SteamWorld Build Review: Das beste Aufbauspiel 2023?

SteamWorld Build ist der neueste Titel von Entwicklerstudio The Station. Für mich war es mein erster Ausflug in die SteamWorld-Reihe und wie der Titel meiner Review bereits vermuten lässt, wurde ich mehr als positiv überrascht. Warum das so ist und ob das Spiel wirklich Das beste Aufbauspiel 2023 für mich ist, erkläre ich euch heute.

Bevor es losgeht, könnt ihr euch hier den offiziellen Trailer ansehen:

Eine knuffige Story zum Dahinschmelzen

Bei meinem ca. 15-stündigen Test habe ich mich dieses Mal komplett auf den Story-Modus fokussiert. Dieser beginnt mit einer knuffigen Geschichte, die uns das höhere Ziel unserer bevorstehenden Arbeit näher bringen soll.

Bei SteamWorld Build geht es weder um Menschen, noch um Orgs oder andere typische Wesen, die wir normalerweise aus Aufbauspielen kennen, stattdessen begleiten wir hier das Schaffen und Treiben der sogenannten „SteamBots“. Dabei handelt es sich um fortschrittliche Roboter mit eigenen Gedanken und Gefühlen.

Die Steambots haben das Leben in der Einöde allerdings mehr als satt und wollen hoch hinauf, bis zu den Sternen, für ein besseres Leben. Dazu benötigen sie natürlich eine ordentliche Rakete und diese zu erschaffen ist im Story-Modus unsere große Aufgabe.

Die Geschichte beginnt mit der kleinen Astrid Clutchsprocket und ihrem Papa Jack.

Immer, wenn im Spiel ein bestimmter Meilenstein erreicht wird, dürfen wir kurzen, charmanten Konservationen zwischen den Steambots belauschen, die nicht nur die Geschichte, sondern auch die sympathischen Charaktere greifbarer machen.

Die Vertonung gibt es zwar leider nur auf Englisch, doch die Untertitel reichen hier tatsächlich völlig aus, um der Geschichte nicht nur gut folgen zu können, sondern auch, damit die richtige Portion Witz und Charme überfliegt.

Die Geschichte haucht dem Spiel nicht nur mehr Leben ein, sondern bietet auch immer wieder angenehme Gameplay-Pausen und wichtige Erklärungen. Zusätzlich ist sie einfach zum Dahinschmelzen süß und bietet sogar einen unerwarteten Plot-Twist sowie ein emotionales und überraschendes Ende.

Mehr als nur ein Aufbauspiel

Für das Gameplay haben sich die Entwickler etwas ganz Besonderes überlegt und die Welt in zwei wichtige Abschnitte unterteilt. So begleiten wir nicht nur das „normale“ Leben der Steambots an der Oberfläche, sondern verfolgen parallel dazu auch ihren Kampf gegen fiese Eindringlinge und ihre Arbeiten in der großen Mine.

An der Oberfläche erwartet euch ein relativ typisches Aufbauspiel, bei dem wir dafür sorgen müssen, dass genügend Rohstoffe zum Überleben existieren und dafür, dass die Steambots happy sind. Dazu stehen uns nicht nur Bauernhöfe und Geschäfte zur Verfügung, sondern im späteren Verlauf auch ganze Casinos und Bibliotheken.

Eine Stadt, die niemals stillsteht.

Es ist zwar zum einen richtig toll mit anzusehen, wie sich das kleine Dorf immer mehr zu einer fortschrittlichen Stadt aufwerten lässt, andererseits befindet sich hier auch der größte Makel des Spiels: Bis zum Ende der Story werden nämlich nicht nur die aufgewerteten Bots und Gebäude benötigt, sondern auch die simplen Bots und Geschäfte, ganz vom Anfang.

Bots gibt es hier in ganzen 4 verschiedenen Stufen, wobei jede Stufe andere Bedürfnisse hat. Das heißt im Endeffekt, dass wir für jede Stufe erst einmal alle passenden Gebäude in der Umgebung der Bots errichten müssen, bevor wir die Bots aufwerten können. Alte Gebäude abreißen ist nur bedingt möglich, damit auch niedrigstufige Bots gut gelaunt bleiben, weshalb wir am Ende vor einem großen Gebäude-Mischmasch stehen und große Schwierigkeiten bekommen, alle Bots zufrieden zu halten.

