Plantronics RIG Stereo-Headset

Vielseitiges Gaming-Headset im Praxistest

9. März 2014 • 11:49 Uhr

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Das Headset mit Mixer und Handbuch. (Foto: GamingGadgets.de)

Das Plantronics RIG Stereo-Headset sieht nicht nur klasse aus, sondern besitzt auch eine elementare Besonderheit. Eine kleiner Mixer sorgt dafür, dass ihr beim Spielen auf PC oder Konsole auch parallel einen Telefonanruf auf eurem Smartphone annehmen könnt. Ob das eine Bereicherung für das Gamingheadset ist? Der Praxistest.

Verflixte Verpackung!

Was haben sich die Plantronics-Mitarbeiter bei der Verpackung gedacht? So hübsch sie aussehen mag, so nervig ist sie. Das Headset wurde fest in eine Plastikverkleidung gesteckt, aus der ihr die Peripherie nur mit sehr viel Kraftaufwand herausbekommt. Zugegeben: Ich hatte etwas Angst, den Kopfhörer beim Auspacken zu beschädigen. Zum Glück klappte es dann doch ganz gut. Ihr erhaltet neben dem sehr wertig anmutenden Headset besagten Mixer. Das ist ein kreisrundes, handliches Gerät, welches mit Schaltern und Drehrädern am Innen- und Außenrand versehen wurde. Das Gerät ist auf gewisse Weise die Schaltzentrale für euer RIG. An dieses wird das Headset über das Mikrofon angeschlossen. Ebenfalls verfügt das mit LED beleuchtete Teil über Anschlüsse für USB und Mikrofon (zum Computer bzw. der Konsole) und ein Kabel für ein mobiles Gerät mit Audio-Ausgang. Vor allem für Smartphones ist dieses geeignet, wobei ihr es auch für ein Tablet oder gar eine Handheld-Konsole verwenden könnt.

Weitere Kabel liegen dem Lieferumfang bei. Diese kommen zum Einsatz, möchtet ihr aus RIG reguläre, schnurgebundene Kopfhörer machen oder das Headset an Xbox 360 (XBL-Anschluss vorhanden), PlayStation 3 oder PlayStation 4 anschließen. Schnell machen sich erste praktische Elemente bemerkbar. Das Mikrofon aus Plastik dürft ihr einfach entfernen und durch ein reguläres Audiokabel mit Inline-Mikrofon ersetzen – schneller geht’s nicht. Und so habt ihr reguläre Kopfhörer für unterwegs.

Die Kurzanleitung ist in der Tat sehr kurz geraten, erklärt aber anhand von Bildern die Optionen, die ihr zum Verbindungen mit euren Multimedia-Maschinen besitzt. Ein paar weitere Erläuterungen hätten nicht geschadet. Vor allem, da RIG mit einem Preis von knapp 130 Euro nicht gerade ein Schnäppchen ist und sich erst im Laufe der Zeit weitere Einsatzmöglichkeiten offenbaren.

Erster Einsatz

Erster Versuch. (Foto: GamingGadgets.de)
Erster Versuch. (Foto: GamingGadgets.de)

Wofür werdet ihr RIG am wahrscheinlichsten benötigen? Ich persönlich tippe auf den Einsatz am PC oder Mac. Der Mixer kommt auf den Schreibtisch, das USB-Kabel zum Rechner ist hierfür lang genug. Genauso reicht die Verbindung vom Headset zum Mixer für den Einsatz am Rechner. Euer Smartphone schließt ihr ebenfalls an den Kasten, um so für alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Und so läuft das: Klingelt euer Telefon, könnt ihr mit einem Schalter den Ingame-Ton komplett deaktivieren und so ohne Irritationen mit dem Gegenüber quatschen. Oder wie wäre es, beim Spielen mittels des Faders von einer anderen Quelle (eben dem Smartphone) MP3-Musik zu hören? Oder ihr schaltet auf Knopfdruck das Mikrofon während des Spielens aus, wenn jemand in euer Zimmer kommt. Ihr selbst bestimmt die Lautstärke beider verbundenen Audiogeräte, also im Normalfall PC oder Konsole und Telefon bzw. Tablet / Vita etc. . Dank der sehr guten Verarbeitung des Mixers fühlt sich das Justieren der Volume-Regler sehr gut und robust an. Schön und aussagekräftig sind hier außerdem die farblich unterschiedlichen LEDs.

Wozu?

Sicherlich hat jeder eigene Ansprüche und Vorstellungen von einem optimalen Headset. Ich selbst nutze das RIG jetzt seit geraumer Zeit, in erster Linie für Skype-Gespräche, Podcast-Aufnahmen, zum Spielen am Rechner bei gleichzeitiger Erreichbarkeit mit dem Smartphone. Wiederum als relativ unpraktisch empfinde ich es, RIG zu meinen Konsolen zu bringen. Ja, es gibt einen optischen Eingang, den ich für PS3 und Xbox 360 (aber auch PCs und andere Geräte) brauche. Nur ich mag es nicht, Kabel vom Sideboard im Wohnzimmer, auf dem Konsolen und HDTV stehen, zur rund vier Meter entfernten Couch zu ziehen. Hier kann von Komfort dann keine Rede sein. Anders sieht es aus, solltet ihr eure Konsole am Monitor im Spielezimmer hängen haben und die Entfernungen deutlich geringer ausfallen. Will sagen: Für das klassische Heimkino-Erlebnis halte ich RIG für ungeeignet, denn dafür sind die Leitungen und der Mixer, an dem eventuell noch das Telefon steckt, einfach unpraktisch. Ihr könnt einige Meter gut überbrücken, so ist das nicht. Mir gefällt diese Idee jedoch gar nicht.

