Rollei Innocube IC200T

Der kleinste Pico-Projektor der Welt im Praxistest

7. April 2013 • 18:05 Uhr

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Der kleinste Pico-Beamer der Welt? Er ist wirklich winzig... (Foto: GamingGadgets.de)

Ich muss es offen zugeben: Der Rollei Innocube IC200T beeindruckt mich sehr. Der Pico-Projektor ist so winzig, aber trotzdem ein leistungsfähiger Beamer für den Alltag. Aufgrund seiner wirklich lächerlich kleinen Ausmaße wird er für mich zu einem Begleiter für etliche Lebenslagen.

Schauen wir uns das Gerät mal im Praxistest an…

Das ist ein Beamer?!

Laut Herstellerangaben ist der Rollei Innocube der gegenwärtig kleinste tragbare Pico-Projektor der Welt. Schon nach dem Öffnen der Packung, die genauso gut von einem Smartphone stammen könnte, folgt die Überraschung.  Der Beamer ist in der Tat unglaublich klein! Mit seinen Ausmaßen von 45 x 45 x 46 mm ist er würfelförmig, das Gewicht beträgt schmale 129 Gramm. Ganz ehrlich: Ich dachte zu Beginn, dass dieser Apparat nie und nimmer in der Lage sei, überhaupt etwas an die Wand zu projizieren. Von Haus aus besitzt der Innocube eine Silikon-Hülle, die die eckigen Ränder des wertig aussehenden Aluminium-Gehäuses schützt.

Schon erstaunlich, wenn ihr das erste Mal den Innocube auspackt. (Foto: GamingGadgets.de)
Schon erstaunlich, wenn ihr das erste Mal den Innocube auspackt. (Foto: GamingGadgets.de)

Bedauerlich dagegen: Dem 349 Euro (UVP) teurem Gadget, das es laut Preis.de bereits ab 289 Euro gibt, liegt keine Transportbox bei. Entweder, ihr steckt den Innocube wieder in die Packung oder sucht eine geeignete Aufbewahrung, wenn ihr ihn nicht benutzt. Denn Rollei betont, dass der Projektor vor Staub und auch groben Erschütterungen geschützt werden sollte. Längere Zeit offen herumstehen lassen solltet ihr das unscheinbare Hightech-Wunder also nicht.

Kabel dabei und extra kaufen

Ist kein Gerät angeschlossen, erhaltet ihr diese Meldung. (Foto: GamingGadgets.de)
Ist kein Gerät angeschlossen, erhaltet ihr diese Meldung. (Foto: GamingGadgets.de)

Im Lieferumfang befindet sich ein HDMI-Kabel, das ihr dazu verwendet, den Innocube mit einem regulären Laptop, Desktop-Rechner, Tablet oder gar AppleTV sowie anderen Geräten mit HDMI-Ausgang zu verbinden.  Ein weiteres Kabel ist für Smartphones gedacht, die den MHL-Standard unterstützen. Das sind die meisten „besseren“ Mobiltelefone derzeit. Mittels des 5 to 11-Port-Adapters könnt ihr alle neueren Samsung Galaxy-Geräte ab S3 oder Note 2 mit dem Innocube verbinden. Besitzt ihr dagegen ein iPhone oder iPad, benötigt ihr leider Kabel, die Rollei nicht mitliefert. Kein Wunder, kostet beispielsweise ein HDMI zu Lightning-Port (iPhone 5) schlappe 45 Euro. Etwas günstiger ist die „Strippe“ für ältere iOS-Smartphones bzw. Tablets. Aber: Mit diesen Zusatzkosten solltet ihr ggf. rechnen. Möchtet ihr den Projektor vorrangig für euren Computer (Mac, Windows etc.) gebrauchen, müsst ihr nur darauf achten, dass ein HDMI-Port vorhanden ist. Andere Kabel (YUV, Chinch etc.) werden nicht unterstützt. Am Innocube selbst befindet sich ein micro HDMI/MHL-Eingang, ihr könnt also alternativ zu den beiliegenden auch handelsübliche HDMI-Kabel kaufen und benutzen.

