SmartPlane

Das erste Flugzeug mit Smartphone-Steuerung im Praxistest

7. Dezember 2013 • 16:09 Uhr

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Ein früher Versuch. (Foto: GamingGadgets.de)

Das erste Smartphone-gesteuerte Flugzeug der Welt – diese Beschreibung klang verlockend. Ist das SmartPlane ein spannendes Spielzeug-Gadget? Schauen wir uns den federleichten Flieger mal im Praxistest an…

Ausgepackt

Die recht große Verpackung macht schon etwas her. In der schicken Hülle zeigt sich dank transparenter Plastikfront das erstaunlich kleine Flugzeug mit seinem schwarzen Propeller, den schwarzen Vorderflügeln und dem weißen Korpus samt hinteren Flügeln. Beim Auspacken entdeckt ihr noch ein USB-Kabel, eine kleine Anleitung und einen Ersatzpropeller – für den Fall des Falles. Weitere Komponenten sind nicht dabei, im Grunde kann’s also sofort loslegen, schließlich sollt ihr nichts zusammenbauen.

Etwas ernüchternd ist der Eindruck, sobald ihr das SmartPlane in den Händen haltet. Verwendet wurde fast ausschließlich Polystyrol – also das Material, das häufig als Füll- und Dämmstoff in Postpaketen für den Transport von Waren verwendet wird. Aber das hat einen Grund! Denn nur so war es wohl möglich, das Gewicht von 11 Gramm zu erreichen. Inklusive Motor, Bluetooth-Modul, USB-Port und Akku übrigens.

Der Flieger - frisch ausgepackt. (Foto: GamingGadgets.de)
Der Flieger – frisch ausgepackt. (Foto: GamingGadgets.de)

Die wichtigste Hardware verbirgt sich zwischen den beiden vorderen Doppeldecker-Flügeln, ein Metalldraht verbindet das „Herz“ des Fliegers mit der Lenkung hinten. Auch ohne Technik-Knowhow wird die Funktionsweise recht schnell ersichtlich, besonders viele Komponenten verbauten die Verantwortlichen von TobyRich eben nicht. Aber das ist ja zweitrangig.

Erste Einrichtung

Löblich: Das SmartPlane ist wirklich simpel gehalten. Ihr schaltet (bei aufgeladenem Akku) auf der Unterseite das Flugzeug ein, aktiviert an eurem Smartphone Bluetooth und startet die zuvor aus dem AppStore geladene App. Es dauert einmalig zirka 13 Minuten, bis die Ersteinrichtung abgeschlossen ist. Anhand einer Anzeige verfolgt ihr den Status. Wieso das so lange dauert? Ich habe keine Ahnung. Zum Glück müsst ihr das nicht ständig wiederholen.

Was während dieser Zeit auffällt, das sind einige Makel. Der Schalter neben dem USB-Port ist schwer zu erkennen und zu betätigen. Auch habt ihr etwas Angst, das SmartPlane aus Versehen einzudrücken. Ist es eben nur Schaumstoff. Der ist zwar elastisch, jedoch verträgt er nur in Maßen Stöße oder Druck durch die Finger. Ladet ihr den Akku auf, leuchtet zwar eine Lampe im Inneren des Flugobjektes, nur erfahrt ihr nicht, wann die Batterie voll ist. Darüber gibt nur die App halbwegs genau Auskunft. Wenigstens was.

Ab in die Luft

Der Flieger ist betriebsbereit? Jetzt soll’s in die Luft gehen? Dann schaltet ihr das SmartPlane ein und haltet euer iPhone (ab 4S) mit gestarteter App mit rund fünf Zentimeter Abstand aneinander. Sobald das virtuelle Cockpit mit künstlichem Horizont erscheint, kann der Spaß beginnen.

Zugegeben: Seid ihr zu Beginn alleine mit euren Flugversuchen, wird es etwas knifflig. Ihr solltet maximal 40 Prozent Schub geben, was ihr mittels Schieberegler in der App angebt. Der Propeller dreht sich entsprechend flott und ihr müsst nun versuchen, das SmartPlane geradeaus zu werfen und gleichzeitig die Steuerung am Telefon zu übernehmen. Anfänglich habe ich den Flieger einige Male in der Wohnung an die Wand klatschen lassen – zu schnell das Flugzeug, zu langsam meine Reaktionen. Deutlich (!) einfacher wird es, steht euch noch jemand zur Seite, der für euch das Flugzeug wie einen Papierfliege geradeaus wirft. Und ein Tipp: Ihr braucht viel Platz. Hohe, große Räume sind dringend zu empfehlen – oder ihr wählt den naheliegenden Park. Dann achtet darauf, dass es nahezu windstill ist und wenn möglich nicht regnet.