Ich muss allerdings auch sagen, dass man dieses Problem beim zweiten Durchspielen deutlich besser handhaben kann, als beim ersten Mal, da man auf das Kommende vorbereitet ist und so ein wenig besser planen kann. Ganz ausgereift ist dieses Aufwertungssystem allerdings trotzdem nicht.

Besonders angenehm ist hingegen der Bahnhof, der uns die Möglichkeit gibt, mit anderen Dörfern zu handeln. Alle paar Minuten fährt zu diesem Zweck ein Zug ein, der die vorher angepriesenen Waren mitnimmt und die Ingame-Währung gleich da lässt. So ist es, zumindest wenn man das Spiel auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad durchspielt, fast unmöglich pleite zu gehen.

Eine tolle Idee: Ein Zug holt regelmäßig Waren ab, die ihr zum Verkauf anbietet.

Ab in die Mine

Während an der Oberfläche der typische Steambot-Alltag abläuft, leben die Bots in der Mine deutlich gefährlicher. Das Erforschen der Mine ist allerdings höchst erforderlich, da für den Bau unserer Rakete nicht nur Ressourcen benötigt werden, die wir an der Oberfläche finden können, sondern auch wichtige antike Teile und Materialien, die es so nur in den Tiefen der Mine zu entdecken gibt.

Was uns hier erwartet, erinnert unter anderem ein wenig an ein taktisches Tower-Defense-Spiel. Je tiefer die Bots in die Mine hervordringen, desto mehr wichtige Teile und Ressourcen finden sie dort zwar, aber sie treffen dort auch auf fiese Monster, die schon lange in der Mine leben und die Steambots dort nicht dulden.

Es gilt, die SteamBots sowie ihre wichtigen Geräte und Ressourcen vor den Gegnern zu verteidigen.

Diese Monster können nicht nur die Steambots in der Mine töten, sondern auch ganze Maschinerien und Quartiere zerstören. Hier muss man also gut mit seinen Ausgaben für Waffen und Technologien haushalten und eine gute Balance finden, damit man am Ende nicht ohne Verteidigung da steht. Die Verteidigung selbst sollte außerdem clever positioniert werden.

In der Mine gibt es außerdem wieder ganz andere Steambots als an der Oberfläche, die speziell auf die Arbeiten in der Mine ausgelegt sind. So gibt es hier zum Beispiel Verteidiger gegen Feinde in der Mine sowie Mechaniker, die neue Maschinerien aufbauen und reparieren. Die Mine hat zudem mehrere Stockwerke, deren Zugänge allerdings erst einmal gefunden werden müssen. Die einzelnen Stockwerke sehen nicht nur unterschiedlich aus, sondern bergen auch neue antike Teile und neue Gefahren.

In der Mine gibt es besondere Ressourcen, die wir an der Oberfläche nicht finden können.

Was mir ganz besonders viel Spaß gemacht hat, ist das Management der Mine. So gibt es zum Beispiel ein praktisches Förderband, dass die Arbeiten in der Mine noch effizienter macht, wenn man es klug platziert und mit den einzelnen Ressourcen sowie dem Minen-Aufzug verbindet.

Das praktische Förderband für die Ressourcengewinnung ist eine geniale Idee.

Außerdem kann man praktische Boni für die einzelnen Arbeiter beim Erkunden der Mine in Schatztruhen finden, die, wenn man sie richtig anwendet, einen großen Unterschied machen können. So können Mitarbeitet mit Boni zum Beispiel schneller laufen oder bestimmte Waffen verwenden.

Solche Boni gibt es übrigens auch für die Oberfläche. Diese können dafür sorgen, dass ein Lager mehr Platz bietet oder eine Fabrik mehr Ressourcen produzieren kann und vieles mehr. Diese Boni machen jedes Durchspielen einzigartig und verändern immer wieder auch den Schwierigkeitsgrad.

Eine liebevolle Optik

Neben dem abwechslungsreichen und innovativen Gameplay kann mich hier vor allem aber auch die Optik überzeugen. Nicht nur, dass für die Zwischen- und Dialog-Sequenzen ein besonders schöner gemalter Stil verwendet wird, der ein tolles nostalgisches Feeling übermittelt, auch die Ingame-Grafik selbst kommt mit sehr viel Liebe zum Detail daher.