Nicht zu vergessen: Mit dabei ist ferner ein Ladekabel, um den Innocube mit Strom zu versorgen bzw. den integrierten Lithium-Polymer-Akku (2300 mAh) aufzuladen. Was das konkret bedeutet? Ihr dürft den Projektor ohne eine externe Stromquelle anschalten. Der Akku hält maximal zwei Stunden, das gibt zumindest Rollei an. Bei meinen Tests schaltet sich der Kleine nach knapp unter zwei Stunden ab – allerdings erst nach dem rund fünften, sechsten Ladezyklus. Ihr wisst schon – der Akku muss zu Beginn sein volles Potential entfalten. Einen Langzeittest konnte ich bisher logischerweise noch nicht durchführen.

In der Theorie

Zur Sache: Der Innocube besitzt eine RGB LED-Lichtquelle, die die Bilder an die Wand bringt. Bei der Größe des Würfels könnt ihr weder 4K noch 3D erwarten. Stattdessen gibt’s VGA-Auflösung, was bedeutet: 640 x 480 Bildpunkte (4:3 Seitenverhältnis). Mit einem Kontrastverhältnis von 800:1 und 35 ANSI Lumen ist er für einen Pico-Projektor auf der Höhe der Zeit, wie ich finde. Ob die LED wirklich 10.000 Stunden hält, kann ich nicht einschätzen. Fakt ist: Ein Wechsel der Leuchte dürfte keine Leichtigkeit sein, die Infoblätter geben darüber keinen Aufschluss.  Was, wenn die LED kaputt ist? Soll ich den Innocube dann im schlimmsten Fall entsorgen? Auf der anderen Seite dürfte das Gerät über ein Jahr im Dauerbetrieb locker aushalten – das bedeutet in der Praxis wohl auch drei, vier Jahre bei normaler Verwendung. Eine weitere Beruhigung: Rollei bietet einen zweijährigen Austauschservice an – das Unternehmen ist also sichtlich von der Qualität des eigenen Produktes überzeugt.

In der Praxis

Kein optimales Beispiel: Rauhfaser-Tapete und normale Lichtverhältnisse. Besser ist die Bedienung im abgedunkelten Raum. (Foto: GamingGadgets.de)
Kein optimales Beispiel: Rauhfaser-Tapete und normale Lichtverhältnisse. Besser ist die Bedienung im abgedunkelten Raum. (Foto: GamingGadgets.de)

Apropos: Schon die Verarbeitung stellt mich sehr zufrieden. Keine scharfen Kanten, gebürstetes Metall, eine schwarze Front mit der Leuchte. Die Ports fürs Netzteil und HDMI-Kabel wurden vorbildlich ausgestanzt und geben keinen Grund zur Klage. Was auffällt: Manchmal ist nicht ersichtlich, wo sich die Vorderseite des Innocube befindet. Häufiger habe ich deswegen auf die Glasfläche, hinter der die LED platziert ist, gefasst. Arg, Fingerabdrücke!  Aber okay, Erbsenzählerei! Hörbar ist der integrierte Lüfter, der jedoch bei längerem Einsatz nicht negativ auffällt oder nervt. Er ist eben für die Kühlung der Komponenten nötig.

Klasse ist, dass der Rollei Innocube IC200T quasi perfektes Plug & Play bietet. Verbinde ich ihn mit meinem Laptop Asus G73, wird automatisch auf die entsprechende Auflösung umgeschaltet und der Desktop an der Wand dargestellt. Genauso klappt dies ohne Aufwand oder die Notwendigkeit, Einstellungen vornehmen zu müssen, am iPhone 5 und sogar am besagten Apple TV. Testweise probierte ich es auch mit der PlayStation 3 und der Wii U – nur da müssen wir uns nichts vormachen: Der Innocube besitzt mit seiner Auflösung nicht gerade das Potential für lange Zock-Sessions an großen Konsolen. Vielmehr sehe ich neckische Einsätze an mobilen Geräten.

