Wechselwild

Der individualisierbare Gürtel. Im Praxistest

17. Februar 2013 • 10:00 Uhr

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Zwei Motive sind im Preis inklusive. (Foto: GamingGadgets.de)

Ich bin ein Gürtelträger. Nicht (nur), weil die eine oder andere Hose ohne einen rutschen könnte. Nein, für mich ist es ein Accessoire, das ich als optischen Mehrwert ansehe. Ich brauche keinen Hipster-Schal, keine Ringe, keine Armbanduhr. Ich mag es dezent, unauffällig, aber doch irgendwie – tja, individuell. So geht es vermutlich vielen Millionen Menschen. Und das dachten sich vielleicht auch die Gründer von Wechselwild.  Hinter dem Namen verbirgt sich ein an sich einfaches Konzept: Gestaltet euren Gürtel nach euren Vorstellungen.

Mittlerweile benutze ich meinen Wechselwild-Gürtel seit ein paar Wochen. Und bin weitgehend glücklich mit dem sehr hochwertigen Zubehör. Aber wieso ist das auf GamingGadgets.de überhaupt ein Thema? Nun, das ist ja die Besonderheit: Dank der Gürtelschnalle seid ihr in der Lage, das Motiv zu wechseln. Jeden Tag ein neues Bild, das euren Gemütszustand, eure Vorliebe oder euer Lieblingsspiel zur Schau trägt? Mit Wechselwild ist’s möglich. Aber der Reihe nach.

Genöle und Hürden beim Kauf

Einen solch individualisierbaren Gürtel könnt ihr über das Internet ausschließlich bei wechselwild.com bestellen. Dort fangen aber schon die Probleme an. Die Varianten werden in die Bezeichnungen Reh, Rehlein und Bär unterteilt, von diesen gibt es auch noch mehrere Längen und die Farben Schwarze sowie Braun. Nicht, dass dies komplex wäre, allerdings benötigt ihr als Außenstehender recht viel Zeit, um die gewünschten Details zu finden und die generelle Idee hinter Wechselwild zu verstehen. Dumm nur, dass die mangelnde Usability der Webseite mehr für Ärger sorgt: Manche Seiten sind in Englisch, andere in Deutsch, und die Suche nach geeigneten Motiven für euren zukünftigen oder vorhandenen Gürtel ist ein Graus. Kurz gesagt: Vielleicht ist die Präsenz mitsamt Shop stylisch und für Hipster (huch, schon wieder dieses Wort) ausgelegt, nicht aber benutzerfreundlich oder intuitiv bedienbar. Mein Tipp an die Verantwortlichen: Schleunigst ändern, wenn ihr auch normalsterbliche Menschen ansprechen wollt.

Die Wechselwild-Webseite: Auf den ersten Blick schick, aber sehr unkomfortabel. In dem Fall ist das auch ein Problem.
Die Wechselwild-Webseite: Auf den ersten Blick schick, aber sehr unkomfortabel. In dem Fall ist das auch ein Problem.

Habt ihr euch irgendwie durchgefuzelt, ist klar: Ein Gürtel in eurer favorisierten Größe und zwei individuellen Schnallen-Bildern erhaltet ihr ab 49,90 Euro, zuzüglich Versandkosten. Für 10 Euro mehr bekommt ihr eine größere Schnalle, die sich bei weniger zierlichen Leuten eher anbietet, für Rehlein-Gürtel (dünn) allerdings ungeeignet ist. Für zusätzliche Motive legt ihr zwischen 5,90 Euro und 6,90 Euro auf die virtuelle Ladentheke, aber: Kreiert ihr mittels herunterladbarer Vorlagen selbst eigene  Kunstwerke und stellt ihr diese der Öffentlichkeit zur Verfügung (Bildrechte bleiben bei euch!), könnt ihr beim Kauf dieser durch andere Gürtelbesitzer Guthaben aufladen und somit den Preis für neue Wechselbilder senken. Ja, es verbirgt sich also ein kommerzieller Community-Gedanke hinter Wechselwild, der im besten Fall zum Selbstläufer wird – Multiplikatoren und so weiter. Kurzum: Die Idee des Gürtelanbieters mit Individualisierungsoption ist clever – wäre da nicht die Webseite. Aber gut. Wie sieht denn das eigentliche Produkt aus?

Schick!