Sobald ihr das kleine Teil halbwegs im Griff habt und nicht ständig irgendwo abschmiert bzw. im Gebüsch hängen bleibt, zeigt sich das SmartPlane von der starken Seite. Die Geschwindigkeit ist enorm hoch, der Akku, der vermutlich so groß wie ein 5-Cent-Stück ist, hält bei durchschnittlichen Flügen zwischen fünf und 8 Minuten. Ihr könnt das Tempo etwas verringern und damit Strom sparen. Weniger als 40 Prozent der maximalen Höchstgeschwindigkeit bedeutet auch der ziemlich sichere Absturz. Bedenkt außerdem: Dank Bluetooth Smart (4.0) kann sich das Gadget sehr weit von euch entfernen. Es ist von 60 Metern die Rede, was ich jetzt ehrlich gesagt nicht abgemessen habe. Gegenüber einem Vehikel mit WIFI-Anbindung sind die Unterschiede jedoch gravierend. Nur wenn der Saft alle ist und das SmartPlane den Rückweg nicht schafft, bedeutet das auch: Laufen!

Das stört

Subjektiv betrachtet finde ich das verwendete Material schon etwas billig, vor allem weil das SmartPlane knapp 70 Euro kostet. Erstaunt hat mich trotzdem die Stabilität. Trotz einiger „Katastrophen“ hat das Flugzeug eine Menge ausgehalten, ohne einen ernsthaften Schaden zu hinterlassen. Gut so! Weniger schön dagegen ist der üble Fiepton während der Verwendung. Woher dieser kommt? Ich kann es nicht genau sagen. In jedem Fall verängstigt er meinen Hund und schmerzt mir in den Ohren, wenn mir das SmartPlane zu nahe kommt.

Und da sind noch die genannten Makel mit dem USB-Anschluss bzw. dem Schalter. Aber damit könnt ihr schon leben, logo! Schön hätte ich es gefunden, alternativ zur Steuerung mittels Bewegungssensoren eine Kontrolle über Buttons angeboten zu bekommen. Das hätte vielleicht die Bedienung vereinfacht.

Was an sich ferner negativ auswirkt ist die Tatsache, dass das Lenksystem niemals perfekt mittig für den Geradeausflug gehalten ist. Dies müsst ihr über die App anpassen, was enorm schwierig ist. Besser und sinnvoll wäre es gewesen, wäre die Standardposition zentriert – also geradeaus, statt links oder rechts. Alles in allem ist mir die Steuerung viel zu empfindlich, was gerade Neulinge zur Weißglut treiben dürfte.

Fazit: Eine spaßige Sache!

Eine Empfehlung - eher für erfahrenere Piloten. (Foto: GamingGadgets.de)
Eine Empfehlung – eher für erfahrenere Piloten. (Foto: GamingGadgets.de)

Es ist irgendwie schade, dass das SmartPlane so teuer ist. Trotz stylischer Verpackung und eines in jedem Fall sehr gut funktionierenden Systems wirkt das Produkt gar nicht mal sonderlich wertig. Ständig fliegt die Angst mit, etwas kaputt machen zu können. Abgesehen vom Propeller seid ihr nicht in der Lage, irgendwas auszuwechseln. Im schlimmsten Fall ist das SmartPlane also bei zu grober Behandlung ein happiger Wegwerfartikel.  Geht ihr mit dem Flugapparat gut um, bekommt ihr eine coole, extrem flotte Maschine, die recht wenig Einarbeitung, dafür aber kontinuierlich schnelle Reaktionen erfordert. Alles in allem ist das SmartPlane ein launiges und stimmiges Gadget geworden, das Freude bereitet. Nicht perfekt und sicherlich kein langfristiger Spaß – aber es hat eine Empfehlung verdient! Voraussetzung ist etwas Geduld und Lust, sich mit den Eigenheiten und kleinen Makeln des SmartPlane auseinandersetzen zu wollen. So gut ich den Ansatz auch finde, etwas mehr Feintunung hätten den Unterhaltungswert gerade für Einsteiger gravierend erhöht.

Sollte euer SmartPlane doch mal das Zeitliche segnen, könntet ihr es vielleicht in ein PowerUp 3.0 verwandeln. Bei der aktuell laufenden Kickstarter-Kampagne gibt’s identische Technik für weniger als 30 Euro. Ihr müsst euch dann nur einen Papierflieger selbst basteln….

Kaufen könnt ihr das SmartPlane unter anderem bei Amazon, weitere Details bekommt ihr direkt beim Hersteller.

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