Am häufigsten habe ich den Innocube bisher mit dem iPhone 5 benutzt. Geschossene Fotos präsentiere ich so schnell und unkompliziert, gut klappt auch das Abspielen von Videos. Und dank der HDMI-Verbindung gibt’s eine kaum wahrnehmbare Latenz – im Gegensatz beispielsweise zu Airplay Mirroring. Das bedeutet: Zum Spielen von Smartphone-Games ist der Beamer prima geeignet. Voraussetzung ist selbstverständlich eine geeignete Fläche an der Wand. Eine solide Qualität bringt durchaus weiße Rauhfaser-Tapete, deutlich besser wird’s bei einer passenden Leinwand. Mit einem Abstand von zwei Metern erhaltet ihr ein rund 60 Zoll großes Projektionsbild, ich selbst würde aber maximal 1,5 Meter empfehlen und so von dem kontrastreicheren, farbintensiveren Bild profitieren. Dank eines kleinen Drehrades passt ihr den Fokus und damit die Schärfe euren Ansprüchen an. Die 35 Lumen kommen bei Tageslicht schnell an ihre Grenzen. Abgedunkelt sollte der Raum also immer sein, sonst klappt es nicht mit einem zufriedenstellendem Bild.

Foto im abgedunkelten Raum: Qualitativ entsprechend schwierig, aber eines wird deutlich: Die Schärfe und Größe des Beamer-Bildes ist gut! Ersichtlich ist auch hier, dass der Projektor gerade zur Wand stehen sollte, um Verzerrungen zu vermeiden. (Foto: GamingGadgets.de)
Foto im abgedunkelten Raum: Qualitativ entsprechend schwierig, aber eines wird deutlich: Die Schärfe und Größe des Beamer-Bildes ist gut! Ersichtlich ist auch hier, dass der Projektor gerade zur Wand stehen sollte, um Verzerrungen zu vermeiden. (Foto: GamingGadgets.de)

Was mir generell nicht gefällt, das ist der integrierte Lautsprecher. Der Ton wird über HDMI (zum Beispiel vom iPhone 5) direkt weiter gereicht, die Lautstärke kann ich allerdings nicht richtig anpassen. Sinnvoller wäre ein Regler direkt am Innocube gewesen. Denn standardmäßig ist er schlicht zu schrill. Da hilft es nur, direkt am jeweiligen Gerät den Sound komplett zu deaktivieren.

Fazit

Ein feiner Winzling. (Foto: GamingGadgets.de)
Ein feiner Winzling. (Foto: GamingGadgets.de)

Ich hatte es eingangs schon erwähnt: Mich hat der Rollei Innocube IC200T beeindruckt. Auf kleinstem Raum erhalte ich einen vollwertigen Beamer, den ich just for fun anschließen und verwenden kann, wo und wann ich will. Der integrierte Akku hält locker für einen Standard-Film oder für längere Zock-Sessions am Smartphone oder Tablet. Aber wir müssen uns hier nichts vormachen: Aufgrund der VGA-Auflösung und der 35 ANSI Lumen braucht ihr gar nicht über Full HD-Entertainment nachdenken. Viele PC-Spiele verweigern sogar den Start, wenn ich den Innocube angeschlossen habe und der Desktop in 640 x 480 Bildpunkten „erstrahlt“. Hier kommt der Beamer einfach an seine Grenzen. Möchtet ihr allerdings einen mobilen Projektor für spontane Vorführungen haben, zum Beispiel im Freundeskreis, auf Partys, als Freelancer bei einem Kunden oder wo auch immer, dann bekommt ihr mit dem IC200T ein kleines Wunder, das mir nach wie vor eine Menge Freude bereitet. Dank intuitiver Bedienung, einfachstem Plug & Play sowie bei geeigneten Flächen, entsprechender Dunkelheit und einem Abstand von im besten Fall unter zwei Metern erhaltet ihr ein feines Gadget mit einer erstaunlich guten Bildqualität – für die Größe definitiv! Der Preis mag hoch erscheinen, in meinen Augen ist er aber absolut angemessen – trotz der zwangsläufigen Limitierungen und der eins, zwei genannten Schwächen.

Weitere Details erhaltet ihr auf der Webseite von Rollei sowie auf der Facebook-Site. Dort gibt’s auch regelmäßige Gewinnspiele. Wenn ihr Informationen in englischer Sprache wünscht, dann schaut hier.

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3 Kommentare

    • Sven am

      Kommt noch – und zwar im dritten “PRaxis”-Absatz. Nur die Fotos habe ich heute gemacht…da war’s noch hell. :) Wird auf jeden Fall nachgetragen in Kürze. :)

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  1. 7. April 2013 at 18:04