YI Smart Dashcam

Brauche ich so etwas? Der Praxistest!

9. Mai 2018 • 12:30 Uhr

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Spielerei oder sinnvoll? (Foto: GamingGadgets.de)

Wenn das eigene Auto keine Hightech-Gadgets besitzt, rüstet man diese einfach nach. Ich habe mir die Smart Dashcam von YI angeschaut. Im Praxistest.

Ich stehe ja auf alle Formen von Gadgets und „Spielzeugen“. Eigentlich sieht sich die Smart Dashcam von dem chinesischen Hersteller YI als seriöses Produkt, doch ich betrachtete sie in meinem Test eher als (natürlich ernsthaftere) „Spielerei“ zum Ausprobieren. Mit ihr kann ich schließlich Videos von den Autofahrten aufnehmen und zugleich den 30 Jahre alten Volvo 240 meiner Freundin etwas mit Technik ausstatten. Das, was mir die kleine Cam für um die 45 Euro bietet, ist außerdem gar nicht mal so schlecht. Das stellte ich in den ersten Stunden des Ausprobierens fest.

Schicke Verpackung. (Foto: GamingGadgets.de)
Schicke Verpackung. (Foto: GamingGadgets.de)

Wozu brauche ich so etwas wie die YI Smart Dashcam?

Eine Dashcam ist dazu gedacht, Fahrten mit dem Auto (und theoretisch mit dem Motorrad) aufzuzeichnen. Das kann der privaten Unterhaltung dienen, aber auch als Beweismittel bei Unfällen. Dummweise ist die deutsche Rechtsprechung etwas schwammig, Mitte Mai 2018 wird allerdings ein entscheidendes Urteil erwartet. Dann ist klar, ob aufgenommene Szenen vor Gericht akzeptiert werden.

Das steckt in der Verpackung der YI Smart Dashcam. (Foto: GamingGadgets.de)
Das steckt in der Verpackung der YI Smart Dashcam. (Foto: GamingGadgets.de)

In dem Fall, dass ihr eine Dashcam für euch zum Spaß oder für praktische Zwecke zulegen wollt, kommen diverse Vorzüge einer solchen Kamera zum Tragen. So besitzen moderne Vertreter zum Beispiel Fahrassistent-Elemente oder Funktionen, durch die ihr die Fahrbahn bei Nacht besser erkennen könnt – auf dem stets vorhandenen Display. Videos werden auf Speicherkarte via Loop gesichert. Das heißt: Ist die Karte voll, werden alte Szenen überschrieben. Ausgenommen sind Videos von Kollisionen, die in der Regel geblockt werden, sobald ein G-Sensor einen Aufprall oder eine Vollbremsung erkennt.

Das bietet die Smart Dashcam von YI

Alles schön und gut. Und was bietet mir die Smart Dashcam von YI? In Anbetracht der Tatsache, dass die Cam keine 50 Euro kostet, eine ganze Menge. Im Lieferumfang befinden sich die Kamera, eine Halterung für die Frontscheibe, ein zum Verlegen geeignetes USB-Kabel mit Ladegerät fürs Auto und das Handbüchlein. Einzig eine microSD-Speicherkarte müsst ihr euch noch zulegen, sonst könnt ihr nichts aufnehmen. Einen internen Speicher besitzt die YI Smart Dashcam nicht.

Handlich. Die YI Smart Dashcam wirkt auch nicht billig. (Foto: GamingGadgets.de)
Handlich. Die YI Smart Dashcam wirkt auch nicht billig. (Foto: GamingGadgets.de)

Auch die technischen Details gefallen: Lichtstarke F1.8 Blende (3.0μm x 3.0μm Bildsensor, 165 Grad Weitwinkel-Objektiv) mit der Möglichkeit, Videos in UHD bei 30 Bildern pro Sekunde oder in Full HD mit 60 Bildern pro Sekunde aufzuzeichnen, 2,7 Zoll TFT-LCD, G-Sensor für Kollisionserkennung, Fahrassistent ADAS, Infrarot-Filter für Nachtsicht und integriertes WIFI für eine zusätzliche Verbindung zum Smartphone klingen in der Theorie super. Und in der Praxis?

Unkomplizierte Einrichtung

Erst einmal ein Rüffel: Statt Saugnapfhalterung bekommt ihr bei der Smart Dashcam eine Klebeband-Befestigung geboten. Das ist unflexibel und ärgerlich – wenn ihr die Position der Dashcam mal ändern oder die Kamera in einem anderen Auto verwenden wollt. Dann müsst ihr neues, doppelseitiges Klebeband kaufen. Es wurde ganz klar an falscher Stelle gespart.

