WiTrack

Die nächste Generation der Bewegungssteuerung?

14. Dezember 2013 • 9:08 Uhr

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Der ganze Raum wird zum Spielplatz (Foto: witrack.csail.mit.edu)

Der Wii von Nintendo haben wir es zu verdanken, dass wir uns nicht mehr nur gemütlich auf dem Sofa ausbreiten, sondern wild zappelnd vor das TV-Gerät stellen “dürfen”. Noch eine Stufe weiter ging Microsoft mit Kinect, da wir durch dieses System überhaupt kein Eingabegerät mehr in den Händen halten müssen. Und wer weiß: Der nächste Schritt ist vielleicht WiTrack – ein vom MIT (Massachusetts Institute of Technology) entwickeltes Verfahren, das in erster Linie in den Bereichen Altenpflege und Heimautomatisierung zum Einsatz kommen soll, sich aber auch in Sachen Videospielen nutzen lassen könnte.

Der Vorteil von WiTrack ist es zum einen, dass wir uns dabei nicht mehr direkt in das Sichtfeld einer Kamera stellen müssen und es zum anderen sogar durch Wände hindurch funktioniert. Möglich machen dies Funksignale, die von einer Antenne versendet und drei weiteren empfangen werden. Abhängig von der Dauer des Sende-/Empfang-Vorgangs kann WiTrack Gegenstände und Bewegungen innerhalb seines Radius entdecken. Und dies völlig unabhängig davon, ob Wände oder andere Hindernisse in diesem Radius vorhanden sind. Die Position eines Menschen soll damit laut der Forscher des MIT auf bis zu zehn Zentimeter genau berechnet werden.

WiTrack übertrifft damit auch die Genauigkeit des ebenfalls vom MIT entwickelten Wivi-Systems, welches ganz ähnlich, aber über ein WLAN-Netz funktioniert.

Einsetzen lässt sich WiTrack beispielsweise, um von einem Raum aus das Licht in einem anderen Zimmer ein- bzw. auszuschalten. Oder aber, um etwa Stürze etc. von pflegedürftigen Personen zu erkennen, ohne diese ständig mit einer Kamera zu überwachen.

Und auf den Videospiele-Bereich bezogen wäre es mit WiTrack möglich, die gesamte Wohnung eines Spielers virtuell in einem Game einzubinden. Wände und Möbel dienen beispielsweise als Schutz vor dem Feind. Stellt sich nur die Frage, wie die Kontrahenten ohne ein mobiles Display erkannt werden sollen? VR-Brillen wie Google Glas, die via Augmented Reality virtuelle Objekte in den echten Raum projizieren, wären darauf vielleicht die Antwort. Oculus Rift & Co. eignen sich aufgrund der “Blindheit” des Nutzers hingegen weniger.

Wo ist gleich wieder der Lichtschalter? (Foto: witrack.csail.mit.edu)
Wo ist gleich wieder der Lichtschalter? (Foto: witrack.csail.mit.edu)

Die Einsatzmöglichlichkeiten sind auf alle Fälle vielfältig. Wir dürfen daher gespannt sein, ob/wann wir wieder etwas von WiTrack hören. Weitere Infos erhaltet Ihr u.a. direkt auf der WiTrack-Seite des MIT.

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Über Matthias

Seit Klein-Matthias Mitte der (19)80er erstmals auf den Grünbildschirm eines Schneider Amstrad CPC 464 blickte, ist er den virtuellen Welten verfallen. Seitdem hat er haufenweise Joysticks, GamePads, Handhelds, Gitarren, Angelruten, Rasseln und sonstigen Technik-Schnickschnack in den Händen gehalten und freut sich auch heutzutage noch über jedes neue (oder auch gebrauchte) Gadget, das sich in seine Griffnähe wagt.


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Zuletzt aktualisiert: 17:51 Uhr

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