Poco

Winzig klein, aber extreme vielseitig: Poco ist ein Multimedia-Player, eine tragbare Spielkonsole, eine Actioncam und ein Audio-Rekorder. Schick, aber….?

Poco stammt von dem britischen Unternehmen Sinclair Mobile, das via Crowdfunding versucht, Poco zu finanzieren. Mit einem Preis von 299 US-Dollar bzw. 260 Euro ist das Kreditkarten-große Stück Technik allerdings ziemlich teuer – und womöglich etwas zu happig. Dabei klingt die Idee wirklich reizvoll. Ihr erhaltet ein kleines schwarzes Gerät, das einer Digitalkamera sehr ähnelt. Allerdings gibt’s ein paar nette Unterschiede: Auf der Rückseite befindet sich ein 2,8 Zoll großes IPS-Touchscreen-Display (240 x 320 Pixel), alternativ hängt ihr Poco danke Micro-HDMI-Port an einen HDTV.

Multimedia-Zentrale - wenn ihr wollt. (Foto: Sinclair)
Multimedia-Zentrale – wenn ihr wollt. (Foto: Sinclair)

Viele Möglichkeiten

Gut, das ist jetzt keine Besonderheit. Auch die integrierte Action-Cam (Full-HD-Videoaufnahme und Standbilder mit 5 Megapixel) ist sicherlicht nicht der Kick – das kann meine alte Sony-Digicam ebenfalls. Dagegen ist das Anbringen von Zubehör, um Poco ans Fahrrad oder Auto zu hängen, sicherlich praktisch. Doch das Device möchte mehr: Ihr sollt mit ihr spielen können, zwei Analog-Joysticks und diverse Buttons dienen der Eingabe. Möchtet ihr mal nichts zocken, wird Poco zum Hi-Res Musicplayer und Aufnahmegerät. An den drei USB-Ports schließt ihr bei Bedarf Kopfhörer, Mikrofone und anderes Zubehör an.

Nutzt Software vom Raspberry Pi. (Foto: Sinclair)
Nutzt Software vom Raspberry Pi. (Foto: Sinclair)

Was steckt genau für Hardware in dem durchaus schicken Teil? Sinclair verbaut im Grunde Technik von einem Raspberry Pi. Nur hier kommt allen Anschein nach das alte Modell mit Singlecore-Prozessor und 512MB RAM zum Einsatz – der liegt aktuell bei 25 Euro und ist sogar langsamer als der neue, 5 Dollar günstige Raspberry Pi Zero. Durch eine eigene Anordnung der Chips im Gehäuse ist Poco bezogen auf die Hard- und Software kompatibel mit dem Mini-Computer, das Angebot an Games und Emulatoren für Retro-Konsolen dürfte also an sich sehr groß sein. Zusätzlich integrieren die Verantwortlichen ein WIFI-Modul und einen 24bit-Soundprozessor, ebenfalls GPS, ein digitales Barometer und verschiedene Sensoren (Accelerometer, Magnetometer, Gyroskop).

Einfach zu teuer

Poco ist letztlich eine modifizierte Handheld-Konsole mit Raspberry Pi-Innenleben, aber eben ein kommerzielles Produkt für die Hosentasche. Die reinen Hardware-Kosten sollten recht niedrig sein – und genau das ist der Knackpunkt. Die 299 US-Dollar sind dann doch zu hoch gepokert, was eventuell die aktuellen Zahlen bei Indiegogo erklären. Dort sollen 300.000 US-Dollar für die Finanzierung eingenommen werden – nicht einmal 10 Prozent hat man bisher erreicht. Ob’s noch klappt? Das wird sich zeigen. Denn mir zumindest gefällt der Ansatz sehr gut.

https://www.youtube.com/watch?v=CJuMjNOdBNA

Weitere Einzelheiten erhaltet ihr bei Indiegogo und auf der Hersteller-Webseite.

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