Suicide Squad: Kill the Justice League Review – Endlich mal wieder ein richtig geiles Koop-Game?

Am 02. Februar 2024 ist Suicide Squad: Kill the Justice League von Rocksteady Studios und Warner Bros. erschienen und ich durfte den neuen DC-Titel in der letzten Woche ausführlich für euch testen.

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Doch klären wir erst einmal, ob sich der Titel meiner Meinung nach überhaupt lohnt oder ob es Grund gibt, ihn genauso zu zerreißen wie den 2016 veröffentlichten Film mit Jared Leto als Joker. Zuvor könnt ihr euch aber noch den aktuellen Trailer ansehen:

Wenn Schurken plötzlich die Welt retten sollen…

Die Geschichte des berühmten Antihelden-Selbstmordkommandos, dem sogenannten „Suicide Squad“, gibt es nun schon seit 1987, in Form einer spannenden DC-Comicreihe. 2016 wurde die Thematik dann auch noch verfilmt, wobei der Film leider, vor allem aufgrund von Jared Letos Joker-Performance, ziemlich zerrissen wurde.

Das erst vor kurzem veröffentlichte Spiel greift die Thematik nun erneut auf und distanziert sich dabei großzügig vom 2016 veröffentlichten Hollywood-Streifen sowie von der Comicreihe und erzählt die Story der Antihelden noch einmal ganz anders.

So weicht zum Beispiel auch die Aufstellung des Squads von Film und Comic ab: Im Spiel dürfen wir nämlich nicht nur Harley Quinn, Deadshot und Captain Boomerang verkörpern, die unter anderem auch Teil der Verfilmung waren, dazu gesellt sich außerdem noch King Shark, der meines Wissens nach weder in der Comic- noch in der Film-Version bisher vertreten war (Hardcore DC-Fans dürfen mich an dieser Stelle natürlich gerne korrigieren).

Der Suicide Squad oder auch die „Task Force X“ besteht dieses Mal aus diesen 4 Chaoten.

Nicht einmal Batman kann man noch trauen

Auch im Spiel steckt die fähige Amanda Waller hinter der Idee, Straftäter mit Superkräften zu engagieren, um Metropolis wieder sicher zu machen. Im Spiel hat das Ganze aber einen ganz besonderen und vor allem logischen Grund: Die eigentlichen Superhelden (Superman, Ironman, Green Lantern, Batman und Co.) sind nämlich für die Rettung gerade so gar nicht zu gebrauchen, da sie selbst für das große Chaos in Metropolis mit verantwortlich sind. Diese wurden nämlich von Superfiesling Braniac höchstpersönlich einer Gehirnwäsche unterzogen.

Batman und Co. arbeiten jetzt nach Braniacs Gesetzen.

Um sicherzustellen, dass Harley Quinn und die anderen, die derzeit bösartigen Superhelden auch lebend aus ihrem Schlamassel holen und der Squad seine neu gewonnene Freiheit nicht für weitere böse Machenschaften verwendet, wurde jedem der Squad-Mitglieder eine Bombe implantiert, die hochgeht, sobald einer aus der Reihe tanzt.

An sich funktioniert das alles als Stand-Alone wahnsinnig gut. Man sollte sich während des Spielens allerdings lieber nicht daran erinnern, dass es sich bei Suicide Squad: Kill the Justice League ja eigentlich auch um eine Fortsetzung der beliebten Arkham-Reihe vom gleichen Entwicklerstudio handelt. Denn als Fortsetzung funktioniert der Titel dann nur noch so semi-gut, was vor allem daran liegt, dass das spannende Schicksal Batmans nicht ausreichend weiter erzählt wird und die Story von Suicide Squad generell viel oberflächlicher daherkommt.

„Lustige“ One-Liner statt Tiefgang

Während die Arkham-Titel noch mit Charaktertiefe, spannender und düsterer Story sowie abwechslungsreichem Gameplay glänzten, bleibt bei Suicide Squad: Kill the Justice League dann leider doch so einiges auf der Strecke. Statt Charaktertiefe, die wir sogar im 2016er Film beobachten durften, können die Charaktere dieses Mal irgendwie NUR „lustige“ One-Liner raushauen. Am Anfang mögen die Witzeleien ja noch ganz unterhaltsam sein, mit der Zeit gingen mir die Flachwitze und dummen Sprüche allerdings nur noch auf den Keks.

Ein „cooler“ Spruch jagt den nächsten. Bis es irgendwann einfach zu viel wird.

Gehörig auf den Keks ging mir hier außerdem die deutsche Synchro von Harley Quinn. Die Sprecherin selbst scheint zwar erfahren zu sein und macht ihre Sache an sich auch gut, aber die quietschhohe Stimme brachte mir mit der Zeit trotzdem nur noch Kopfschmerzen.

