterte mich die verwendete und nicht näher beschriebene Funktechnik, die Plantronics zufolge lag-frei ist. Bei etlichen von mir ausprobierten Games konnte ich keine Verzögerungen wahrnehmen, was für anspruchsvolle Spieler ein „No-Go“ wäre. Die 10 Meter maximale Reichweite konnte ich nicht ganz erreichen, was an störenden Wänden in meiner Wohnung gelegen haben dürfte.

Der Empfänger wird an den PC angeschlossen. (Foto: Sven Wernicke)
Der Empfänger wird an den PC angeschlossen. (Foto: Sven Wernicke)

Praktisch sind weitere Aspekte: Der Akku erhielt eine Schnelllade-Technik,was bedeutet: Füllt ihn 30 Minuten auf, um rund zwei Stunden zocken zu können. Allgemein hält der Akku um die 12 Stunden, bei meinen Sessions (ich nutzte ihn aber auch für Musik und Videos) passten die Angaben des Herstellers ungefähr.

Das RIG 700 HD wirbt mit Surround-Fähigkeiten,es gibt „nur“ Windows Sonic, das in den meisten Fällen für gute räumliche Tiefe sorgt. Für meinen Geschmack geht das minimal auf Kosten der hohen Töne, was bei Actionspielen zu vernachlässigen ist. Ihr könnt Windows Sonic jederzeit ein- und ausschalten, um so das Optimum für euch zu finden. Dolby Atmos oder 7.1-Surroundsound bekommt ihr beim RIG 700 HD nicht.

Wozu ist der Gaming/Chat-Regler?

Sinnvoll ist der Gaming/Chat-Balance-Regler, mit dem ihr direkt am Headset zwischen Chat und Spielgeräuschen wechselt beziehungsweise die Priorität justiert. Und das, ohne etwas im Spiel oder an Windows-Einstellungen ändern zu müssen. Voice-Chats müssen allerdings über das optische Kabel kommen, was vermutlich nicht immer der Fall ist.

Ein praktischer Drehregler. Ihr könnt auch das Mikrofon muten. (Foto: Sven Wernicke)
Ein praktischer Drehregler. Ihr könnt auch das Mikrofon muten. (Foto: Sven Wernicke)

Erwähnenswert ist noch das gute Ansteckmikrofon, das zumindest meine Gegenüber bei Gesprächen in Spielen und bei Skype zufriedenstellen konnte. Anders sieht es aus, nutzt ihr Tools wie Audacity, um beispielsweise Podcasts aufzunehmen. Hier fiel mir dann doch das auffällige Rauschen und der minimal blecherne Sound auf, was an dem eingeschränkten Frequenzbereich von 100 Hz–10 kHz liegt. Das können andere Headsets und vor allem Standalone-Mikrofone besser. Ihr solltet also keine Wunder erwarten, fürs Streamen und Kommunizieren in Spielen reicht es dagegen vollkommen.

Das Mikrofon lässt sich auch abnehmen. (Foto: Sven Wernicke)
Das Mikrofon lässt sich auch abnehmen. (Foto: Sven Wernicke)

Fazit: Stimmiges Headset

Hier und da könnte ich nörgeln, vor allem beim nicht optimal gelösten Einstellen an die eigene Kopfgröße. Auch ist es sicherlich schade, dass das Plantronics RIG 700 HD nur für den PC gedacht ist. Zockt ihr auch auf Konsolen, müsst ihr entweder zu dem RIG 700 HS (PS4) oder dem RIG 700 HX (Xbox One) greifen. Eine Universal-Lösung bietet zumindest Plantronics nicht an.

Das ist das gute Stück. (Foto: Sven Wernicke)
Das ist das gute Stück. (Foto: Sven Wernicke)

Aber: Das RIG 700 HD ist toll. Es sitzt super, ist wirklich unkompliziert zu verwenden und qualitativ überzeugend. Im Direktvergleich zu meinem bisher geliebten HyperX Cloud II fällt das deutlich geringere Gewicht positiv auf. Dazu gesellt sich ein sauberer Klang, der seine Stärken bei den Höhen und im Mittelbereich ausspielen kann. Die Bässe sind für meinen Geschmack nicht opulent, dafür aber nicht zu dumpf und angenehm für die Ohren.

Dass sich der Akku nicht wechseln lässt, ist bedauerlich. Doch auch das ist Kritik, die ihr nicht überbewerten müsst, sollten euch Tragekomfort und stimmige Akustik wichtiger sein. Alles in allem bin ich zugegeben begeistert von dem RIG 700 HD, das mir auch beim Musikhören viel Spaß bereitet. Ein schöner Allrounder für Gaming und Alltag – das RIG 700 HD von Plantronics ist eine Empfehlung für alle, die ein gelungenes Gamingheadset gerade für lange Sessions suchen.

Weitere Infos findet ihr auf der offiziellen Webseite.

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Plantronics RIG 700 HD im Test: Starkes Gamingheadset
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Plantronics RIG 700 HD im Test: Starkes Gamingheadset
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Leicht, stylisch und bestens ausgestattet: Das Plantronics RIG 700 HD ist Liebe auf den ersten Blick. Das Gamingheadset im Praxistest.
Sven Wernicke
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