In Hamburg erfunden und produziert. (Foto: GamingGadgets.de)
In Hamburg erfunden und produziert. (Foto: GamingGadgets.de)

Gut verpackt kam mein Wechselwild-Gürtel mit zwei Motiven an.  Jedes Wechselbild erhält einen eigenen Sammler-Karton – das könnte, aufgrund der theoretisch unendlich vielen Möglichkeiten, doch zu einer platzraubenden Angelegenheit werden. Tipp: Eine Box genügt zum Aufbewahren von mindestens 20 Karten. Der „Zusammenbau“ des Gürtels ist nicht selbsterklärend, eine kurze Anleitung (von mir aus auf der Webseite) wäre sinnvoll gewesen. Für Noobs wie mich zum Beispiel. Aber wir reden hier ja glücklicherweise nicht über eine Wissenschaft.

Schnell wird auch klar, wie das mit den Wechselbildern funktioniert. Die Schnalle besitzt eine kleine Einbuchtung auf der Vorderseite, durch Magnetismus befestigt ihr ein Motiv direkt auf dieser. Zwar hatte ich anfänglich die Sorge, die kleinen Bildchen könnten sich während des Tragens schnell lösen, diese war allerdings unbegründet. Sie sitzen fest genug für den Alltag, lassen sich andererseits aber sehr flott dank einer Aussparung entfernen. Prima gelöst! Sowieso wirkt das System des Gürtels simpel und intelligent zugleich – ich finde das toll! Auch die Verarbeitung – vom Ledergürtel mit dem dezenten Wechselwild-Logo bis hin zur handgefertigten, versilberten Schnalle (Modell Bär) – stellt mich sehr zufrieden. Ihr habt keinesfalls das Gefühl, für den doch nicht gerade niedrigen Preis ein wertloses Kleidungsstück zu erhalten. 100 Tage habt ihr Zeit, den Gürtel zurück zu geben. Der Hersteller ist also überzeugt von seiner Ware.

Einer meiner Twitter-Bekannten, der sich aufgrund eines Bildes von meinem Gürtel selbst einen zulegte, bemängelte die  etwas dünnen Bilder, die er als dezent „billig“ einstufte. Ich finde sie okay, zumal sie direkt am Gürtel gar nicht mehr diesen Eindruck hinterlassen.

Wahl der Qual

Ihr wechselt das Motiv, nicht den Gürtel. (Foto: Wechselwild)
Ihr wechselt das Motiv, nicht den Gürtel. (Foto: Wechselwild)

Ach, genau. Da war ja noch was. Ich entschied mich übrigens für ein Alien, das an „Space Invaders“ erinnert, und einer witzigen „Pac-Man“-Hommage. Denn den Originalen entsprechen sie nicht – Stichwort Rechteproblematik. Die Drucke sind attraktiv und machen angezogen am Gürtel eine – hah – sehr gute Figur. Beim Störbern in dem bereits jetzt riesigen Wechselbild-Archiv finden sich viele weitere Spiele-relevante Bilder. Und wie gesagt: Ihr könnt selbst auch welche erstellen und diese für 5,90 Euro bzw. 6,90 Euro an euren Gürtel bringen. Ohne euch dafür einen neuen kaufen zu müssen. Das macht Wechselwild reizvoll: Einmal den Gürtel erworben, sorgt ihr mit neuen Motiven für Abwechslung. Das läuft zwar nur über den Shop, aber vielleicht wird es irgendwann einmal Optionen geben, daheim mit dem eigenen Drucker aktiv zu werden? Auch fänd ich 3D-Bilder eine neckische Angelegenheit. Potential gäbe es da sicherlich noch. Nur genau das macht mich etwas unglücklich: Das Schauen im Store oder der Versuch, selbst Motive hochzulanden – nicht spaßig! Das Eine ist wie gesagt ein Krampf, das Andere nichts jedermanns Sache. Schön wäre hier ein Online-Malprogramm. Aber naja…

Fazit

So viel über einen schnöden Gürtel geschrieben? Ach, was! Wechselwild ist so viel mehr. Schade ist, dass die Webseite mit ihren Community-und Kreativitäts-Elementen so furchtbar zu bedienen ist und dadurch etwas die Freude verdirbt. Lasst ihr euch davon nicht abschrecken und interessiert euch das sehr witzige und doch sinnvolle Konzept, dann sind die 50 bis 60 Euro für einen Gürtel mit Wechselbild-Schnalle bestens investiert. Ich will nicht so klingen, als würde ich hier plump die Werbetrommel rühren, aber mir gefällt der Gürtel sehr: Toll verarbeitet, dezente, individuelle und nicht schon 1000 Mal bei anderen Leuten gesehene Retro-Motive, die mich tagtäglich aufs Neue erfreuen – großartig! Ah, und meine Hose sitzt auch noch gut! Was will ich mehr?

Weitere Details und die Möglichkeit, einen Gürtel zu kaufen – auf wechselwild.com.

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  1. 17. Februar 2013 at 11:02