So gibt es zum Beispiel etliche nette Deko-Objekte, mit der man seine Stadt verschönern kann und spezielle Gebäude, wie der Saloon oder das Casino sind unter unter den verschiedenen Gebäuden noch einmal ganz besondere Eye-Catcher.

Mit den vielen verschiedenen Deko-Gegenständen und speziellen Gebäuden macht die Stadt richtig was her.

Sehr schön ist es außerdem, das rege Treiben der Bots mit ansehen zu können, die in der Stadt an der Oberfläche ihrem täglichen Leben nachgehen. Besonders süß ist auch die Tatsache, dass sogar die Rinder, Hunde und Katzen, die im Dorf leben, als Roboter daherkommen.

Sogar die Tiere in SteamWorld Build sind Roboter.

Die Mine bietet wiederum einen großartigen Kontrast zum fröhlichen Treiben an der sonnigen Oberfläche und kommt schön düster daher. Dabei sieht jede Ebene der Mine auch noch erfrischend anders aus, wobei die Atmosphäre immer beklemmender wird, je tiefer man bei der Erkundung vordringt.

Sind das etwa riesige SteamBot-Leichen in der Mine?

Der passende Sound in allen Lebenslagen

SteamWorld Build hat nicht nur eine solide englische Sprachausgabe zu bieten, sondern auch ein klasse Sound-Design. Dabei unterscheidet sich der Sound an der Oberfläche genauso zum Sound in der Mine, wie die Optik.

An der Oberfläche dürfen wir einem super entspanntem Soundtrack lauschen, der sogar ein wenig die Hoffnung spüren lässt, die die Bots in ihre bevorstehende Reise ins Alls stecken. Der Oberflächen-Soundtrack erinnert mich außerdem sehr an den Soundtrack des Indie-Titels Wavetale, dessen Soundtrack ich in meinem Test schon hochgelobt habe.

In der Mine dürfen wir uns stattdessen einen deutlich mysteriöseren Soundtrack mit einigen futuristischen und mechanischen Klängen anhören, der natürlich deutlich besser in die düstere Umgebung passt.

Nicht vergessen darf man außerdem die vielen Geräusche, die von den einzelnen Gebäuden und den Bots ausgehen. Diese sorgen wunderbar für die Lebendigkeit des Spiels und passen perfekt zum Drumherum. Besonders positiv ist mir unter anderem eine Kleinigkeit bei den Minenarbeitern aufgefallen: Diese stimmen nämlich ab und zu gemeinsam ein „Hey-Ho“ à la „Schneewittchen und die 7 Zwerge“ ein.

Überschaubare Defizite

Von dem etwas komplizierteren Aufwertungssystem der Steambots mal abgesehen, ist mir sonst nur noch negativ aufgefallen, dass man nicht besonders weit rauszoomen kann, was besonders für einen Spieletester schade ist, wenn man das Spiel in seiner ganzen Pracht präsentieren möchte. Zudem finde ich, dass die maximale Vorspul-Geschwindigkeit gerne etwas schneller hätte sein können.

Auch ist der Widerspielwert geringer als gedacht. Zwar gibt es verschiedene Maps zur Auswahl, jedoch sehen sich diese allesamt extrem ähnlich und bieten nur ganz dezente optische Veränderungen, wie zum Beispiel Reklametafeln, die noch von der alten Welt übriggeblieben sind oder uralte Dino-Skelette, die die Map schmücken.

Fazit

SteamWorld Build ist für mich tatsächlich das beste Aufbauspiel 2023! Zwar hat es vielleicht nicht den größten Wiederspielwert und ein paar überschaubare Mängel, aber kann in so vielen anderen Bereichen enorm punkten.

Der Titel präsentiert sich nicht nur optisch mit sehr viel Liebe zum Detail, sondern bietet auch eine Menge Innovation beim Gameplay. SteamWorld Build bietet außerdem einen genialen Soundtrack und eine zuckersüße und überraschende Geschichte.

  • Das großartige Aufbauspiel SteamWorld Build wurde am 01. Dezember 2023 veröffentlicht und kann auf PC, Nintendo Switch, PS4, PS5, Xbox One und Xbox Series gezockt werden. Der Titel ist außerdem kostenlos im Xbox Game Pass enthalten.

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