Was die Tiefe anbelangt, so musste auch die allgemeine Story leiden. Zwar ist die ausgearbeitete Idee der Original-Story des Comics mega, aber bei der Ausführung hapert es doch gewaltig. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Haupt-Bösewicht Braniac einfach viel zu kurz kommt. Zusätzlich werden weitere Story-Elemente in „Seasonpass-ähnlicher Form“ nachgereicht, was bedeutet, dass man erst einmal, wie leider viel zu oft mittlerweile, nur etwas Halbgares geboten bekommt.

Actionreiches Gameplay mit wenig Abwechslung

Wer meine Beurteilung zur Story schon negativ empfunden hat, dem sei gesagt, dass die Story, trotz ihrer Fehler, im Vergleich zum Gameplay tatsächlich das Glanzstück des Spiels ist. Hier setzen die Entwickler zwar auf jede Menge Action, aber leider auch auf jede Menge langweilige Wiederholung.

So ist es zum Beispiel spannend, dass jeder Charakter des Squads seine eigenen Stärken und Schwächen mitbringt, was sich vor allem beim Koop-Gameplay bewährt, aber die einzelnen Fähigkeiten der Charaktere entwickeln sich kaum weiter, was im Endeffekt dafür sorgt, dass sich jeder Kampf gleich anfühlt.

Trotz dessen, dass einige Gegner unterschiedlich angegangen werden müssen, fühlen sich die Kämpfe trotzdem sehr repetitiv an.

Harley Quinn wird sich zum Beispiel bis zum Ende ihrem neuen Greifhaken für die Fortbewegung bedienen und King Shark setzt das ganze Spiel über auf seine fette Wumme. Ein wenig Abwechslung bringen zwar dafür die verschiedenen Gegnertypen rein, die teilweise unterschiedlich zur Strecke gebracht werden müssen, aber auch da hat man schnell den Bogen raus und es wird zur Routine. Ein kleiner Lichtblick waren für mich hingegen die Bosskämpfe, die oft spektakulär aufgezogen wurden. Doch leider wiederholen sich auch hier später die Herangehensweisen.

Nix los in Metropolis

Ganz besonders enttäuscht hat mich aber die offene Welt. Zwar sieht Metropolis auf den ersten Blick extrem schick und spannend aus, doch beim näheren Betrachten finden wir dort nichts als eine große Leere vor, die nur immer mal wieder von Braniacs Gegnerhorden gefüllt wird. Zum Erkunden lädt die Ingame-Kulisse nicht wirklich ein und wenn man es doch tut, wird man dafür nicht wirklich belohnt, da auch die Nebenquests alles andere als spannend sind. Im Endeffekt laufen auch die immer wieder nur auf eins hinaus: Gegnerhorden verkloppen. Ab und an gibt es mal eine Begleitquest oder eine Quest, bei der man herumfliegen kann, aber das war es dann im Großen und Ganzen auch schon.

Man könnte meinen, dass uns hier viele spannende Herausforderungen erwarten, aber leider ist dem nicht so.

Fazit

Suicide Squad: Kill the Justice League sieht extrem gut aus und bietet eine Menge Action, doch hinter dieser schicken Fassade sieht es tatsächlich ziemlich leer aus. Die Story zeigt großartige Ansätze, scheitert aber an einer viel zu oberflächlichen Ausführung. Ebenso oberflächlich und flach präsentieren sich zudem die Hauptcharaktere. Charaktertiefe darf man hier wirklich nicht erwarten. Stattdessen wird man mit „lustigen“ Sprüchen und „coolen“ One-Linern überrannt.

Die auf den ersten Blick genial inszenierte Stadt Metropolis bietet widererwarten kaum Spannendes und die verschiedenen Kampfmechaniken der einzelnen Charaktere sowie die immergleichen Nebenaufgaben werden viel zu schnell langweilig.

Leider gibt es nur wenige Aufgaben, die wirklich eine Abwechslung bieten.

Der große Lichtblick ist hier der Koop-Modus, der sicher großen Spaß machen kann, wenn man sich mit seinen Freunden für ein abendliches Online-Geballer im DC-Universum treffen will, doch ob sich der Kauf allein dafür lohnt, muss jeder für sich selbst entscheiden.

  • Suicide Squad: Kill the Justice League ist am 02. Februar 2024 für PS5, Xbox Series und PC erschienen.

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  • Marvel hat für mich mit Spiderman 2, das letztes Jahr veröffentlicht wurde, hier übrigens ganz klar die Nase vorn. In Sachen abwechslungsreiches Gameplay und Story mit Tiefgang, macht der Titel nämlich nahezu alles richtig. Im Koop kann der nur leider nicht gezockt werden.

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