Smarte Werkzeuge: Die Tools von Morgen

Für viele Jahrzehnte schien es unmöglich, zwischen dem traditionellem Handwerk und der Digitalisierung eine nachhaltige Brücke zu bauen. Mittlerweile sind wir jedoch technologisch auf einem Stand der es ermöglicht, neben der Haustechnik auch Elektrowerkzeuge zu vernetzen und miteinander kommunizieren zu lassen.

Schaut man sich die Handwerksunternehmen an, so lässt sich feststellen, dass gravierende Unterschiede vorherrschen, hinsichtlich des Digitalisierungsgrads. Beispielsweise haben schon viele Unternehmer eine Webseite für ihre Firma, sind aber nicht über soziale Netzwerke erreichbar wie zum Beispiel die Konkurrenz. Die digitalen Faktoren haben in Zukunft einen immer größeren Erfolg auf das Unternehmen und das nicht nur was den Onlineauftritt anbelangt.

Vor allem wenn es um die Anfertigung von Produkten und der fachgerechten Umsetzung neuer Kundenprojekte geht, ist eine Vernetzung moderner Werkzeuge sinnvoll. Neben der Einstellung, Wartung und Fehleranalyse von Maschinen, ist mit einer Vernetzung auch eine höhere Effizienz im Arbeitsablauf zu erwarten und man behält als Unternehmer die Übersicht über den aktuellen Stand der einzelnen Prozesse.

Ein Schreinerbetrieb kann ebenfalls von smarten Maschinen profitieren wie beispielsweise große Industrieketten. Für kleine Werkzeuge wie zum Beispiel der Handkreissäge macht das natürlich keinen sinn, für große Maschinen die jedoch stationär und fest im Arbeitsprozess eingegliedert sind, ist ein smartes Management, bzw. eine Automation durchaus sinnvoll.

So ergeben sich beispielsweise für einen Holzbaubetrieb durch die Automatisierung einer Bandsäge die folgenden Vorteile:

  • Prozesssicherheit
  • Materialersparnis
  • Zeitersparnis
  • Dokumentation

Die Datenverarbeitung wird um bei diesem Beispiel zu bleiben, vom Computer aus dem Büro heraus stattfinden, Daten können über CAD und Excel eingegeben und gegebenenfalls geändert werden.

Der Handwerker muss die Sägeparameter nicht mehr manuell einstellen, sondern sie werden von der Maschine automatisch über die digital eingegebenen Parameter eingestellt, dadurch ist auch eine höhere Präzision gegeben.

Außerdem kann mit einer automatisierten Bandsäge, die Fertigungssteuerung enorm verbessert werden, das wird unter anderem durch die Dokumentation unterstützt, beispielsweise durch gespeicherte Sägeliste, welche Sägen sich in der Firma befinden und momentan in Betrieb sind.

Auf der Basis der Erfahrungswerte und Daten, können neue Sägekonzepte erstellt werden, neue Daten für verschiedene Materialien vorbereitet (Vorschubgeschwindigkeit, Drehzahl) und in die Säge-Infrastruktur mit eingebunden werden.

2017 hat der Hersteller Bosch bereits 11 vernetzte Produkte entwickelt und auf den Werkzeug-Markt gebracht. Dazu zählen Winkelschleifer, Bohrmaschinen und Kombinationslaser sowie ein Baustellenlicht.

Diese Geräte besitzen unter anderem ein Bluetooth-Modul. Der Handwerker kann sein Smartphone und eine installierte App verwenden, um die smarten Funktionen nutzen zu können. Dadurch ist eine größere Flexibilität, Geschwindigkeit und Professionalität beim Handwerken möglich. Bosch will langfristig alle Profi-Elektrowerkzeuge vernetzen und “smart” machen um den Komfort für den Handwerker zu erhöhen. Das gilt auch für kleine handbetriebene Maschinen wie zum Beispiel der Handkreissäge oder der Tischkreissäge.

Mit smarten Werkzeugen den Überblick behalten

Eine der wichtigsten Faktoren beim regelmäßigen Arbeiten mit verschiedenen Tools ist der Überblick. Hat der Handwerker keine Ahnung ob wichtige Werkzeuge momentan zur Verfügung stehen, ist das für den Arbeitsprozess fatal, denn dadurch kann er komplett zum Erliegen kommen. Infolgedessen bedeutet das für Betriebe einen unzufriedenen Kunden, noch mehr Kosten und am Ende auch noch deutlich wenigter Aufträge. Die Vernetzung der Geräte hilft also einen Überblick darüber zu haben, was momentan einsatzbereit ist von den Werkzeugen und was nicht. Und damit auch die Information wie und ob ein Arbeitsprozess überhaupt gestaltet werden kann. Aufgrund der Vielzahl der heutzutatge verschiedenen Maschinen, ist diese Transparenz unbedingt notwendig

Ein Werkzeughersteller der uns neben Bosch besonders positiv aufgefallen ist, ist der Werkzeughersteller Hilti. Dieser bietet ein herstellerübergreifendes Werkzeugsystem an, wobei verschiedene Maschinen einfach miteinander vernetzt werden können. Dabei helfen moderne Funkchips die auch Smarttags genannt werden.

Wie geht es mit smarten Werkzeugen weiter?

Da vernetzte Werkzeuge immer mehr im Trend liegen, werden die Geräte sicherlich ein Teil von “Industrie 4.0” beziehungsweise “Internet der Dinge”. Das heißt, alle Geräte werden mit Chips und Sensoren ausgestattet und haben die Fähigkeit Daten untereinander auszutauschen und zu kommunizieren. Ein Verwaltungsprogramm regelt die in Industrie 4.0 eingebundenen Geräte und übernimmt auch das Management. Dadurch können unter anderem die Wartung der Maschinen und eventuell deren Reperatur geplant werden, immer in Abstimmung mit gegenwärtigen Projekten.

Die Geschwindigkeit mit der sich diese Vernetzung ausbreitet, wird allerdings durch die Bedenken einiger Hersteller ausgebremst. Viele sehen die enorme Geschwindigkeit mit der sich die Geräte weiterentwickeln als Problem um sinnvoll wirtschaftlich investieren zu können. Beispielsweise ist es wichtig, dass sich eine Investition für ein kleines Unternehmen auf jeden Fall lohnt und es nicht im übernächsten Jahr ein Update gibt das nur für die nächste Gerätegeneration geeignet ist.

So muss der tatsächliche Nutzen im Verhältnis zu den laufenden Kosten im Verhältnis stehen, viele Unternehmer können momentan noch nicht abschätzen wie oft sie ein Gerät erneut kaufen müssen. Früher hat man sich einfach eine Bohrmaschine, Handkreissäge oder Sägemaschine gekauft und konnte eventuell sogar für Jahrzehnte von dieser Investition profitieren, das ist mittlerweile vor allem mit smarten Werkzeugen leider nicht mehr der Fall. Deshalb bleibt abzuwarten, wie die Hersteller, Unternehmen und Handwerksbetriebe in Zukunft agieren werden.

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