Mein Tipp: Überlegt euch vor dem Kauf ganz genau, wie und wo ihr RIG einsetzen wollt.

Qualität

Richtig gut verarbeitet! (Foto: GamingGadgets.de)
Richtig gut verarbeitet! (Foto: GamingGadgets.de)

Bisher verwendete ich stets das Plantronics GameCom 780, mit dem ich an sich sehr zufrieden war. Der Umstieg auf RIG ist aufgrund des Mixers dezent gewöhnungsbedürftig, was keineswegs als Kritikpunkt angesehen werden sollte. Es ist eben eine individuelle Anpassung an eure Bedürfnisse und eure Räumlichkeiten nötig. Und das geht über die drei vorhandenen und dezent unterschiedlichen Equalizer-Profile, die ihr auf Knopfdruck am Mixer ändert, hinaus. Mehr müsst bzw. könnt ihr sowieso nicht einstellen. Das ist meiner Auflassung nach gar nicht schlimm, denn ich halte die 40mm Speaker schon für optimal eingestellt. Stimmige Höhen und mittlere Töne sowie angenehme, aber keinesfalls übertriebene Bässe schmeicheln die Ohren (20hz – 20kHz). Absolut überzeugend ist der Mikrofonarm, der zwar nicht verstellbar ist, doch nah genug am Mund sitzt, um prima verständliche Gespräche aufzunehmen. Das Kabelmikrofon fällt kaum ab und ist auch unterwegs am Smartphone zu gebrauchen. Praktisch.

Das Headset selbst sitzt übrigens felsenfest auf dem Kopf und dämmt recht gut die Umgebungsgeräusche. Daher ist es sinnvoll, dass ihr die eigene Sprache hört. Persönlich hätte ich es begrüßt, hätte ich dies auf Knopfdruck ändern können. Nicht jeder favorisiert dies. Unabhängig davon wirkt auch das Konzept von RIG schlüssig, wohl überlegt und mit Bedacht umgesetzt. Weiche Ohrpolster, zum Verstauen drehbare Muscheln, ein straffer, aber stabiler Bügel, der angenehm schwere Mixer, der fest auf dem Tisch sitzt – das hinterlässt einen prima Eindruck. Zwar kann der Bügel zum Verstellen nicht besonders weit ausgefahren, für jede „normale“ Kopfform dürfte RIG auf jeden Fall geeignet sein.

Fazit: Hochweriges Headset mit dem gewissen Etwas

Schon beim Aufsetzen wusste ich, dass RIG ein schönes Gamingheadset für den Alltag ist. Und auch nach etlichen Stunden, die ich es beim Spielen, Skypen, aber auch beim Hören von Musik und beim Schauen von Videos verwendet habe, bleibt das Gefühl bestehen. Plantronics hat hier ein sehr wertiges Produkt abgeliefert, das richtig schick aussieht. Der weiße Kopfhörer mit dem schwarzen, weichen Bügel – persönlich genau mein Ding. Erhältlich ist alternativ eine Variante in Schwarz/Rot.

Dennoch muss ich es noch einmal betonen: Der Mixer ist sicherlich gerade für häufig telefonierende Spieler eine Bereicherung, die so flott zwischen Game und Gespräch wechseln können. Nur schränkt die Peripherie zwangsläufig ein. Am Rechner im Spielezimmer ist das kein Problem, sehr wohl aber im Wohnzimmer am TV – wenn die Kabel auf dem Boden liegen bzw. der Mixer irgendwo hingestellt werden muss. RIG eignet sich für Xbox 360, PS3 oder PS4, aber das kann unter Umständen zu einer lästigen Angelegenheit werden. Das müsst ihr vor dem Kauf bedenken! Benötigt ihr das Wechsel-Feature zwischen Spielsound und Smartphone nicht oder nur sehr selten, empfehle ich euch ein anderes, günstigeres Headset, das auf dieses zusätzliche Feature verzichtet – auch, obwohl ihr das Headset regulär unterwegs dank des Kabel-Mikrofons bzw. des normalen Kopfhörer-Kabels verwenden könnt.

Wenn ihr genau wisst, wo ihr RIG einsetzen möchtet, tätigt ihr hier einen richtig guten Kauf. Klar, der Preis ist verhältnismäßig hoch, die gebotene Leistung rechtfertigt diesen in jedem Fall.

Kaufen könnt ihr Plantronics RIG beispielsweise bei Amazon. Weitere Details erhaltet ihr auf der Hersteller-Webseite.

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