DAS ist ärgerlich! (Foto: GamingGadgets.de)
DAS ist ärgerlich! (Foto: GamingGadgets.de)

Dafür ist die Installation zu Beginn unkompliziert. Platziert die Halterung, schiebt in die Smart Dashcam eine Speicherkarte (microSD Class 10 mit 8-64GB – ich nahm eine Class 10 von Samsung) und schließt die Kamera am Zigarettenanzünder an – schon geht’s los. Erwartet keinen Touchscreen, die Bedienung und Konfiguration geht mit den paar Tasten auch flott von der Hand. Eine deutsche Sprache ist nicht vorgesehen, begnügen müsst ihr euch also mit Englisch. Geht schon.

ADAS nicht überzeugend

Die ersten Fahrt führte gleich zu einer Überraschung. Denn ADAS meckerte ständig. Ich würde regelmäßig die Fahrspur verlassen, also sozusagen hin- und her-eiern. Quatsch. Doch scheint die Kamera nicht immer perfekt festzustellen, ob ihr den Trennstreifen überfahrt oder nur die Spur wechselt – weil es nötig ist. Auffällig ist dies vor allem bei Touren durch die Stadt und über Landstraßen. Auf Autobahnen dagegen blieb die Dashcam ruhig.

Jetzt geht's auf die Straße. (Foto: GamingGadgets.de)
Jetzt geht’s auf die Straße. (Foto: GamingGadgets.de)

Positiv stimmten mich wiederum andere Aspekte. Die Aufnahmen sind von guter Qualität, vor allem die Szenen bei Nacht. Teils könnt ihr die Umgebung auf dem hellen Display so gut erkennen, dass ihr dieses sozusagen als erweiterten Bildschirm verwendet. Unter anderem, wenn der Gegenverkehr blendet. Das ist echt praktisch.

Die Ergebnisse könnt ihr am Rechner ohne Aufwand übertragen und in Ruhe betrachten. Aber auch die erstaunlich stabile WIFI-Verbindung zwischen Smart Dashcam und Smartphone sei erwähnt. Dadurch transferiert ihr schnell Fotos und Videos, um diese mit Freunden zu teilen. Bedenkt bitte die in Deutschland gültige Gesetzeslage.

Ein weiterer Aspekt, den ihr wissen solltet: Der integrierte Akku ist winzig klein. Er reicht, um eine Aufnahme beim Anhalten des Autos zu beenden und die Kamera herunterzufahren. Ohne eine Verbindung zum Strom (oder einer Powerbank) könnt ihr die Dashcam nicht gebrauchen.

Fazit: Aufschlussreiche Spielerei

Ein wenig bin ich schon überrascht: Die YI Smart Dashcam ist für unter 50 Euro zum Beispiel bei Amazon erhältlich, besitzt aber einige interessante Features. Dass ADAS nicht so klappen mag, wie ich es mir erhoffte, ist ernüchternd. Auf der Habenseite bekommt ihr sehr gute Aufnahmen zur persönlichen Freude oder auch zum Herausfinden, wie man sich selbst so im Straßenverkehr gibt.

Vergesst die Speicherkarte nicht. (Foto: GamingGadgets.de)
Vergesst die Speicherkarte nicht. (Foto: GamingGadgets.de)

Sicherlich könnt ihr auch ein Smartphone mit Dashcam-App nutzen oder eine alte Actioncam für ähnliche Zwecke „missbrauchen“, doch ist die YI Smart Dashcam nicht teuer und auf ihre Aufgabe spezialisiert. Qualitativ stimmige Loop-Aufnahmen, simple Bedienung, nützliche WIFI-Anbindung und weitere Komfortelemente lassen mich zu dem Fazit kommen: Nicht perfekt (ADAS, Klebeband-Halterung), aber für den Preis eine Empfehlung.

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YI Smart Dashcam:
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2 Kommentare

  1. Dragonlover am

    Ich habe die Kamera auch seit ca. 2 Monaten im Einsatz. Ich habe sie quasi fest verbaut, indem ich das Kabel über den Dachhimmel und der A-Säule zum Autoradio geführt habe und dort am vorhandenen, hinteren USB-Anschluss angeschlossen habe. Somit geht die Kamera jetzt bei mir beim starten des Autos an und geht automatisch aus beim verlassen. Dem Review kann ich voll und ganz zustimmen, ich bin auch voll zufrieden. Es gibt noch eine App für das Smartphone, wo man die einzelnen Filme anschauen und abspeichern kann. Lediglich der Klebehalter ist einfach schlecht, vor allem, weil man nur einen Versuch hat, wegen einem Klebepad.

    Ich habe diese Halterung dazu gekauft: https://www.amazon.de/gp/product/B06XQFP2RH
    Die hält Bombenfest.

    Und diese Speicherkarte: https://www.amazon.de/gp/product/B073S8LQSL
    Geht aber auch 64GB oder vielleicht sogar höher.

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    • Sven am

      Danke für deinen Kommentar und den Tipp. Gerade das mit der Halterung ist ja auch total nervig. Die Alternative sieht echt gut aus.Und einer der Adapter eignet sich für die Dashcam?

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