Unmanned Ground Vehicle

Automatisierte Ladestationen für Flugdrohnen

26. August 2014 • 12:59 Uhr

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Und jetzt langsam runter.... (Foto: Gizmag.com)

Eines der größten Probleme von Flugdrohnen ist immer noch deren Versorgung mit Energie. Abhängig vom Gewicht der Drohne und der Kapazität des Akkus lassen sich bisher zumeist kaum Flugzeiten von mehr als 30 Minuten erreichen. Ein Lösungsansatz ist es natürlich, die Leistungsfähigkeit der Batterien zu erhöhen. Eine andere Idee testet derzeit das Wave Laboratorium der University of Waterloo: Sie haben für eine Drohne (im Fachjargon: Unmanned Aerial Vehicel (UAV)) ein Unmanned Ground Vehicle (UGV) entwickelt, welches quasi als Dockingstation für das unbemannte Fluggerät dienen soll.

Dies funktioniert im Grunde auf relativ einfache Art:

Das Flug- und das Fahrzeug werden mitteinander gekoppelt, wodurch sie in der Lage sind, sich jederzeit gegenseitig zu orten. Dazu wird beiden Vehikeln ein bestimmter Ort als Treffpunkt vorgegeben, an dem der Auftankvorgang über die Bühne gehen soll. Geht nun der UAV der Saft aus, macht sie sich automatisch auf den Weg zur UGV, um sich zum Beispiel  über drahtlose Energieübertragung ihre Akkus wieder zu füllen.

Was theoretisch einfach klingt, verlangt in der Praxis verständlicherweise viel Präzision: Das Bodenfahrzeug soll beispielsweise für militärische Einsätze relativ klein und unscheinbar ausfallen sowie daher eine möglichst kleine Landefläche für die Drohne bieten. Daher müssen für einen erfolgreichen Kopplungsvorgang viele einzelne Faktoren (u.a. Wind, Wetter, Verzögerung bei der Übertragung von WiFi- oder Radiosignalen) exakt berücksichtigt werden. Dies ist dem Wave Laboratorium in ersten Feldversuchen gelungen:

Inwieweit diese Idee nun Vorteile für den Privatgebrauch mit sich bringt, sei einmal dahingestellt. Aber wie schon erwähnt, dürfte das Militär daran nicht uninteressiert sein. Einsatzmöglichkeiten gibt es mehrere: Die UGV kann beispielsweise den Transport der Drohne bis zum Rand eines bestimmten Gebiets übernehmen. Oder das Bodenfahrzeug wird als Transporter für schwere Nutzlast bzw. als Warenlager für die UAV genutzt.

Die Forschungsgruppe der University of Waterloo will die Idee auf alle Fälle weiter ausbauen und wird dafür eventuell auch bald Interessenten außerhalb militärischer Kreise begeistern können. Vielleicht sind mobile Lager genau der Ansatz, mit dem Amazon schon bald seine Drohnenflotte in die Lüfte schicken kann? Wir werden sehen…

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